Risoux

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Risoux
Blick auf den Lac de Joux und Lac de Brenet, rechts im Bild die bewaldete Kette des Risoux

Blick auf den Lac de Joux und Lac de Brenet, rechts im Bild die bewaldete Kette des Risoux

Höhe 1419 m
Lage Kanton Waadt, Schweiz und Franche-Comté, Frankreich
Gebirge Jura
Dominanz 6,7 km → Mont Tendre
Schartenhöhe 213 m ↓ südwestl. Haut Soulier Chalet (F)
Koordinaten, (CH) 46° 37′ 14″ N, 6° 10′ 57″ O (503782 / 164018)Koordinaten: 46° 37′ 14″ N, 6° 10′ 57″ O; CH1903: 503782 / 164018
Risoux (Kanton Waadt)
Risoux

Der Risoux bildet eine waldreiche Bergkette im Jura, die sich gemäss dem allgemeinen Verlauf des Faltenjuras in diesem Gebiet in Südwest-Nordost-Richtung erstreckt. Über den Kamm verläuft die Landesgrenze zwischen der Schweiz und Frankreich.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bergkamm wird im Südosten durch das Vallée de Joux mit der Orbe und dem Lac de Joux, im Nordosten durch eine leichte Talsenke gegen den Mont d’Or, im Nordwesten durch die Oberläufe von Doubs und Saine sowie im Südwesten durch den tiefen Einschnitt des Tals von Morez begrenzt.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kette des Risoux ist über 30 km lang und bis zu 10 km breit. Sie wird unterteilt in Petit Risoux im Nordosten mit der höchsten Erhebung (Le Gros Crêt, 1419 m), Grand Risoux im Zentralteil (bis 1378 m) und in Forêt du Risoux (im Crêt à la Dame, 1311 m) im Südwesten, ganz auf französischem Boden liegend. Zum gleichen Kettensystem gehörend, aber durch eine Bruchzone vom Risoux getrennt, schliesst sich im Westen der Mont Noir (bis 1274 m) an. Diese Bruchzone ist als Talsenke ausgebildet (Combe des Cives), in der sich zwar kurze Fliessgewässer und zwei kleine Seen (Lac de Bellefontaine und Lac des Mortes) befinden. Deren Wasser versickert aber an verschiedenen Orten im Kluftsystem des porösen Kalkuntergrundes.

Der gesamte Bergrücken inklusive Mont Noir ist fast durchgehend bewaldet und ist mit einer Fläche von 120 km² die grösste Waldfläche im Jura. Mächtige Fichten, Tannen, Buchen und Bergahorn bildeten in früheren Zeiten eine undurchdringliche Wildnis zwischen dem Vallée de Joux und der Franche-Comté. Bis Ende des 18. Jahrhunderts lebten noch Bären und Wölfe in diesem Urwald (wie es aussieht, ist heute der Wolf wieder daran, zurückzukehren). Nur auf der französischen Seite des Kammes gibt es ein paar grössere Lichtungen. Einziger Aussichtspunkt auf dem Bergrücken ist die Roche Champion (1327 m., auch Schweizer Thron genannt), eine Felsenkanzel etwa 100 m jenseits der Schweizer Grenze über dem Ort Chapelle-des-Bois. Ausser diesem Bauerndorf in der Senke zwischen Risoux und Mont Noir ist die ganze Kette unbesiedelt.

Fluchtweg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von Chapelle-des-Bois, wo die Mutter der Résistanceangehörigen Victoria Cordier wohnte, über den in den Fels gehauenen Pfad Gy de l'Echelle führte während des Zweiten Weltkrieges ein Fluchtweg bis zum Treffpunkt auf der Schweizer Seite in der Waldarbeiterhütte Hôtel d'Italie. Dort wurden die jüdischen Flüchtlingskinder von Anne-Marie Im Hof-Piguet von ihrem Vater, dem Forstinspektor Henri-Joseph Piguet, abgeholt, um nach Zürich zum Flüchtlingspfarrer Vogt gebracht zu werden.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • L. Reymond, Notice historique sur la forêt du Risoux, 1975
  • N. Zaric, La forêt du Grand Risoud, 1991
  • Victoria Cordier: Ce que je n'oublierai jamais. Journal d'une résistante comtoise. Editions du Belvédère, Pontarlier, Fleurier 2011, ISBN 978-2884191289.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]