Grenze zwischen Frankreich und der Schweiz

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Grenzverlauf Schweiz–Frankreich
Dreiländereck in Basel am Rheinhafen Kleinhüningen

Die Grenze zwischen Frankreich und der Schweiz hat eine Länge von 585 Kilometern.[1] Sie erstreckt sich auf der Westseite der Schweiz im Norden vom Kanton Basel-Stadt bis hin zum Kanton Wallis im Süden und ist Aussengrenze der Europäischen Union.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem Wiener Kongress von 1815, als die Zugehörigkeit der Kantone Wallis, Genf und Neuchâtel zur Schweiz anerkannt wurde, hat sich die Staatsgrenze zwischen Frankreich und der Schweiz – abgesehen von kleineren Gebietsabtauschungen – nur unwesentlich verändert.

Allerdings bildete der Abschnitt von Beurnevésin bis Basel von 1871 bis 1919 während der Zugehörigkeit des Elsass zum Deutschen Reich einen Teil der schweizerisch-deutschen, nicht der schweizerisch-französischen Grenze. Davon zeugt heute noch das ehemalige Dreiländereck Borne des Trois Puissances bei Beurnevésin im Kanton Jura. Ebenso ist auf zahlreichen Grenzsteinen erkennbar, dass die Buchstaben F und D umgemeisselt wurden.

Zum Schutz der schweizerischen Neutralität wurde der Schweiz über längere Zeit das Recht zugestanden, im Kriegsfall die nordsavoyischen Provinzen Chablais und Faucigny besetzen zu dürfen. Dieses Recht wurde jedoch niemals eingelöst und entfiel später.

Im Dappental wurde 1862 ein Gebietsaustausch vereinbart, um Frankreich einen besseren Zugang ins Pays de Gex zu ermöglichen, und zugleich ein gebühren- und zollfreier Durchgang zwischen La Cure und dem Vallée de Joux gewährt. Ein weiterer Gebietsabtausch erfolgte beim Bau des Emosson-Stausees: ein Grenzstreifen wurde auf der anderen Talseite abgetauscht, damit die Staumauer vollständig auf Schweizer Gebiet zu liegen kommt.

Die Schweiz ist 2008 dem Schengener Abkommen beigetreten, wodurch die regulären Personenkontrollen zwischen den beiden Ländern entfallen sind. Da die Schweiz jedoch weder der EU noch dem EWR angehört, bestehen weiterhin Warenkontrollen.

Verlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Staatsgrenze führt vom Dreiländereck Frankreich-Schweiz-Deutschland im Rhein bei Basel dem Jura entlang ins Genferseebecken, durch Genfersee und Chablais an die italienische Grenze zum Mont Dolent im Mont-Blanc-Massiv.

Der binationale Flughafen Basel-Mülhausen liegt auf französischem Staatsgebiet. Er kann seit seinem Bestehen von der Schweiz ohne französische Grenzkontrollen erreicht werden. Ebenso besteht von Frankreich her ein Zugang ohne Grenzkontrollen zum Flughafen Genf.

Das Netz der Strassenbahn Basel quert an mehreren Orten die Grenze: hin und zurück bei Leymen auf der Strecke Basel–Rodersdorf sowie im Verlauf der neu erbauten Verlängerung nach Saint-Louis; für eine weitere Linie bestehen Pläne.

Die europäische Grossforschungseinrichtung CERN bei Meyrin im schweizerischen Kanton Genf liegt beidseits der Grenze: grössere Teile ihrer unter der Erde errichteten Beschleunigerringe befinden sich auf französischem Gebiet: Zugänge bestehen auf beiden Seiten – es kann von Schweizer und von französischer Seite her betreten werden.

Das Skigebiet Portes du Soleil erstreckt sich auf Gebiete beidseits der Grenze; mehrere Seilbahnen queren die Grenze.

Ein Kuriosum ist das Hôtel Arbez Franco-Suisse in La Cure bei Saint-Cergue: Es wurde vor dem Gebietsabtausch im Dappental bewusst auf der späteren Grenze erstellt und befindet sich nun genau darauf.[2]

Höhenprofil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Höhendiagramm des Grenzverlaufs Schweiz–Frankreich

Anrainer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Grenze zwischen Frankreich und der Schweiz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landesgrenze
  2. Skurriles Hotel: Hier führt die Ländergrenze mitten durch das Bett