Roman Grinberg

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Roman Grinberg, 2017

Roman Grinberg, russisch Рома́н Ихи́льевич Гри́нберг (geboren 1962 in Bălți, Moldauische SSR) ist ein österreichischer Künstler und Musiker.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Roman Grinberg wurde 1962 als zweites von vier Kindern einer jüdischen Musikerfamilie geboren. Vater Ychiel war aktiver Klezmer-Musiker, Mutter Rima-Rivke unterrichtete Musik. Seinen ersten Klavierunterricht erhielt Roman Grinberg bereits mit fünf Jahren an der Musikschule in Bălți. 1972 emigrierte die Familie nach Israel, wo die Kinder von den Eltern in Musik weiter unterrichten wurden. Nach knapp drei Jahren in Israel übersiedelte die Familie nach Wien, wo Roman Grinberg am Konservatorium der Stadt Wien bei Roger Salander Klarinette studierte. Danach folgten Gesangsstudium bei Mayerhofer und Maurer, sowie Jazzorgel bei Rudi Wilfer und Saxofon bei Thomas Kugi. Mit seinem Vater und seinem Bruder Anatolij begann er im Alter von 15 Jahren auf jüdischen Hochzeiten und Bar Mizwas zu musizieren. Nach dem Tod seines Vaters gründete er 1983 gemeinsam mit seinem Bruder die Band Frejlech, mit der er bis heute in der Wiener Jüdischen Gemeinde aktiv musiziert.

Seit seiner Jugend befasst sich Roman Grinberg mit der jüdischen Musik. Dazu gehören unter anderem seine eigenen Kompositionen, klassische Klezmermusik, das von ihm gepflegte Genre „Jiddisch-Jazz“ sowie jiddische Lieder. Im Rahmen seiner eigens gegründeten Kulturinitiative KuBiK (Verein für Kunst, Bildung und Kommunikation) widmet er sich dem Abbau von Ressentiments und dem Kampf gegen Antisemitismus, Ausgrenzung und Fremdenfeindlichkeit, insb. im Kreise von Jugendlichen unterschiedlicher Herkünfte und Kulturen.

Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Roman Grinberg ist als Komponist, Arrangeur, Sänger und Pianist tätig und war an verschiedenen Film- und TV-Produktionen beteiligt. Am 21. Juli 2018 sowie am 18. April 2020 stand er jeweils im Mittelpunkt einer Folge der ORF-Serie Religionen der Welt. Seit 2012 ist Roman Grinberg Österreichs Vertreter im European Jewish Parliament mit Sitz in Brüssel und engagiert sich dort im Kulturkomitee. 2015 gründete Roman Grinberg gemeinsam mit dem österreichischen Musiker Georgij Alexandrowitsch Makazaria, dem ukrainischen Akkordeonist Alexander Shevchenko und dem russischen Violinisten Aliosha Biz das Bandprojekt Russian Gentlemen Club.[1] Darüber hinaus arbeitete er zusammen mit Persönlichkeiten der jüdischen Kunst- und Kulturszene, darunter mit Joshua Sobol für die Neuinszenierung dessen Produktion „Ghetto“ am Stadttheater Klagenfurt. In der jüdischen Kunstszene ist er auch als Darsteller sowie als musikalischer Leiter für Theaterproduktionen tätig:

1977 – 1983 Mitwirkung in der Klezmer-Kapelle des Vaters als Pianist
seit 1983 laufend Diverse Klezmer-Gruppen – künstlerische Leitung, seither internationale Konzerttätigkeit in diesem Genre
seit 1986 laufend Diverse Solo-Programme – Jüdische Musik & Humor
seit 1989 laufend Jiddisch-Jazz erstmals in Österreich vorgestellt, seither internationale Konzerttätigkeit in diesem Genre
1991 – 2013 Jüdisches Straßenfest der Kultusgemeinde – künstlerische Leitung des größten jüdischen Events Österreichs
seit 1995 laufend Schauspieler an div. Theatern, im TV und im Kino
1998 – 2004 Kulturkommission der IKG Wien – künstlerischer Berater
seit 2002 laufend Leitung Wiener Jüdischer Chor, seither internationale Konzerttätigkeit mit dem Chor[2]
seit 2004 laufend Vocal Coaching bei Jiddisch-Festivals, Jiddisch-Workshops und Theaterproduktionen
2009 – 2011 Jüdisches Theater "Mischpoche" – künstlerische Leitung
seit 2010 laufend KlezMetropol – Jüdische Musik im Bigband-Sound – künstlerische Leitung
2009 – 2014 Jiddischer Kulturherbst Wien – künstlerischer Berater
seit 2012 laufend Österreichs Vertreter im European Jewish Parliament, Mitglied der Kulturkommission
seit 2013 laufend European Jewish Choirs Festival – künstlerische Leitung[3]
seit 2014 laufend European Association of Jewish Choirs – Vizepräsident und künstlerischer Leiter
seit 2015 laufend Wiener Klezmer Orchester – künstlerische Leitung[4]
seit 2017 laufend Yiddish Culture Festival Vienna – Intendanz[5]
seit 2019 laufend Leitung Jiddisch-Singkurse an der VHS Wien im Jüdischen Institut für Erwachsenenbildung

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben diversen Prämierungen und Auszeichnungen erhielt Roman Grinberg die Goldene Menora 2011 in Birobidzan für seine außerordentlichen Verdienste um Völkerverständigung zwischen Juden und Nichtjuden.

2019 wurde ihm für sein Werk das Große Goldene Ehrenzeichen des Bundesverbandes der Jüdischen Gemeinden als „Kämpfer für Gerechtigkeit, Völkerversöhnung und Menschenwürde“ verliehen. Dabei wurde ihm vom Präsidenten der IKG der Ehrentitel "Botschafter des Judentums" verliehen.

Festivals[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Konzerte bei internationalen Festivals in diversen Formationen:

  • Klezmer Festival, Fürth, Deutschland
  • Festival Jüdischer Kultur, Berlin, Deutschland
  • KlezFest, St. Petersburg, Russische Föderation
  • Yiddish Fest, Moskau, Russische Föderation
  • Jewish Culture, Voronezh, Russische Föderation
  • Festival Jüdischer Kultur, Birobidjan, Russische Föderation
  • Cracovia Cantans, Krakau, Polen
  • Musica Sacra, Bielsko-Biała, Polen
  • Europe, Your Song, Barcelona, Spanien
  • Klezmer in Safed, Zfat, Israel
  • Tage der Weltmusik, Wien
  • Jüdische Kulturwochen, Wien
  • Jiddische Theaterwoche, Wien
  • KlezVienna, Wien
  • Jiddischer Kulturherbst, Wien
  • European Jewish Choirs Festival, Wien und Rom
  • Yiddish Culture Festival, Vienna

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1991: Frejlech sol sajn
  • 1995: Anita Ammersfeld – jiddische Lieder
  • 2001: Oj, Frejlech is mir
  • 2004: 15 Jahre Wiener Jüdischer Chor
  • 2007: Ose Shalom
  • 2009: A Bissele Glik
  • 2010: In the Klezmood
  • 2012: Wean Hean Volume 12
  • 2012: Oyfm Veg Aheym mit den Belzer Sisters
  • 2012: Arkady Gendler und seine Lieder
  • 2013: Wean Hean Volume 13
  • 2013: Oy Chanukka!
  • 2015: MUZIK mit dem Jazzorchester Klezmetropol
  • 2018: Russian Gentlemen Club
  • 2018: Reb Chaim and Friends 1
  • 2019: Live in Russia
  • 2020: Bay Mir Bistu Sheyn
  • 2020: Undzer Yiddishland
  • 2021: Reb Chaim and Friends 2 (w.i.p.)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Russian Gentlemen Club | hochzeitsbands.info. Abgerufen am 17. Februar 2021.
  2. www.wjchor.at
  3. www.euajc.com
  4. www.klezmerorchester.at
  5. www.yiddish.at