Rudolf III. von Sulz

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Graf Rudolf von Sulz mit Rosenkranz, neben dem schnupfenden Graf Eberhard von Nellenburg. (Landesmuseum Württemberg)

Rudolf III. von Sulz (* vor 1390; † 1431 vermutlich auf der Burg Balm) aus dem Geschlecht der Grafen von Sulz war seit 1410 Graf der Landgrafschaft Klettgau und Herr zu Rotenberg.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rudolf war ein Sohn des Hermann von Sulz und heiratete gemäß Ehekontrakt vom 6. Juli 1408, der „nach zwei Jahren die wirkliche Vermählung der Brautleute vorsah“, 1410 die Erbtochter des Graf Johann von Habsburg, Ursula von Habsburg-Laufenburg (* um 1390; † 1460 in Waldshut). Die Eheschließung bewirkte dann den Übergang der Landgrafschaft an Rudolf von Sulz.[1]

Sie hinterließen folgende Kinder:

Konflikt um Rheinau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die nicht im Ehekontrakt enthaltene Schirmvogtei des Klosters Rheinau wurde zum Ausgangspunkt eines Streits: „Graf Herman hielt seinen Sohn als Erben von Habsburg-Laufenburg für hinlänglich berechtigt, das Amt anzusprechen, das Gotteshaus dagegen übertrug es an den Herzog von Österreich.“ Dieser Zwiespalt führte zu einer langwierigen Auseinandersetzung, die Graf Hermann auch gewalttätig führte, Rudolf war dabei nur Zuschauer.[2] Letztlich führte der Konflikt zur Zerstörung der Burg Balm.

Ende der Burg Balm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rudolf III. lebte auf der Burg Balm mit seiner Frau Ursula und drei Söhnen (Johann, Rudolf und Alwig) bis zu seinem frühen Tod. Die Gräfin Ursula und die unmündigen Söhne Ludwig und Alwig lebten dort bis zur Zerstörung der Burg und der vorübergehenden Gefangennahme durch die Schaffhauser 1449. Schaffhausen zahlte auf kaiserlichen Druck später als Entschädigung dafür zehntausend Gulden, bestand jedoch erfolgreich darauf, dass die Burg Balm nie mehr neu erbaut werden durfte. Gräfin Ursula wohnte bis zu ihrem Tod (1460) in Waldshut.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Joseph Bader, Die Grafen von Sulz, in: Badenia, 1840.
  • Volker Schäfer: Die Grafen von Sulz, Diss. Tübingen 1969.
VorgängerAmtNachfolger
Graf Johann von HabsburgLandgraf im Klettgau
1408 (inoffiziell, vertreten durch seinen Vater); dann 1410–1431
Alwig X. von Sulz

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Josef Bader (1805–1883): Die Grafen von Sulz, ein heimathliches Gemälde, Badenia, (S. 153–172), 1840, Seiten 154 f. Abruf am 21. Februar 2022.
  2. Im Detail beschrieben bei Bader: Die Grafen von Sulz, Badenia 1840, S. 155 ff.