Rundblättrige Minze

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Rundblättrige Minze
Mentha suaveolens3.jpg

Rundblättrige Minze (Mentha suaveolens)

Systematik
Familie: Lippenblütler (Lamiaceae)
Unterfamilie: Nepetoideae
Tribus: Mentheae
Untertribus: Menthinae
Gattung: Minzen (Mentha)
Art: Rundblättrige Minze
Wissenschaftlicher Name
Mentha suaveolens
Ehrh.

Die Rundblättrige Minze (Mentha suaveolens) ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Minzen (Mentha). Sie wird oft mit der Hybride Hain-Minze (Mentha × villosa) verwechselt.

Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Rundblättrige Minze ist eine ausdauernde, krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 30 bis 80 Zentimeter erreicht. Sie bildet unterirdische Ausläufer aus. Der Stängel ist weichhaarig-zottig. Die Blätter sind rundlich-eiförmig und relativ klein. Sie sind auffallend kerbig gesägt und am Grund abgerundet bis herzförmig. Die Oberseite ist stark runzelig. Bei der Varietät Mentha suaveolens var. suaveolens ist die Unterseite filzig, bei Mentha suaveolens var. glabrescens (Timb.) Bässler sind beide Seiten verkahlend. Die Krone ist helllila bis fast weiß. Die Fruchtkapsel ist nicht eingeschnürt.

Die Pflanze ist fertil.

Die Blütezeit reicht von Juli bis September.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 24, seltener 18, 36 oder 54.[1]

Vorkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Rundblättrige Minze kommt in Europa, Makaronesien, Nordafrika, in der Türkei und in China vor.[2][3] In Süd- und West-Europa besiedelt sie nasse und zeitweilig überflutete Weiden (Flutmulden), Gräben und nasse Wegränder. Sie bevorzugt nährstoffreiche Böden und ist basenhold, d. h. sie bevorzugt basische Böden. Sie ist in Mitteleuropa eine Charakterart des Potentillo-Menthetum suaveolentis aus dem Verband Agropyro-Rumicion.[1] In Nord-Europa und Nord-Amerika ist die Art ein Neophyt.

Systematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Man kann folgende Unterarten unterscheiden[4]  :

  • Mentha suaveolens subsp. suaveolens: Sie kommt in Makaronesien, in Europa und im Mittelmeergebiet vor und ist besonders in Nordamerika ein Neophyt.[4]
  • Mentha suaveolens subsp. timija (Coss. ex Briq.) Harley: Sie kommt in Marokko vor.[4]

Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Rundblättrige Minze wird als bodendeckende Nutzpflanze in Gärten genutzt. Im Süden ist sie verbreitet, in der Mitte und im Norden selten. Sie ist eine Heil- und Duftpflanze. Es ist nur Mentha suaveolens var. suveolensa in Kultur.

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Eckehart J. Jäger, Friedrich Ebel, Peter Hanelt, Gerd K. Müller (Hrsg.): Rothmaler - Exkursionsflora von Deutschland. Band 5: Krautige Zier- und Nutzpflanzen. Spektrum Akademischer Verlag, Berlin Heidelberg 2008, ISBN 978-3-8274-0918-8.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. Unter Mitarbeit von Angelika Schwabe, Theo Müller. 8., stark überarbeitete und ergänzte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2001, ISBN 3-8001-3131-5, S. 817–818.
  2. World Checklist of selected Plant Families. Mentha suaveolens Ehrh. Kew Royal Botanic Gardens, abgerufen am 20. September 2011 (englisch, Verbreitung).
  3. Xi-wen Li & Ian C. Hedge: Lamiaceae in der Flora of China, Volume 17, S. 236: Mentha suavolens - Online. (Abschnitt Beschreibung, Systematik).
  4. a b c Rafaël Govaerts (Hrsg.): Mentha suaveolens - Datenblatt bei World Checklist of Selected Plant Families des Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew. Zuletzt eingesehen am 27. Februar 2016.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Rundblättrige Minze – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien