Rundkirche (Äthiopien)

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Typische Rundkirche in Äthiopien

Die Rundkirche in Äthiopien hat sich seit dem 16. Jahrhundert durchgesetzt und ist heute die charakteristische Form des Kirchenbaus. Äußerlich sehen diese Kirchen aus wie große Tukuls (runde Wohnhäuser), im inneren sind sie meistens in drei Bereiche aufgeteilt: Das Kene Mahalet, das Mäkdas und das Kedus Kedusan.

Gestaltung des Innenraums[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Kene Mahalet ist ein halboffener äußerer Rundgang, der durch eine Wand von den beiden inneren Abschnitten getrennt ist. Es kann von jedem betreten werden, der Boden ist mit Teppichen ausgelegt und im Eingangsbereich befinden sich Stühle für die Alten und die Kinder, denn der äthiopisch-orthodoxe Gottesdienst wird stehend gefeiert. Hier singen die Depteras (Kirchensänger), während sich die Gemeinde beim Gottesdienst im Freien vor der Kirche versammelt. Durch Türen dürfen nur die Priester in den zweiten Bereich eintreten, das Mäkdas (Heiligtum). Dort werden die großen Röhrentrommeln (kebero) und Sistren für den Gottesdienst aufbewahrt. Der Boden ist ebenfalls mit Teppichen ausgelegt. Das Kedus Kedusan ist das Allerheiligste und bildet das Zentrum. Es ist rechteckig und beinhaltet den Altar und den Tabot, eine Art Bundeslade aus Holz. Alle Wände sind mit Ornamenten und Heiligenbildern bemalt.

Das konische Dach wird an seiner Spitze über dem Mittelpfosten üblicherweise von einem Kreuz mit sieben Straußeneiern bekrönt, die eine magische Bedeutung besitzen.

Bekannte Rundkirchen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • La Verle Berry, Richard Smith: Churches and Monasteries of Lake Tana, Ethiopia, 1972. In: Africa: Rivista trimestrale di studi e documentazione dell’Istituto italiano per l’Africae l’Oriente, Anno 34, No. 1/2. März–Juni 1979, S. 1–34
  • Friedrich Heyer: Die Kirche Äthiopiens. (Theologische Bibliothek Töpelmann, 22. Band) Walter de Gruyter, Berlin 1971, S. 27–34
  • Sylvia Pankhurst: Ethiopia. A Cultural History. Lalibela House, Essex 1955, S. 164–176.