Ruprecht III. (Nassau)

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Das Wappen der Grafen von Nassau

Ruprecht III. der Streitbare von Nassau (auch Rupert III.) († 23/28. Dezember 1191)[1][2] war ein Graf von Nassau aus dem gleichnamigen Geschlecht. Er trat insbesondere durch seine allgemeine politische Tätigkeit als Gefolgsmann des Kaisers Friedrich I. Barbarossa in Erscheinung und nahm am Dritten Kreuzzug teil.[3]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Burg Nassau

Ruprecht war wahrscheinlich ein Sohn des Grafen Arnold II. von Laurenburg; seine Mutter ist unbekannt.[1][2][4] Anders als sein Vater nannte er sich nicht nach der Burg Laurenburg, sondern nach der Burg Nassau.[3]

Ruprecht wird zwischen 1160 und 1190 als Graf von Nassau erwähnt. Er regierte mit seinem Vetter Heinrich I. und später mit seinem Vetter Walram I.[1][2]

Ruprecht gehörte zu den vertrauten Räten des Kaisers Friedrich I. Barbarossa, in dessen Umgebung wir ihn meistens finden. In den Jahren 1161 und 1162 war er mit dem Kaiser vor Mailand; ob er an den weiteren Zügen nach Italien in den Jahren 1166 und 1167 teilnahm, bleibt zweifelhaft; ebenso ist die Beteiligung an dem unglücklichen Zuge 1174–1176, wenn auch wahrscheinlich, doch nicht nachweisbar. Es wird gleichfalls anzunehmen sein, dass er auf Kaiser Friedrichs berühmtem Mainzer Hoftag von 1184 nicht fehlte.[3]

Ruprecht war 1172 Vogt des Klosters Schönau und ab 1182 Vogt von Koblenz. Er ist in der Aufschrift einer um das Jahr 1175 zu datierenden Münze, die Siegen als civitas bezeichnet, als Ruoberdus comes genannt.[5]

Rupert nahm zusammen mit seinem Vetter Walram am Dritten Kreuzzug unter Kaiser Friedrich teil und führte 1190 den vierten Heerhaufen.[6] Mit seinem Vetter Walram und dem Grafen Heinrich von Diez bildete er die Begleitung des gegen Ende des Jahres 1188 als Gesandter an den Kaiser Isaak II. Angelos abgeordneten Bischofs Hermann II. von Münster. Der Gesandtschaft, die zwar nach Konstantinopel gelangte, wurde aber vom byzantinischen Kaiser feindselig behandelt und in Gefangenschaft gehalten.[7][8] Sie wurden freigelassen, als sich die Kreuzzugsarmee näherte.[9] Am 28. Oktober 1189 trafen Rupert und seine Leidensgenossen vor Philippopel wieder beim Kreuzheer ein.[7] Über seiner weiteren Beteiligung an dem Kreuzzug ist mit Sicherheit nichts bekannt; es scheint, dass er bis nach der Einnahme von Akkon ausgehalten hat und dann während der Rückfahrt auf See gestorben ist.[3][10] Sein Sohn Hermann war sein Nachfolger.

Nachkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ruprecht hat möglicherweise zuerst eine Tochter von Wilhelm von Gleiberg, Graf von Gießen, geheiratet.[1][2][11]
Ruprecht heiratete in oder vor 1169[2] mit Elisabeth von Leiningen († 20. Juni um 1235/38),[4][12] eine Tochter des Grafen Emich III.[1][13] Als Witwe verwendete sie den Titel Gräfin von Schaumburg.[2] Mit ihr hatte er zwei Kinder:[1][2][4][9]

  1. Hermann († 16. Juli vor 1206), Graf von Nassau 1190–1192, später Kanoniker zu Mainz.
  2. Lukardis († vor 1222); ⚭ vor 27. Februar 1204 Graf Hermann V. (III.) von Virneburg († nach 1254).[14]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • A.W.E. Dek: Genealogie van het Vorstenhuis Nassau. Europese Bibliotheek, Zaltbommel 1970 (niederländisch).
  • H.F.J. Hesselfelt: De oudste generaties van het Huis Nassau. In: De Nederlandsche Leeuw, Maandblad van het Koninklijk Nederlandsch Genootschap voor Geslacht- en Wapenkunde. Nr. 11, 1965, S. 354–365 (niederländisch).
  • Alfred Lück: Siegerland und Nederland. 2. Auflage. Siegerländer Heimatverein e.V., Siegen 1981.
  • Wilhelm Sauer: Ruprecht III., Graf von Laurenburg-Nassau. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 29, Duncker & Humblot, Leipzig 1889, S. 730 f.
  • Wilhelm Sauer: Graf Walram I. von Nassau. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 40, Duncker & Humblot, Leipzig 1896, S. 776–778.
  • Kenneth M. Setton, Harry W. Hazard, Robert Lee Wolff, Norman P. Zacour, Marshall Whithed Baldwin: A History of the Crusades: The Later Crusades, 1189-1311. Revised 2005. University of Wisconsin Press, Madison 1969 (englisch).
  • A.A. Vorsterman van Oyen: Het vorstenhuis Oranje-Nassau. Van de vroegste tijden tot heden. A.W. Sijthoff & J.L. Beijers, Leiden & Utrecht 1882 (niederländisch).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f Dek (1970).
  2. a b c d e f g Hesselfelt (1965).
  3. a b c d Sauer (1889).
  4. a b c Cawley (Nassau).
  5. Unser Krönchen – Band 1. Verlag Vorländer, 1983, S. 15.
  6. Lück (1981), S. 18.
  7. a b Sauer (1896).
  8. Setton, et al. (2005), S. 896.
  9. a b Vorsterman van Oyen (1882).
  10. Gislebert von Mons: Chronicon Hanoniense. In: Wilhelm Arndt (Hrsg.): Monumenta Germaniae Historica SS. Band 21, 1869, S. 579.
  11. Diese mögliche Ehe wird von Cawley (Nassau) nicht erwähnt.
  12. Cawley (Palatinate).
  13. Laut Cawley (Palatinate) war sie keine Tochter des Grafen Emich III. von Leiningen, sondern seines Bruders, dessen Name unbekannt ist.
  14. Dek (1970) und Hesselfelt (1965) erwähnen dass Lukardis zuerst um 1200 mit Gebhard IV. von Querfurt, Burggraf von Magdeburg († Querfurt, 1213) und dann 1214 mit Graf Hermann V. von Virneburg verheiratet war. In einer früheren Version gab Cawley (Nassau) an, dass begründete Zweifel besteht, ob Lukardis zuerst mit Gebhard von Querfurt verheiratet war. In Anbetracht des Datums einer Urkunde (27. Februar 1204), in der die Mutter von Lukardis mit Erlaubnis von Hermann von Virneburg und seiner Frau Lukardis Eigentümmer verkauft, können Lukardis und Hermann nicht erst 1214 geheiratet haben. Und da Gebhard von Querfurt erst 1213 verstarb, ist eine Heirat mit Lukardis sehr unwahrscheinlich. Die erste Ehe wurde seitdem vollständig von der Website von Cawley entfernt. Vorsterman van Oyen (1882) erwähnt nur die Ehe von Lukardis mit Graf Hermann von Virneburg.
VorgängerAmtNachfolger
-Graf von Nassau
1160–1190
Hermann