Ruthenium(IV)-oxid

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Kristallstruktur
Kristallstruktur von Ruthenium(IV)-oxid
__ Ru4+      __ O2−
Allgemeines
Name Ruthenium(IV)-oxid
Andere Namen

Rutheniumdioxid

Verhältnisformel RuO2
CAS-Nummer
  • 12036-10-1 (wasserfrei)
  • 32740-79-7 (Hydrat)
Kurzbeschreibung

schwarzes, geruchloses Pulver[1]

Eigenschaften
Molare Masse 133,07 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

6,97 g·cm−3[1]

Schmelzpunkt

> 955 °C[1]

Löslichkeit

praktisch unlöslich in Wasser[1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [2]
07 – Achtung

Achtung

H- und P-Sätze H: 319
P: 305+351+338 [2]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [3][1]
Reizend
Reizend
(Xi)
R- und S-Sätze R: 36
S: 26​‐​39
Toxikologische Daten

4580 mg·kg−1 (LD50Ratteoral)[1]

Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
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Ruthenium(IV)-oxid ist eine chemische Verbindung des Rutheniums aus der Gruppe der Oxide.

Gewinnung und Darstellung[Bearbeiten]

Ruthenium(IV)-oxid kann zum Beispiel durch Hydrolyse von Rutheniumhalogeniden (z. B. Ruthenium(III)-chlorid) gewonnen werden.[4]

Eigenschaften[Bearbeiten]

Ruthenium(IV)-oxid ist ein schwarzes, geruchloses Pulver. Es kommt außer als Anhydrid auch hydratisiert vor, welches dann oberhalb von 75 °C Kristallwasser abspaltet. Es besitzt eine Rutil-Kristallstruktur[5][6] ähnlich der von Titandioxid.

Verwendung[Bearbeiten]

Ruthenium(IV)-oxid wird für die Beschichtung von Titan-Anoden, wie sie beispielsweise für die Chloralkali-Elektrolyse benötigt werden, und in der Elektronikindustrie verwendet.[7][8] Außerdem wird Rutheniumoxid in Widerstandsthermometern für extrem tiefe Temperaturen verwendet.[9]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f Eintrag zu CAS-Nr. 12036-10-1 in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 1. Juni 2010 (JavaScript erforderlich)
  2. a b Datenblatt Ruthenium(IV) oxide bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 22. April 2011 (PDF).
  3. Für Stoffe ist seit dem 1. Dezember 2012, für Gemische seit dem 1. Juni 2015 nur noch die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung zulässig. Die EU-Gefahrstoffkennzeichnung ist nur noch auf Altbeständen zu finden und von rein historischem Interesse.
  4. Schafer, H., Z.an.allg. Chem. 1963, 319, 327
  5. Wyckoff, R.W.G.. Crystal Structures, Vol. 1. Interscience, John Wiley & Sons: 1963.
  6. Wells, A.F. (1975), Structural Inorganic Chemistry (4th ed.), Oxford: Clarendon Press
  7. De Nora,O.; Chem. Eng. Techn., 1970, 42, 222.
  8. Iles, G.S.; Platinum Met. Rev., 1967,11,126.
  9. A low noise thermometer readout for ruthenium oxide resistors. REVIEW OF SCIENTIFIC INSTRUMENTS VOLUME 73, NUMBER 10, Oktober 2002, abgerufen am 4. August 2011 (PDF; 186 kB).