Ryanodin

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Strukturformel
Struktur von Ryanodin
Allgemeines
Name Ryanodin
Andere Namen

6-(1-α,5a-β,8a-β,9-Pentahydroxy-7-β-isopropyl-2-β,5-β,8-β-trimethylperhydro-8b-α,9-epoxy-5,8-ethanocyclopenta-[1,2-b]indenyl)pyrrol-2-carboxylat

Summenformel C25H35NO9
CAS-Nummer 15662-33-6
PubChem 5114
Kurzbeschreibung

weißer Feststoff[1]

Eigenschaften
Molare Masse 493,55 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Schmelzpunkt

219–220 °C[1]

Löslichkeit

leicht löslich in Wasser[1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP)[2], ggf. erweitert[1]
07 – Achtung 09 – Umweltgefährlich

Achtung

H- und P-Sätze H: 302​‐​312​‐​410
P: 273​‐​391​‐​302+352 [1]
Toxikologische Daten

650 mg·kg−1 (LD50Mausoral)[3]

Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden

Das Diterpenderivat Ryanodin ist eine weißliche lichtempfindliche Substanz, die in Methanol und Ethanol löslich ist.[4] Es ist ein Inhaltsstoff der Pflanze Ryania speciosa aus Südamerika und wird schon seit etwa 200 Jahren als Insektizid benutzt.[5][6]

Ryanodin ist bereits in geringen Mengen auch für den Menschen giftig. Es bindet an den nach ihm benannten Ryanodin-Rezeptoren, die vor allem in der quergestreiften Skelettmuskulatur und der Herzmuskulatur vorkommen und bewirkt einen Calciumausstrom aus dem sarkoplasmatischen Retikulum. Bei einer Intoxikation kommt es zu andauernden Muskelkontraktionen.[6]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e Eintrag zu Ryanodin in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 1. Februar 2016 (JavaScript erforderlich).
  2. Eintrag zu 6-(1α,5aβ,8aβ,9-pentahydroxy-7β-isopropyl-2β,5β,8β-trimethylperhydro-8bα,9-epoxy-5,8-ethanocyclopenta[1,2-b]indenyl) pyrrole-2-carboxylate im Classification and Labelling Inventory der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA), abgerufen am 1. Februar 2016. Hersteller bzw. Inverkehrbringer können die harmonisierte Einstufung und Kennzeichnung erweitern.
  3. Eintrag zu Ryanodin in der ChemIDplus-Datenbank der United States National Library of Medicine (NLM).
  4. Tocris: Ryanodine Cat. No. 1329, abgerufen am 25. Juli 2015.
  5. Lexikon der Biologie: Ryanodin – Lexikon der Biologie, abgerufen am 25. Juli 2015.
  6. a b Rudolf Hänsel,Otto Sticher: Pharmakognosie - Phytopharmazie. Springer-Verlag, 2007, ISBN 978-3-540-34281-6, S. 1468 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).