Sándor Barcs

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Sándor Barcs (* 10. November 1912 in Szeged; † 7. Januar 2010 in Budapest) war ein ungarischer Politiker, Journalist, Autor und Sportfunktionär. Er war u. a. Präsident des ungarischen Fußballverbandes MLSZ. Während des Kalten Krieges bekleidete er weitere Ämter, vor allem im staatlichen Medienbereich.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2003 wurde ihm durch Sándor Dorogi im Auftrag der Nachrichtenagentur MTI die Auszeichnung "Goldener Ring" überreicht, was in Journalistenkreisen - auf Grund der nicht unumstrittenen politischen Vergangenheit des Geehrten (er war u.a. beisitzender Richter des Schauprozesses und Mitunterzeichner des Todesurteils gegen László Rajk[1]) - auf geteilte Resonanz stieß.[2]

Politische Funktionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • ab 1948 Präsident des Ungarischen staatlichen Rundfunks[2]
  • Präsident der Ungarischen Nachrichtenagentur MTI[2]
  • Mitglied des Präsidialrates der Ungarischen VR[2]
  • Präsident des Ungarischen Journalistenverbandes MÙOSZ[2]
  • beisitzender Richter des Schauprozesses und Mitunterzeichner des Todesurteils gegen László Rajk[1]
  • Präsident des Ungarischen Fußballverbandes MLS[3]
  • Vizepräsident des Europäischen Fußballverbandes UEFA[3]
  • von 7. Juli 1972 bis 15. März 1973 nach dem Tod von Gustav Wiederkehr Interimspräsident des Europäischen Fußballverbandes UEFA[3]
  • Vizepräsident des Weltfußballverbandes FIFA von 1972 bis 1974[3]
  • 18 Jahre lang Mitglied des Exekutivkomitees des europäischen Fußballverbandes UEFA[3]
  • Mitglied des Exekutivkomitees des Weltfußballverbandes FIFA[3]

1965 erschien sein Buch György Szepesi in Ungarn. Ein Zitat aus dem Buch lautet: „Wir leben, um dem Volk zu dienen, und Du (György Szepesi) - wie wir dies bereits in der Redaktion der ‚Zeitung‘ feststellen konnten - hast Dich, auch als Kommunist, mit strenger Disziplin daran gehalten.“

Jimmy Hogan hat uns alles gelehrt, was wir über Fußball wissen.“ Dieser Satz stammt von Sándor Barcs, nach dem 6:3-Sieg der Ungarischen Fußball-Nationalmannschaft 1953 im Wembley-Stadion in London. Es war der erste Auswärtssieg eines Teams vom Kontinent gegen das sogenannte Mutterland des Fußballs im eigenen Land.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Kicker mit Vergangenheit, Sándor Barcs als beisitzender Richter des Schauprozesses gegen László Rajk, in „Der Spiegel“ vom 7. August 1972, siehe http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-42920125.html, aufgerufen am 15. Januar 2010
  2. a b c d e Haas György: Auszeichnung eines ehemaligen Geheimagenten – Sándor Barcs im höchsten Glanze seines Ruhmes. In: DunaNovaPress. 25. Februar 2003, archiviert vom Original am 27. September 2007; abgerufen am 3. Januar 2015.
  3. a b c d e f Europa trauert um Sándor Barcs. In: UEFA.com. 8. Januar 2010; abgerufen am 3. Januar 2015 (Nachrufartikel des Europäischen Fußballverbandes UEFA zum Tod von Sándor Barcs).
  4. Aufstellung aller durch den Bundespräsidenten verliehenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ab 1952 (PDF-Datei; 6,59 MB)