Super Video Home System

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Super Video Home System
S-VHS Logo.svg
VHS-Kassette 01 KMJ.jpg
Bandbreite: ½"
Farbe: Unterträger
Ton: Längsspur,

Hifi auf Schrägspur

Laufzeit: SP: 0,5–5 Stunden (PAL)

0,5–3,5 Stunden (NTSC).

Doppelte Lauflänge

im LP-Modus

Einführung: 1987

Super Video Home System (S-VHS) ist ein verbesserter, abwärtskompatibler VHS-Standard für Heimvideo. Er ist 1987 von der Firma JVC eingeführt worden.

Verbesserung der Bildqualität[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

S-VHS bietet eine gegenüber VHS verbesserte horizontale Bildauflösung. Die Farbaufzeichnung ist identisch zum VHS-System. Die horizontale Bildauflösung wurde um etwa 60 Prozent gegenüber VHS verbessert (−10 dB bei 4,9 MHz statt bei 3 MHz), was etwa 500 statt 320 Linienpaaren entspricht.

Eigenschaft VHS S-VHS Video-8 Hi-8
FM-Hubbereich für Luminanzträger 3,8...4,8 MHz 5,5...7,0 MHz 4,2...5,4 MHz 5,7...7,7 MHz
Frequenzbereich für Luminanzträger 1,3...7,3 MHz 1,3...11,2 MHz 1,8...7,8 MHz 1,8...11,6 MHz
Frequenz für Synchronpegel 3,8 MHz 5,5 MHz 4,2 MHz 5,7 MHz
Frequenz für Blanking 4,1 MHz 5,98 MHz 4,56 MHz 6,3 MHz
Frequenz für Weiß 4,7 MHz 6,84 MHz 5,28 MHz 7,5 MHz
Frequenzbereich für Chrominanzträger 0,1...1,15 MHz 0,1...1,15 MHz 0,2...1,25 MHz 0,2...1,25 MHz
Chrominanzträger-Frequenz 629 kHz 629 kHz 743 kHz 743 kHz
Hifi-FM-Tonträgerfrequenzen 1,4 + 1,8 MHz 1,5 + 1,7 MHz

Die höhere Horizontalauflösung wurde durch eine höhere Trägerfrequenz des frequenzmodulierten Helligkeitssignals ermöglicht. Die −10 dB-Videobandbreite beträgt 4,9 MHz gegenüber VHS mit nur 3 MHz. Weiterhin wurde der FM-Hubbereich gegenüber VHS von 1,0 MHz auf 1,6 MHz erhöht, was das Signal-Rausch-Verhältnis um ca. 4 dB verbessert. Diese hohen Frequenzen können aber von einfachen VHS-Bändern nicht zuverlässig aufgezeichnet werden. Deshalb werden für S-VHS typischerweise spezielle hochwertigere eisenoxidbeschichtete Bänder mit erhöhter Magnetpartikeldichte verwendet. Die Kassetten entsprechen in den Maßen VHS-Kassetten und können auch als solche verwendet werden, haben als Kennung aber eine Öffnung auf der Unterseite, anhand dessen S-VHS-Recorder die Kassette erkennen und auf S-VHS-Betrieb umschalten. Einige neuere Geräte erlauben zudem die Verwendung von gewöhnlichen VHS-Kassetten für Aufnahmen im S-VHS-Format (JVC nennt diese Funktion „S-VHS ET“). Die Qualität fällt dabei abhängig vom verwendeten Band sehr unterschiedlich aus und ist bei minderwertigen Bändern unter Umständen sogar schlechter als VHS, bei hochwertigen VHS-Kassetten ist hingegen oft eine annähernd mit echten S-VHS-Kassetten vergleichbare Bildqualität möglich.

Ein weiteres entscheidendes Kriterium für die bessere Bildqualität des S-VHS-Systems gegenüber VHS ist die Trennung von Helligkeits- und Farbsignal, nicht nur bei der Aufzeichnung (wie auch von VHS geboten), sondern auch auf den Signalwegen zu den Endgeräten, also in Verbindungskabeln und Steckern.

S-VHS kann theoretisch sogar ein besseres Bild als terrestrisch ausgestrahltes Analogfernsehen bieten. Besonders Amateurfilmern kam die bessere Bildqualität – erreicht durch Trennung des Helligkeits- (Y) und des Farbsignals (C) – sehr entgegen, weil sie S-VHS Schnittkopien in annehmbarer Qualität erlaubte.

Die Verbreitung von S-VHS[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

S-VHS-Recorder hatten einen relativ geringen Marktanteil. Im gewöhnlichen Heimgebrauch zum Aufzeichnen von TV-Sendungen war für den Großteil der Bevölkerung VHS völlig ausreichend, es gab kaum Bedarf an einem qualitativ höherwertigen Videosystem. Weitere Gründe dürften die höheren Anschaffungskosten bei Recordern und Aufnahmemedien, sowie fehlende Film-Kaufkassetten gewesen sein. In der Anfangszeit von S-VHS gab es obendrein das Problem, dass es nur wenige Fernseher mit S-Video-Eingang gab und dadurch die volle Qualität von S-VHS gar nicht ausgenutzt werden konnte. Beim Composite-Anschluss erhöhen sich mit der bei S-VHS viel größeren Helligkeitsbandbreite die Probleme des Übersprechens mit dem Farbsignal.

Recht beliebt war S-VHS bei Amateur- und semiprofessionellen Filmern, da das System eine im Vergleich zu VHS erheblich bessere Bildqualität zu auch für den Normalverbraucher erschwinglichen Preisen bot. Mit hochwertigen S-VHS-Recordern und -Bändern waren Aufnahmen möglich, die sich auf einem gewöhnlichen Fernsehapparat kaum von einer heutigen Digitalaufnahme unterscheiden ließen.

Auch im medizinischen Bereich war S-VHS recht häufig anzutreffen, beispielsweise zur Aufzeichnung von Ultraschallbildern oder endoskopischen Untersuchungen.

JVC HR-S4700 Super-VHS Videorecorder aus den frühen 90er Jahren

Im Profibereich führte S-VHS nur ein Schattendasein. Der Erfinder des Systems, JVC, vermarktete es unter dem Namen Professional-S. Diese Rekorder konnten in Schnittplätze integriert werden und besaßen teilweise Schnittstellen für den Anschluss von Computern zur Steuerung. Obwohl das Farbrauschen bei einer einfachen Aufzeichnung noch erträglich ist, kommt (wie bei VHS) eine Farbrauschreduktion zum Einsatz, was bei Band-Kopien zum VHS-typischen Ausbluten der Farbe führt.

Fernsehsender mit geringen finanziellen Mitteln, besonders in Entwicklungsländern, benutzen auch heute noch S-VHS oder sogar VHS.

Heute ist S-VHS wie auch VHS veraltet, beide Formate wurden im Heimbereich weitestgehend von DVD-Video verdrängt. Im semiprofessionellen Bereich wird statt S-VHS heute häufig DV und DVCAM verwendet.

Von S-VHS wurde auch eine Kompakt-Variante namens S-VHS-C entwickelt (siehe VHS-C) und konnte in entsprechenden Camcordern verwendet werden. S-VHS- und S-VHS-C-Kassetten sind bis heute im Fachhandel erhältlich.

S-VHS-Cassetten dienen beim ADAT (und vergleichbaren Geräten anderer Hersteller) als Medium für digitale 8-Spur-Tonaufnahmen.

S-Video[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bezeichnung S-VHS wird oft fälschlicherweise für S-Video benutzt. S-VHS ist aber ein Videoband-Aufzeichnungsverfahren, während S-Video die Beschaffenheit des Signalwegs in Kabeln und Steckern beschreibt und als Abkürzung für „Separated Video“ steht. Beispielsweise besitzen Grafikkarten keinen S-VHS-Ein-/Ausgang, richtig bezeichnet ist es ein S-Video-Ein-/Ausgang. Die heute übliche Steckerform für S-Video ist der sogenannte Hosidenstecker, der die Trennung von Luminanz (Schwarz-Weiß-Signal) und Chrominanz (Farbsignal) möglich macht. Im Gegensatz dazu steht der Composite-Ein-/Ausgang, der die beiden Signale zusammenfasst und deshalb mit einem einfachen (gelben) Cinchstecker auskommt.

Ende der 1980er-Jahre wurden S-Video-Anschlüsse mit den damals neuen S-VHS-Camcordern und Hi8-Videokameras eingeführt. Mit der Verbreitung der DVD-Player, AV-Receiver und digitalen Camcorder hat sich dann mehr und mehr der Begriff S-Video für diese Anschlussart durchgesetzt. Kabel und Stecker (Hosiden) sind gleich geblieben. Daher ist die Bezeichnung „S-VHS-Kabel“ nicht unbedingt falsch.

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heinrich Hübscher, Rolf Szapanski: Elektrotechnik Fachbildung Kommunikationselektronik, Teil 2: Radio- und Fernsehtechnik. Westermann, Braunschweig 1997, ISBN 3-14-221430-5, S. 393
  • Wilhelm Benz: Tabellenbuch Radio- und Fernsehtechnik, Funkelektronik. 3. Auflage. Kieser, Neusäß 1993, ISBN 3-88173-060-5
  • Jürgen Burghardt: Handbuch der professionellen Videorekorder. Essen 1994, ISBN 3-930524-01-5