SMJG

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SMJG e.V.
Logo der SMJG
Zweck: Unterstützung von jungen sexuell Devianten[1]
Vorsitz:
Gründungsdatum: 29. April 2010 [2]
Sitz: Berlin
Website: www.smjg.org

Die SMJG ist ein im deutschsprachigen Raum tätiger eingetragener Verein, der Jugendarbeit in den Bereichen BDSM und Sexualaufklärung leistet.

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Die aus einer Eigeninitiative von Jugendlichen hervorgegangene Gruppe steht hierbei seit Herbst 2000 jungen Sadomasochisten als klassisch niedrigschwelliges Informations- und Hilfsangebot zur Verfügung, zunächst rein webbasiert, seit 2002 auch mit Realtreffen (Stammtischen). Die Gruppe richtet sich hierbei gezielt an interessierte Jugendliche und junge Erwachsene, und ist eine der größten überregionalen BDSM-Gruppen im deutschsprachigen Raum.

Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Abkürzung steht für BDSM & JuGend und hat sich aus dem ursprünglichen Namen Sadomasochistische Jugendgruppe entwickelt. Die Gruppe wurde im August 2000 von einem damals 15-jährigen gegründet, nachdem dieser nirgendwo auf alters- und interessenspezifische Informationsangebote zum Thema BDSM stieß, und entwickelte sich im Laufe der folgenden Jahre von einem zunächst rein webbasierenden Projekt zu einer bundesweiten Vernetzung Interessierter bis 27 Jahre. Zu dieser Einzelinitiative stießen in den Anfangsjahren noch ein Programmierer für die technische Umsetzung und die Bewältigung der Daten sowie eine Betreuerin für die ratsuchenden Jugendlichen.

Der Verein hat sich schnell zu einer der größten überregionalen BDSM-Gruppen im deutschsprachigen Raum entwickelt und gilt allgemein als wichtiger Teil der deutschsprachigen BDSM-Subkultur, da sie interessierten Jugendlichen sowohl gleichaltrige Ansprechpartner als auch detaillierte Informationen zum Thema bietet, um somit mögliche Unfälle durch das Vermitteln von Fachwissen zu verhindern. Der Verein ist seit dem 29. April 2010 ein gemeinnütziger eingetragener Verein mit Sitz in Berlin.

Arbeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stand der SMJG auf der German Fetish Fair 2013

Zum Einen stellt der Verein ein Informationsangebot zu den Themen BDSM und Sexualität bereit, zum Anderen bietet sie mit ihrem Kommunikationswerk – vor allem über ihr Internetforum – interessierten Jugendlichen die Möglichkeit, sich mit ihrer Peer Group über den Themenkomplex auszutauschen. Die Gruppe bietet unter anderem detaillierte Informationen zu potentiellen Risiken und Sicherheitshinweisen zum Thema BDSM und Sexualität, allgemein aber auch jugendspezifische Hilfen zu Themen wie Coming-out oder BDSM und Eltern und umfangreiche Literaturhinweise.

Die Gruppe organisiert in 37 deutschen und drei österreichischen Städten Stammtische[3], die sich ausschließlich an interessierte Jugendliche und junge Erwachsene richten. Die Veranstaltungen der Gruppe stehen jedem bis zum Alter von 27 Jahren offen. Zudem präsentiert sich die SMJG auf Szenemessen, informiert über die Aufklärungsarbeit und spricht aktiv junge szeneaffine Menschen an.

Neben den Stammtischen betreibt die Gruppe eine Mailingliste, ein themenbezogenes Internetforum und einen IRC-Chat. Dadurch stellt die Gruppe nicht nur an den Standorten, an denen sie direkt vertreten ist, sondern flächendeckend im gesamten deutschsprachigen Raum eine Anlaufstelle für junge Menschen mit Interesse am Thema BDSM dar.

Kontroverse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ende Juni 2012 wurde die SMJG von jugendschutz.net angehalten, in Bezug auf das offizielle Webforum Schutzmaßnahmen einzurichten, um den Auflagen für Jugendschutz im Internet gerecht zu werden, mit dem Hinweis, dass ansonsten die Kommission für Jugendmedienschutz eingeschaltet werden würde. Um eine mögliche Indizierung zu vermeiden, wurde für das Forum eine Uhrzeitregelung eingeführt.[4] Dies wird von Nutzern der SMJG als Diskriminierung empfunden.[5]

Anfang 2017 beantragte ein städtisches Jugendamt bei der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien, das Onlineangebot des SMJG e.V. in die Liste der jugendgefährdenden Medien aufzunehmen. Dieser Antrag wurde jedoch klar abgelehnt, da "der Inhalt des Angebots in keiner Weise eine Indizierungsrelevanz aufweist".[6] Die Argumentation des Antragstellers ist nicht öffentlich einsehbar.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Daniel Erk: Der schöne Schmerz. In: NEON. Dezember 2006, 17. November 2006 (Online).
  • aZrael / Tigakatze / Ratti: 10 Jahre SMJG. In: Schlagzeilen. SZ110, 2010, S. 33–34 (Online).
  • Sabine Janoschek, Karin Fellner: Gefesselt im Netz. Hrsg.: Universität Wien. Wien 2008 (Online).
  • SM International. In: Journal of Homosexuality. 50, Nr. 2–3, 2. Mai 2006, ISSN 0091-8369, S. 263–280. doi:10.1300/J082v50n02_13. PMID 16871676. Abgerufen am 24. November 2015.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. SMJG Satzung:[1] (PDF), abgerufen am 27. Februar 2017
  2. Eintragung beim Amtsgericht Charlottenburg, VR 29570 B
  3. http://www.smjg.org/treffs/
  4. Bekanntmachung: Änderungen auf Webseite und Forum
  5. ZEIT Online: Ich – bizarr und unnormal. Veröffentlicht am 22. August 2012. Zuletzt abgerufen am 22. August 2012.
  6. Stellungnahme der SMJG zum Verfahren der BPJM Abgerufen am 30. Januar 2018.