SM U 50

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Deutsches ReichDeutsches Reich (Reichskriegsflagge)
U 50
(vorheriges/nächstesalle U-Boote)
Typ:

U 43

Werft:

Kaiserliche Werft, Danzig

Bauauftrag:

7. August 1914

Stapellauf:

31. Dezember 1915

Indienststellung:

4. Juli 1916

Kommandanten:
Einsätze:

5 Feindfahrten

Versenkungen:

27 Schiffe Gesamttonnage 92.924 BRT

Verbleib: Am 31. August 1917 vor Terschelling gesunken, 44 Tote. (genaue Position nicht bekannt)

U 50 war ein deutsches U-Boot vom Typ U 43, das im Ersten Weltkrieg von der deutschen kaiserlichen Marine eingesetzt wurde.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Auftrag für das Boot wurde am 7. August 1914 an die Kaiserliche Werft Danzig vergeben. Der Stapellauf erfolgte am 31. Dezember 1915, die Indienststellung unter Kapitänleutnant Gerhard Berger fand schließlich am 4. Juli 1916 statt.

Das Boot gehörte vom 30. August 1916 bis zu seinem ungeklärten Verschwinden der III. Flottille an.

U 50 unternahm während seiner Dienstzeit fünf Feindfahrten, auf denen 27 Schiffe mit einer Gesamtbruttoregistertonnage von 92.924 BRT versenkt wurden.

Im Februar 1917 versenkte U 50 vor der irischen Küste ohne Vorwarnung den britischen Passagierdampfer RMS Laconia, der mit knapp 300 Passagieren an Bord aus New York kam. Zwölf Menschen kamen bei dem Untergang ums Leben, darunter zwei US-Amerikaner, was zu erheblichen politischen Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten und dem Deutschen Reich führte.

Verbleib[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

U 50 marschierte auf seiner Feindfahrt durch den Auslaufweg „Gelb“ in die Nordsee durch die Defensivminenfelder in der Deutschen Bucht. Am 31. August 1917 funkte das Boot eine Positionsmeldung, nach der es laut Beobachterdienst der Deutschen auf der Position 55° 15′ N, 4° 10′ OKoordinaten: 55° 15′ 0″ N, 4° 10′ 0″ O stand. Seither blieb U 50 verschollen. In den britischen Quellen wurde keine Versenkung des Bootes erwähnt. Ende September wurde die Leiche des Kommandanten an eine der Nordfriesischen Inseln angetrieben. Eine Untersuchung ergab, dass der Leichnam etwa einen Monat lang im Wasser gewesen war. Vermutlich lief U 50 auf eine der fast 2000 Minen, welche die Briten Anfang August an den Ausgängen der minenfreien Auslaufwege für deutsche Schiffe gelegt hatten auf. Am 22. August sichtete SM U 21 einen ablaufenden britischen Minenleger vor dem Auslaufweg „Gelb“, meldete diesen Vorfall jedoch nicht der Marineführung. U 50 musste schließlich dieses Seegebiet passieren. Dass das Boot auf eine dieser Seeminen gelaufen ist, ist wahrscheinlich, es kann aber auch durch Havarie infolge technischer Mängel oder menschlichen Versagens verlorengegangen sein.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Das SM steht für Seiner Majestät und bezieht sich auf den damals regierenden deutschen Kaiser Wilhelm II. Vollständig heißt es: Seiner Majestät U-Boot, bei Überwassereinheiten Seiner Majestät Schiff - kurz SMS.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Paul Kemp: Die deutschen und österreichischen U-Boot-Verluste in beiden Weltkriegen. Urbes, Gräfelfing 1998, ISBN 3-924896-43-7.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]