Sabile

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Sabile
Wappen von Sabile
Sabile (Lettland)
Red pog.svg
Basisdaten
Staat: Lettland
Landschaft: Kurland (lettisch: Kurzeme)
Verwaltungsbezirk: Talsu novads
Koordinaten: 57° 3′ N, 22° 34′ OKoordinaten: 57° 2′ 42″ N, 22° 34′ 24″ O
Einwohner: 1.642 (1. Jan. 2016)
Fläche: 4,34 km²
Bevölkerungsdichte: 378,34 Einwohner je km²
Höhe:
Stadtrecht: seit 1917
Webseite: www.sabile.lv
Postleitzahl:
ISO-Code:
Sabile abava 2006 06.jpg
Sabile an der Abava

Sabile (deutsch: Zabeln) ist eine Kleinstadt mit knapp 1700 Einwohnern im Westen Lettlands in der historischen Landschaft Kurland am Fluss Abava. Im Jahre 2016 zählte sie 1.642 Einwohner.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gebiet und der Burgberg waren von Kuren besiedelt. Sabile wurde erstmals 1253 urkundlich erwähnt. Vom 14. Jahrhundert bis zum 16. Jahrhundert gehörte es zu einer Burg des Livländischen Ordens. Nach 1561 wurde der Ort als Teil des Herzogtums Kurland zu einem lokalen Zentrum für Handel und Handwerk.

In der 1567 errichteten lutherischen Kirche befindet sich die älteste Glocke Lettlands und damit auch eine der ältesten in Europa. Sie trägt 1450 als Entstehungsdatum eingeprägt. Zudem beherbergt die Kirche die älteste Kanzel in Lettland aus dem Jahr 1592.

Ab 1795 war das Herzogtum Kurland als Gouvernement Kurland Teil des Russischen Reiches.

Um 1890 waren 73 % der Bevölkerung jüdisch. Nach der Shoah im Zweiten Weltkrieg, gab es keine jüdische Gemeinde mehr in Sabile. Die 1890 erbaute Synagoge wird heute als Konferenz-Saal genutzt.

Sabile wurde 1917 im Ersten Weltkrieg unter deutscher Besatzung zur Stadt erhoben.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weinberg von Sabile
  • Das inmitten der Kurländischen Schweiz gelegene Sabile hat mit dem laut Guinness-Buch der Rekorde nördlichsten Weinberg der Welt eine Besonderheit aufzuweisen. Auf diesem Berg wird schon seit der Ordens-Zeit Wein kultiviert. Während der Sowjetzeit wurde der Weinberg allerdings nicht bewirtschaftet, 1989 wurde der Weinbau aber wieder aufgenommen. Der Weinberg hat eine Höhe von 33,7 m (115 m Seehöhe) und eine Gesamtanbaufläche von 1,5 ha.[2] Jährlich findet im Juli ein Weinfest statt. Die geringen Erträge des Weinbergs sind hauptsächlich für den lokalen Verbrauch bestimmt.[3]
  • Etwa 11 km südlich von Sabile, in Matkule (deutsch: Mattkuln) befindet sich ein kleines Wintersportgebiet mit zwei Liften, Flutlichtanlage und Café.[4]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Vom Gut Rinkuln bei Sabile stammte der deutsch-baltische Geograf Arved von Schultz (1883–1967).

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Sabile – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Latvijas iedzīvotāju skaits pašvaldībās pagastu dalījumā
  2. The Wine Hill of Sabile, Informationstafel am Fuße des Weinbergs (3. August 2006)
  3. Christiane Bauermeister, Eva Gerberding, Jochen Könnecke, Christian Nowak: Baltikum. Litauen, Lettland, Estland. DuMont-Reiseverlag, Ostfildern 2009, ISBN 978-3-7701-7649-6.
  4. Claudia Marenbach u.a.: Baltische Länder. Lettland – Litauen – Estland. Reisehandbuch. Michael Müller Verlag, Erlangen, 5. vollst. überarb. Ausgabe 2008, ISBN 978-3-89953-380-4.