sacrificium intellectus

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Sacrificium intellectus bedeutet wörtlich übersetzt Opfer des Verstandes. Allgemein versteht man darunter, dass man sein eigenes Denken unter einem Machtanspruch zurückstellt. Dies ist nicht auf religiöse Dogmen beschränkt. Otto von Bismarck benutzte sacrificium intellectus zum Beispiel im Zusammenhang mit der Unterordnung unter den Willen von Wilhelm II.ein ablehnendes Votum würde dem Kaiser mißfallen. Meine Collegen hatten ein sacrificium intellectus dem Kaiser, mein Stellvertreter und Adlatus hatte mir gegenüber eine Unehrlichkeit begangen.[1]

Der Sache nach besitzt der Begriff eine lange Vorgeschichte in der monastisch-asketischen Tradition (bes. Ignatius von Loyola), ist aber erst im Umkreis des I. Vatikanischen Konzils (1869/70) entstanden, wurde durch Mathias Joseph Scheeben, Th. Frommann, J. Friedrich u. a. verbreitet und bekam vor allem durch Max Webers Vortrag "Wissenschaft als Beruf" (1919) und die Replik von Max Scheler, Vom Ewigen im Menschen (1921). Ges. Werke 5, S. 345, philosophisches Gewicht. Im Anschluss an Karl Barth stellte sich Dietrich Bonhoeffer, Sanctorum communio (1930). Werke 1, S. 172, positiv zum sacrificium intellectus.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bismarck: Gedanken und Erinnerungen. Mit einem Nachwort von Ernst Friedlaender. Vollständige Ausgabe in einem Band. Cotta, Stuttgart 1959, S. 599.