Ste-Trinité (Caen)

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Fassadenansicht der Klosterkirche Ste-Trinité in Caen

Die Klosterkirche Sainte-Trinité in Caen und die zugehörige Benediktinerinnenabtei wurde um 1060 von Mathilde von Flandern, der Ehefrau Wilhelms I., als Frauenkonvent gestiftet. Die 1066 geweihte Kirche mit ihrem unüblichen sechsteiligen Rippengewölbe gilt gemeinsam mit ihrem Pendant, der Kirche Saint-Étienne in Caen, als Vollendungsbau der Romanik in der Normandie. Beide Beispiele normannischer Architektur gelten daher auch als Wegbereiter der gotischen Baukunst.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Frauenabtei (1702)

Die Abbaye aux dames wurde von Königin Mathilde um 1060 gestiftet und 1066 geweiht. Die Frauenabtei entstand zeitgleich mit der von Wilhelm I. um 1060 gestifteten Männerabtei St-Étienne. Grund für beide Stiftungen war die vom Heiligen Stuhl angefochtene Ehe Wilhelms. I und Mathildes. Beide Kirchen dienten aber auch als Memorialstiftungen, denn 1083 wurde Mathilde im Chor der Kirche beigesetzt, 1087 ließ sich Wilhelm I. in St-Étienne bestatten. Die Klosterstiftungen in Caen stehen außerdem am Beginn der zahlreichen Klostergründungen in der unteren Normandie (Basse Normandie), die Wilhelm I. während seiner Herrschaft vorantrieb, um die obere Normandie mit Hauptstadt in Rouen und die untere Normandie mit der Hauptstadt in Caen zu vernetzen.[1] Die Bauarbeiten an Ste-Trinité dauerten aber noch bis etwa 1130 an. Die erste Äbtissin Cécile († 1126) war wahrscheinlich ihre Tochter. Nach der Auflösung des Konvents im Zuge der Französischen Revolution wurde das Klostergebäude bis in die 1980er Jahre zu verschiedenen Zwecken genutzt, u.a. als Krankenhaus. Es war der Sitz des Regionalrats (Conseil régional) der Region Basse-Normandie bis zu ihrer Auflösung 2016. Zu diesem Anlass wurde es rundum renoviert.

Architektur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mittelschiff von Ste-Trinité mit dem typischen sechsteiligen Kreuzrippengewölbe

Architektonische Besonderheit der Kirche mit der blockhaften Doppelturmfassade sind die sechsteiligen Kreuzrippengewölbe, die um 1130 eingebaut wurden und die flache Holzdecke ersetzten. Das Baumaterial des Klosters, wie das der Abbaye aux Hommes und der Burg von Caen, ist ein lokaler heller Sandstein, der sogenannte "Stein aus Caen" (Pierre de Caen). Neben den guten statischen Eigenschaften lässt er sich „schnitzen wie Holz“ und erzeugt vor allem eine warme, helle Atmosphäre in den Gebäuden.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • V. Ruprich-Robert: L'architecture normande. Paris, 1883
  • L. Musset: Normandie romane. Nuit Temps, 1967
  • M. Baylé: La Trinité de Caen. Paris/Genf, 1979
  • Rolf Toman: Die Kunst der Romanik. Architektur, Skulptur, Malerei. Köln: Könemann, 1996, S. 140-143
  • Katrin Brockhaus: L’ abbatiale de la trinité de Fécamp et l’architecture normande au Moyen âge. Caen: Société des Antiquaires de Normandie, 2009 (Mémoires de la Société des Antiquaires de Normandie, 44)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Abbaye aux Dames (Caen) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hubert Houben: Die Normannen. Verlag C.H.Beck, München 2012, ISBN 978 3 406 63727 8(?!), S. 14.

Koordinaten: 49° 11′ 11″ N, 0° 21′ 10″ W