Sassnitz (Schiff, 1959)

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Die Sassnitz 1982
Sassnitz
Bauwerft: Neptunwerft, Rostock
Kiellegung: 21. Oktober 1957
Stapellauf: 12. Juli 1958
Indienststellung: 22. Juni 1959
Routen: Trajekt Saßnitz–Trelleborg

Trajekt SaßnitzRønne
PiräusRhodosLimassolHaifa
IgoumenitsaBari

Technische Daten
Tonnage: 6164 BRT / 2318 NRT
Länge: 137,50 m
Breite: 18,80 m
Tiefgang: 5,3 m
Antrieb: 4 Dieselmotoren Halberstadt 9 SV 66 Au
Gesamtleistung: 7060 kW
Geschwindigkeit: 18 Knoten
Passagiere: 1017 (nach Umbau 1400)
Kabinenplätze: 12 (nach Umbau 428)
Fahrzeugkapazität: 40 Güterwaggons und 40 Pkw
(nach Umbau 240 Pkw)
Gleislänge: 398 m
Lademeter Fracht: nach Umbau 525 m
Besatzung: 115 Mann

Die Sassnitz war ein deutsches Eisenbahnfährschiff, das 27 Jahre auf der Königslinie zwischen Saßnitz und Trelleborg und 11 Jahre im Mittelmeer verkehrte.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Eisenbahnfähre „Sassnitz“ auf einer DDR-Briefmarke von 1960

Die Sassnitz wurde 1958/59 auf der Neptunwerft in Rostock gebaut. Nach der Ablieferung am 22. Juni 1959 an die Deutsche Reichsbahn wurde sie auf der Linie Saßnitz-Trelleborg eingesetzt. Zeitweise verkehrte sie auch zwischen Saßnitz und Rønne.

1986 wurde die Sassnitz an die Tochtergesellschaft Afroessa Lines der griechischen Reederei Arkadia Lines verkauft und auf den Namen Silver Paloma umgetauft. Nach einem Umbau fuhr sie bis 1993 auf der Linie PiräusRhodosLimassolHaifa. 1994 wurde sie auf der Linie IgoumenitsaBari eingesetzt. Ab 1995 fuhr sie auf der gleichen Strecke als Megistanas unter maltesischer Flagge. 1997 wurde sie in Eleusis aufgelegt. Im Jahr 2000 wurde das Schiff im indischen Alang verschrottet.[1][2]

Eigenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Sassnitz war das letzte Schiff mit einer teilgenieteten Außenhaut, das auf der Neptunwerft gebaut wurde. Sie war 137,5 Meter lang, 18,8 Meter breit und hatte eine Seitenhöhe bis zu Wagendeck von 7,5 Metern. Der Volldecker wurde mit 6164 BRT und 2318 NRT vermessen, das Deplacement war 6974 Tonnen, die Tragfähigkeit 1843 Tonnen. Der Tiefgang betrug 5,3 Meter.

Angetrieben wurde die Sassnitz durch vier umsteuerbare, aufgeladene Viertakt-Dieselmotoren mit insgesamt 9600 PS.[3] Diese arbeiteten paarweise auf zwei Schrauben. Die Geschwindigkeit betrug 18 Knoten. Ein Bugruder und ein zur Bauzeit neuartiges Bugstrahlruder mit Steuerdrehzylinder verbesserten die Manövriereigenschaften bei Langsam- und Rückwärtsfahrt.

Auf dem viergleisigen Wagendeck mit 398 Meter Gleislänge konnten 40 Güter- oder 16 Schnellzugwagen transportiert werden. Weiterhin fanden 40 Pkw und 1017 Passagiere Platz an Bord. Die Besatzung bestand aus 115 Personen.

Die Fahrgäste waren während der Fahrt in Salons untergebracht. Dem Kapitän stand ein Empfangsraum, ein Arbeitsraum sowie ein Schlafzimmer mit Bad zur Verfügung. Die Offiziere wurden in Einzelkabinen untergebracht.[3]

Für den Einsatz im Mittelmeerraum wurden die Gleise entfernt, um die Zahl der zu transportierenden Kraftfahrzeuge auf 240 zu erhöhen. Durch den Umbau konnten 1400 Passagiere befördert werden. Zwei Rettungsboote wurden zugunsten eines Sonnendecks mit Schwimmbecken entfernt.[1]

Fotos[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Alfred Dudszus, Alfred Köpcke: Das große Buch der Schiffstypen. Dampfschiffe, Motorschiffe, Meerestechnik von den Anfängen der maschinengetriebenen Schiffe bis zur Gegenwart. transpress Pietsch, Berlin Stuttgart 1990, ISBN 3-344-00374-7, S. 240–241.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Michele Lulurgas: F/B MEGISTANAS. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Adriatic and aegean ferries. Archiviert vom Original am 21. November 2008; abgerufen am 6. September 2009 (englisch).  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.adriaticandaegeanferries.com
  2. Ostsee-Fährschiffe. Seeleute Rostock e. V., 24. Dezember 2008, abgerufen am 6. September 2009 (Änderung am 25. Mai 2011).
  3. a b Amt für Zoll und Kontrolle des Warenverkehrs: Handbuch für den Zolldienst, Verlag Die Wirtschaft Berlin 1960, Seite 247