Schüssel

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Für den österreichischen Politiker siehe Wolfgang Schüssel.
Antike, römische Tonschüssel

Ein Gefäß, ähnlich einer ausgehöhlten Halbkugel, nennt man Schüssel.

Etymologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dieses Wort, wie so viele andere Gefäßbezeichnungen (vergleiche auch: Kessel, Pfanne, Eimer) ist als Fachwort von der römischen Küche zu den Germanen gekommen. Das althochdeutsche Scuzilla geht auf das lateinische Wort scutella zurück, was so viel bedeutet wie „Trinkschale“. Eine andere Bezeichnung ist der Begriff „Weitling“ oder „Weidling“, der vor allem im süddeutschen Sprachraum geläufig ist. Im Grimmschen Wörterbuch wird er als „Irdene Schüssel“ bezeichnet.[1] In Norddeutschland wird die Schüssel häufig auch als „Kumme“ oder „Kump“ bezeichnet.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rührschüssel aus Borosilikatglas (Pyrex) aus dem 20. Jahrhundert

Schüsseln wurden schon seit der Jungsteinzeit genutzt. Damals bestanden sie aus Stein, Holz oder Ton. Heute gibt es sie auch aus Kunststoff, Glas, Porzellan, Keramik und Metall.

Die zunehmende Verbreitung von Küchenmaschinen hat die Verwendung von Rührschüsseln aus bruchfestem Kunststoff für Lebensmittel, besonders für Flüssigkeiten, zähflüssige Stoffe oder Salate erleichtert. In ihnen werden Speisen angerichtet oder serviert, sowie Teige geknetet und gerührt. Ein bekanntes Beispiel ist die Margrethe-Rührschüssel.

Symbolische Bedeutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Schüssel gilt wie auch die Schale als ein uraltes, fast archaisches Symbol im Unbewussten des Menschen. In der Traumdeutung wird sie als Symbol des Schoßes angesehen, übersetzt auch als Opferschale. Man opfert sich für jemanden auf oder gibt sich (als Frau) jemandem ganz hin. Zerbricht gar die Schüssel, dann zerbreche auch die Liebe.[2]

Weitere Bedeutungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Parabolantennen, speziell Antennen zum Empfang von Satellitenfernsehen, werden aufgrund ihrer Form umgangssprachlich häufig als Schüssel bezeichnet
  • Auch wurden Schüsseln in der Bezeichnung Nachtschüssel als Nachttöpfe verwendet.

Redewendungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • „Einen Sprung in der Schüssel haben“ sagt man zu jemanden, den man für leicht verrückt hält.
  • „Vor leeren Schüsseln sitzen“ bedeutet, hungern zu müssen.
  • „Aus e i n e r Schüssel essen“ bedeutet, gemeinsame Sache mit jemandem zu machen.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gdah, hölzerne Speiseschüssel in Mauretanien

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Schalen und Schüsseln – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Schüssel – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Eintrag zu Schüssel im Austria-Forum abgerufen am 11. August 2012
  2. Georg Haddenbach: Bildersprache des Unbewussten. Falken 1982, ISBN 3-8068-0444-3