Schaffnersitz

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Schaffnersitz in einem Wiener Autobus

Schaffnersitz, auch Schaffnerplatz, Schaffnersitzplatz, Schaffnerarbeitsplatz, Schaffnerpult, Schaffnerthron[1] oder in der Schweiz Kondukteursitz beziehungsweise Billeteursitz, nennt man eine – heute weitgehend ausgestorbene – Einrichtung in einer Straßenbahn, einem Oberleitungsbus oder einem Omnibus, die dem Schaffner als fester Arbeitsplatz zum Fahrkarten-Verkauf beziehungsweise zur Fahrkartenkontrolle dient. Es handelt sich dabei um eine im Einstiegsbereich des Fahrzeugs angeordnete und in der Regel hüfthohe Umfriedung, wobei der Schaffner meist mit dem Rücken zum Fenster sitzt und die Passagiere seitlich oder frontal bedient. Seltener sind rundum geschlossene Schaffnerkabinen respektive Kondukteurkabinen beziehungsweise Billeteurkabinen.

Der Schaffnerplatz ist meist etwas erhöht angeordnet, damit der gesamte Innenraum und insbesondere die Türbereiche überblickt werden können. Rund um den Arbeitsplatz angeordnet sind zusätzliche Hilfsmittel für die Abfertigung:

Schaffnersitze kommen in aller Regel nur im Zusammenspiel mit dem sogenannten Fahrgastflussverfahren zum Einsatz. Hierbei müssen die Fahrgäste zwingend dort einsteigen, wo der Sitzschaffner sie abkassiert respektive kontrolliert – alle anderen Türen dienen in diesem Fall nur dem Ausstieg. Vor Aufkommen dieses Prinzips waren sogenannte Pendelschaffner üblich, welche die Passagiere an ihrem jeweiligen Sitz- oder Stehplatz abfertigten und hierzu nach jeder Haltestelle von einem Wagenende zum anderen wechseln mussten. Teilweise waren die Schaffnersitze auch nur in den aufkommensstarken Hauptverkehrszeiten in Betrieb. In den Schwachlastzeiten blieben sie hingegen verwaist, weil dann der Fahrer die Aufgaben des Schaffners übernahm.

Vereinzelt existierten auch lange Gelenkstraßenbahnen mit zwei Schaffnersitzen, ein Beispiel hierfür war der Stuttgarter Typ SSB GT6. Bei diesem saßen die beiden Schaffner vor und hinter dem Gelenk, wobei jeder jeweils für eine Wagenhälfte zuständig war. Auch Zweirichtungsfahrzeuge hatten mitunter zwei Schaffnersitze, damit die Fahrgäste unabhängig von der jeweiligen Fahrtrichtung wie gewohnt immer hinten einsteigen konnten.[2]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans J. Knupfer: Gelber Klassiker – Der GT4, Stuttgarts Straßenbahnwagen für fünf Jahrzehnte. Stuttgart 2006/2007, ISBN 978-3-9811082-0-0

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Conductor stands – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. M-Triebwagen und m-Beiwagen auf strassenbahn-muenchen.de
  2. Gelenk-Triebwagen 106 der Straßenbahn Remscheid auf www.tram-info.de (Memento des Originals vom 28. Mai 2015 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.tram-info.de