Schanzengraben

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Koordinaten: 47° 22′ 17,9″ N, 8° 31′ 59,5″ O; CH1903: 682670 / 247332 Der Schanzengraben war nach 1642 der äussere Wassergraben der sogenannten dritten Befestigung der Stadt Zürich. Seine Benennung hat er nach den Schanzen der barocken Wehranlage, deren Teil er war. Heute ist er eine beliebte Naturoase an der Peripherie der Stadtquartiere City und Enge.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die dritte Stadtbefestigung von Zürich mit Schanzengraben

Ab 1642 bis Mitte des 18. Jahrhunderts wurde die dritte Stadtbefestigung erbaut. Linksseitig wurde die Papierwerd – beim heutigen linken Brückenkopf der Bahnhofbrücke – in die Befestigung miteinbezogen und der «Schanzengraben» als äusserer Wassergraben, einem «gezackten» Halbkreis ähnlich, erbaut.

1830 wurde er als zweiter Seeabfluss – nahe der heutigen Tonhalle – als notwendig erachtet und überlebte deshalb die Auffüllung anlässlich der Schleifung der Schanzen. Wenige Jahrzehnte später wurde er jedoch bei der Gessnerallee in die Sihl eingeleitet.

Während der Industrialisierung wurden seinem Lauf entlang verschiedene Fabriken angesiedelt, sodass er während der nächsten rund hundert Jahre zu einem unattraktiven Fabrikkanal verkam.

Dies änderte sich ab 1952, als die Diskussion über die Umwandlung des Schanzengrabens in eine Fussgängerpromenade aufgegriffen wurde. Die Umsetzung des Vorhabens wurde 1975 begonnen und endete 1984 mit der Eröffnung des letzten Teilstückes des Schanzengrabens.

Naturoase Schanzengraben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

um 1895
Der Schanzengraben beim Zürichsee

Die Promenade folgt entlang der Zickzacklinie der ehemaligen Schanzenanlage. Alle paar hundert Meter führen Treppenaufgänge in die angrenzenden Stadtgebiete. Ein Rundgang mit Informationstafeln beginnt an der Gessnerbrücke unweit vom Hauptbahnhof Zürich, führt hinter der Migros-City und unterhalb der Reithalle (Gessnerallee) zumeist dem Kanal entlang über Holzstege und Sandsteinplatten. Die Promenade unterquert die Sihlstrasse (Sihlporte) und führt an der 1864 errichteten «Männerbadi» (offiziell: «Flussbad Schanzengraben») vorbei. Unweit vom Bahnhof Selnau liegt in einer Entfernung von 15 Minuten zu Fuss das ehemalige Bollwerk «Katz», heute «Park Zur Katz» genannt. Hinter dem Paradeplatz im Quartier Enge wird der Bleicherweg unterquert, beim Hotel Baur au Lac der General-Guisan Quai am Seebecken.

Männerbad Schanzengraben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Männerbad im Schanzengraben beim Wasserturm ist das älteste heute noch existierende Bad der Stadt. Es wurde 1863 erbaut. Vorher stand dort die 1859 erbaute Männer- und Knabenbadeanstalt.[2] Das Bad ist jeweils von circa Mitte Mai bis Mitte September geöffnet. Während tagsüber Badebetrieb herrscht, öffnet abends eine Bar.[3]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Schanzengraben. Website der Stadt Zürich. Abgerufen am 1. September 2018.
  2. Art+architecture en Suisse, Volume 45, Issues 1-3, Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, 1994 Google Books Suche
  3. stadt-zuerich.ch - Männerbad Schanzengraben, abgerufen am 6. Oktober 2018.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Schanzengraben – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien