Scheherazade (Rimski-Korsakow)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Scheherazade (russisch Шехераза́да Šeherazada), Opus 35 ist eine sinfonische Dichtung von Nikolai Rimski-Korsakow aus dem Jahr 1888. Das Orchesterwerk, das auf der Erzählung Tausendundeine Nacht beruht, zeichnet sich durch zwei typische Merkmale der russischen Musik und speziell der Kompositionen von Rimski-Korsakow aus: eine farbenfrohe Instrumentation und eine im russischen Reich weit verbreitete Begeisterung für alles Orientalische.

Besetzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Romantisches Orchester: 3 Flöten (3. nur, 2. auch Piccolo), 2 Oboen (2. auch Englischhorn), 2 Klarinetten in A und B, 2 Fagotte, 4 Hörner in F, 2 Trompeten in A und B, 3 Posaunen, Tuba, Pauken, große Trommel, kleine Trommel, Becken, Triangel, Tamburin, Tamtam, Harfe, Streicher mit obligater Solovioline.

Struktur, Material und Programmatik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Suite besteht aus vier Sätzen. Der Komponist ließ sich zunächst überreden, ihnen die folgenden programmatischen Titel zu verleihen, entfernte sie aber später wieder zugunsten reiner Tempobezeichnungen und wandte sich dagegen, ein „Geschichtenerzählen“ in die Musik hineinzuinterpretieren.

  • I. Das Meer und Sinbads Schiff (Largo e maestoso—Allegro non troppo)
  • II. Die Geschichte vom Prinzen Kalender (Lento—Andantino—Allegro molto—Con moto)
  • III. Der junge Prinz und die junge Prinzessin (Andantino quasi allegretto—Pochissimo più mosso—Come prima—Pochissimo più animato)
  • IV. Feier in Bagdad. Das Meer. Das Schiff zerschellt an einer Klippe unter einem bronzenen Reiter. (Allegro molto—Vivo—Allegro non troppo maestoso)

Das Thema am Anfang des ersten Satzes steht für den tyrannischen Sultan. Doch alsbald (nach einigen Akkorden der Holzbläser, die an die Einleitung der Ouvertüre Ein Sommernachtstraum von Mendelssohn erinnern), erklingt das einzige Thema, das in jedem Satz wiederaufgenommen wird; es versinnbildlicht die Figur der Erzählerin selbst, Scheherazade, seine Frau, der es letztlich gelingt, ihn mit ihren Geschichten zu besänftigen. Es handelt sich um eine tiefbewegende Melodie der Solo-Violine, die sich sinnlich zur Begleitung der Harfe windet.


  \relative c{
    \set Staff.midiInstrument = #"tuba"
    \set Score.tempoHideNote = ##t
    \tempo 4 = 130
    \clef bass
    \key g \major
    \time 2/2
      e2 \ff b d~ \times 2/3 { d4 c b } c2.~\startTrillSpan c8. g16\stopTrillSpan ais2\accent\staccato fis\accent\staccato \bar "||"
  }

  \relative c'''{
    \set Staff.midiInstrument = #"violin"
    \set Score.tempoHideNote = ##t
    \tempo 4 = 60
    \clef treble
    \key g \major
    \time 4/4
      e4(~ e8 \times 2/3 { d16 e d } \times 2/3 { c d c) } \times 2/3 { b( c b } \times 2/3 { a c e } \times 2/3 { g fis e) } e4( \bar "||"
  }

Hörbeispiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

nach Sätzen

  • I. Das Meer und Sinbads Schiff – Audio-Datei / Hörbeispiel Anhören?/i
  • II. Die Geschichte vom Prinzen Kalender – Audio-Datei / Hörbeispiel Anhören?/i
  • III. Der junge Prinz und die junge Prinzessin – Audio-Datei / Hörbeispiel Anhören?/i
  • IV. Feier in Bagdad. Das Meer. Das Schiff zerschellt an einer Klippe unter einem bronzenen Reiter – Audio-Datei / Hörbeispiel Anhören?/i

(Es spielt das San Francisco Symphony Orchestra unter der Leitung von Pierre Monteux; Violinsoli: Naoum Blinder, 1942)

Adaptionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der US-amerikanische Musiker Skip Martin veröffentlichte 1959 eine Jazz-Adaption unter dem Titel Scheherajazz.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]