Scheiße (Lied)

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Das Scheiße-Lied ist ein deutsches Jugendlied, das sich seit den 1970er Jahren nachweisen lässt. Reime mit dem Wort Scheiße wurden bereits vor der Jahrhundertwende in der Kaiserzeit von Waldemar Dyhrenfurth für die Nonsensgedichte über die Figur Bonifazius Kiesewetter verwendet. Weitere Reime dieser Art wurde bis in die Nachkriegszeit erdacht. 1972 lieferte Peter Rühmkorf mit Variationen über Scheiße Vorlagen für den Text des Scheiße-Liedes.[1][2] Der Text des Liedes wird 2009 im Buch Das Ding im Atlas von Micha Rau erwähnt.[3]

Inhalt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Lied besteht aus einer Vielzahl an sich reimenden Zweizeilern, die sich um Scheiße drehen. Es wird typischerweise von einer Gruppe von Jugendlichen gesungen,[4] wobei jeder eine einzelne Strophe beisteuert und der Refrain gemeinsam gesungen wird, und ähnelt hierbei dem Lied Die Affen rasen durch den Wald. Dabei entstehen häufig spontan auch neue Strophen. Die Struktur sieht folgendermaßen aus.

Scheiße auf dem Autodach,
e la di la di o.
wird bei 180 flach,[4]
e la di la di o.
e la di la di la di,
e la di la di o.
e la di la di la di,
e la di la di o.

Weitere bekannte Verse sind Scheiße auf der Kirchturmspitze, fliegt dem Pfarrer auf die Mütze[5] oder Scheiße in den Autoreifen, gibt beim Bremsen braune Streifen[2] sowie Scheiße in den Einkaufstaschen, hält die Kinder ab vom Naschen.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Lied kommt in dem Kinofilm Die Vorstadtkrokodile von 1977 vor. Die Vorstadtkrokodile singen das Lied in ihrem Baumhaus in der Szene, als der behinderte Kurt sie dort zum ersten Mal besucht.
Das Lied hat Ähnlichkeiten mit einem Lied der Dolly Dots ("If you ever get to Trinidad Hela-di-ladi-lo---")

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • The Journal of Psychoanalytic Anthropology. 1981, S. 277

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Peter Rühmkorf, Wolfgang Rasch: Werke: Die Jahre die Ihr kennt, Rowohlt, 1972, S. 33/34
  2. a b Alan Dundes, Carl R. Pagter: Work Hard and You Shall be Rewarded. Urban Folklore from the Paperwork Empire. Wayne State University Press, 1978, S. 24 (Volltext online)
  3. Micha Rau: Das Ding im Atlas, 2009, S. 134
  4. a b Profil, Band 25, 1994, S. 58
  5. Helmut Fischer: Kinderreime im Ruhrgebiet. Reime, Lieder, Spiellieder, Rätsel, Scherzfragen und Witze. Rheinland-Verlag, 1991, S. 121