Schleifleiste

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Der Stromabnehmer eines ICE3. Die vorderen und hinteren, am Draht anliegenden Bauteile sind die Schleifleisten.

Eine Schleifleiste ist ein Teil des Stromabnehmers (Pantograph) auf Schienenfahrzeugen. Die Schleifleiste stellt den Kontakt zwischen dem Pantograph und der Strom führenden Fahrleitung her. Je nach Bauart des Stromabnehmers kann er eine oder auch mehrere, meist zwei Schleifleisten besitzen. Sie ist auf das Gerüst des Stromabnehmers montiert und wird bei Gebrauch des Pantographen gegen den Fahrdraht gedrückt, sodass eine leitende Verbindung hergestellt wird. Schleifleisten bestehen meist aus Graphit, da dieses den elektrischen Strom leitet, aber die Fahrleitung weniger mechanisch beansprucht als Stahl oder andere Materialien.

Anforderungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Besonders bei Stromabnehmern auf neueren Fahrzeugen (z. B. ICE) werden sehr hohe Ansprüche an die Schleifleiste gestellt. Sie muss bei Geschwindigkeiten von 300 km/h im Planbetrieb (und in Versuchszwecken noch weit mehr) den Kräften standhalten, die zwischen ihr und der Fahrleitung wirken. Dies ist im hohen Geschwindigkeitsbereich deshalb schwierig, da die Fahrleitung nie eine Waagerechte darstellt und somit der Stromabnehmer die ständig variierende Höhendifferenz zwischen Fahrzeug und Fahrdraht ausgleichen muss. Da dies bei großen Geschwindigkeiten zunehmend schwierig wird, kann es vorkommen, dass sich zwischen Draht und Leiste eine Lücke bildet, die der elektrische Strom dann mittels Lichtbogen schließt. An Lichtbögen treten extreme Temperaturen auf, die in der Schleifleiste Kerben hinterlassen. Ist die thermische oder auch dynamische Belastung (z. B. durch Aufprall eines an der Leitung angefrorenen Eiszapfens) zu hoch, kann die Schleifleiste brechen.

Schleifleistenbruchüberwachung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Falle eines Schleifleistenbruches entsteht eine Betriebsgefahr, da der Stromabnehmer nicht mehr sauber an der Fahrleitung entlangläuft und somit insbesondere im Hochgeschwindigkeitsbereich (v > 160 km/h) diese beschädigt oder herunterreißt und zerstört. Um das zu vermeiden, sind die Leisten mit einer Schleifleistenbruchüberwachung ausgestattet. Die Schleifleiste ist hohl und mit Druckluft gefüllt, die mit der pneumatischen Hubeinrichtung des Pantographen verbunden ist. Bricht die Schleifleiste, entweicht an der Bruchstelle die Luft und der Druck im System sinkt, was direkt zur Folge hat, dass der Stromabnehmer mit der defekten Schleifleiste abgesenkt wird.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]