Schienenfahrzeug

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Symbol für Schienenfahrzeuge in Ungarn

Schienenfahrzeuge sind Fahrzeuge von Bahnen, die auf einer oder mehreren Schienen fahren oder geführt werden. Fahrzeug und Schiene sind dabei ein eng aufeinander abgestimmtes System, üblicherweise als Rad-Schiene-System bezeichnet.

Technik und Definition[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am verbreitetsten sind Schienenfahrzeuge, die auf Gleisen aus paarweise und parallel angeordneten stählernen Schienen (Schienenstrang) fahren. Die hierzu verwendeten Schienen sind meist die Vignolschiene und bei Straßenbahnen die Rillenschiene. Auf diesen werden die Schienenfahrzeuge durch die kegelig geformten Laufflächen ihrer Räder selbstzentrierend geführt (Sinuslauf) und von zusätzlichen, an der Innenseite der Schienenpaare entlanglaufenden Spurkränzen unter normalen Betriebsumständen vor Entgleisungen bewahrt.

Ein Entgleisen ist bei diesem System dennoch nicht gänzlich ausgeschlossen. Da bei einer Entgleisung die kinetische Energie des Fahrzeugs bei vergleichsweise geringer Schädigung schnell verzehrt wird, macht man sich dies für Sicherungseinrichtungen (Gleissperren) zunutze, die ein Fahrzeug beim Auffahren gezielt entgleisen lassen können.

Konventionelle Schienenfahrzeuge haben den Vorteil, dass die Rollreibung von Stahlrädern auf glatten Stahlschienen sehr gering ist und daher mit vergleichsweise geringem Energieaufwand große Gütermengen bewegt werden können. Die Spurführungseigenschaften des Rad-Schiene-Systems erlauben es zudem, Züge von vergleichsweise großer Länge zusammenzustellen, so dass die maximale Güterbewegung auch tatsächlich genutzt werden kann. Bei niedrigen Geschwindigkeiten werden Schienenfahrzeuge in dieser Hinsicht nur von Schiffen übertroffen. Im Gegensatz zu Schiffen werden Züge jedoch oft elektrisch betrieben, was - wenn es mit erneuerbaren Energien geschieht - die Öko-Bilanz weiter zugunsten der Schiene verschiebt.

In den Anfängen der Eisenbahngeschichte kam es als Folge damals noch unverstandener werkstoffkundlicher Phänomene beim Dampflokomotivkessel zum Kriechen und den wechselbeanspruchten Radreifen häufig zu schweren Unglücken. Letztere wurden von August Wöhler (* 1819; † 1914) erstmals erforscht.

Schienenfahrzeugtypen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei Standseilbahnen kann ein Rad im Radsatz zylindrisch sein, während das andere zwei Spurkränze hat und die Spurführung übernimmt.

Andere Schienenfahrzeuge sind zum Beispiel Einschienenbahnen oder Hängebahnen. Bei diesen kann bei entsprechender Bauweise ein Entgleisen unmöglich gemacht werden.

Kabinen von vollautomatisierten sogenannten Personal Rapid Transit-Systemen (PRT) verwenden aufgrund der von der Kabine aus bestimmten Weichenstellung kein herkömmliches Rad-Schiene-System. Neben dem Antriebssystem sind auch die Schienen-Systeme unterschiedlich, so ist das erste öffentliche PRT ULTra lediglich spurgeführt.

Eine besondere Art Schienenfahrzeug stellt die Solarbahn dar. Der Systemvorteil des Rad-Schiene-Systems ist hier ein wichtiger Teil des Gesamtkonzeptes, welches vor allem auf beste Energieausnutzung abzielt.

Schienenfahrzeuge der Eisenbahn können motorisiert (Lokomotiven, Triebzüge, Triebwagen, Schienentraktoren, Bahndienstfahrzeuge wie Schienenbaufahrzeuge, Turmwagen, Zweiwegefahrzeug, oder Schienenreinigungsfahrzeuge, Schienenautomobile) oder unmotorisiert sein (Waggons, Schienenfahrräder, Handhebel-Draisinen). Für einen Einsatz fest verbundene bzw. gekuppelte Schienenfahrzeuge werden als Zuggarnitur bezeichnet.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]