Schloss Gerswalde

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Nordseite des Schlosses
Südseite des Schlosses
Hinweistafel auf dem Schlossgelände

Schloss Gerswalde ist ein zweigeschossiges Schloss in der Gemeinde Gerswalde am südwestlichen Ortsrand, östlich der Ruine der Burg Gerswalde im Landkreis Uckermark. Die Gutsanlage, besteht aus Herrenhaus, Gutspark, mit Grabplatten derer von Arnim, Parkmauer sowie Gutsgärtnerei (einschl. Gärtnerhaus, Gewächshaus und „Palmenhaus“), gärtnerischen Anlagen und Grundstückseinfriedung. Nach einem Brand (Mitte der 1960er Jahre) wurde das Mansardwalmdach nicht aufgebaut.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Allee im Schlosspark

1724 wurde ein herrschaftliches Haus errichtet, das ab 1832 zum Schloss umgebaut wurde. Seine endgültige Form, genannt der „Weiße Hof“, erhielt es um 1900 durch die Herrn von Arnim. 1929 ging das Schloss an die Anthroposophische Gesellschaft über, die dort unter Federführung von Franz Löffler ein Heil- und Erziehungsinstitut eröffnete. Die Einrichtung hatte etwa 6o Heimplätze. Unter den Heiminsassen waren auch polizeilich abgemeldete Juden, die bei Inspektionen und Besuchen regelmäßig versteckt wurden. Eine 60 Morgen große landwirtschaftliche Fläche wurde biologisch-dynamisch bearbeitet.[1] Das Institut konnte nach 1945 noch einmal aufblühen und... zu einem der wenigen Treffpunkte für die vielen heimatlos gewordenen Heilpädagogen werden. Doch gegen die neuen Machthaber in der sowjetischen Besatzungszone war nichts auszurichten. Sie veranlassten die Schließung des Heimes, und Franz Löffler wurde verhaftet.[2]

1950 wurde im Schloss ein staatliches Kinderheim eingerichtet. Seit 1994 betreibt im Schloss und dazugehörendem weitläufigen Areal die Gemeinnützige Gesellschaft zur Förderung Brandenburger Kinder und Jugendlicher mbH ein Jugendheim mit Ausbildungsstätten. Die Jugendeinrichtung bietet im renovierten Schloss im Rahmen des Fahrradtouristischen Zentrums Übernachtungsmöglichkeiten für Besucher der Region in Zweibettzimmern mit Dusche und WC an.

Das Schloss vor dem Brand

Die Anthroposophin Caroline von Heydebrand starb 1938 im Gerswalder Schloss. Der Gutspark ist der Öffentlichkeit zugänglich.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Werner 1999, s. 347 f
  2. Wagner o. J., S. 54 f

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grabplatten derer von Arnim im Gutspark
  • Arbeitsgemeinschaft Regionalgeschichte beim Ortsausschuß Gerswalde der Nationalen Front: Gerswalde. Ein Abriß zur Geschichte unseres Heimatortes. Gerswalde o. J., S. 36–37
  • Ruth-Ingrid Hesse: Schloss Gerswalde 1929-1950. Ein heilpädagogisches Kinderheim in drei deutschen Staatsformen, Borchen 2012
  • Christoph Wagner: Das Werden der Heilpädagogik auf anthroposophischer Grundlage. Zur Geschichte der Bewegung. Dornach o. J., S. 54–55
  • Uwe Werner: Anthroposophen in der Zeit des Nationalsozialismus (1933-1945), München 1999

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Schloss Gerswalde – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 53° 10′ 9,6″ N, 13° 44′ 49,8″ O