Schmannewitz

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Schmannewitz
Koordinaten: 51° 23′ 53″ N, 12° 59′ 20″ O
Höhe: 162 m
Einwohner: 595
Eingemeindung: 1. März 1994
Postleitzahl: 04774
Kirche in Schmannewitz

Schmannewitz ist ein Ortsteil der Stadt Dahlen im Landkreis Nordsachsen in Sachsen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der um die Mitte des 12. Jahrhunderts als Straßenangerdorf entstandene und jetzt ungefähr 600 Einwohner zählende Ort wurde bereits 1198 bei einer Schenkung an das Nonnenkloster Sitzenroda zum ersten Male urkundlich erwähnt.

Auf einer sich etwas über die Dorfstraße erhebenden Anhöhe mitten im Ort wurden Kirche (1731–32) und Pfarrhaus errichtet. Durch ihren Baumeister George Bähr (Erbauer der Dresdner Frauenkirche) gilt sie als die bedeutendste Sehenswürdigkeit in Schmannewitz.

Am Südrand des großen zusammenhängenden Waldgebietes Dahlener Heide in Sachsen gelegen, galt Schmannewitz schon vor dem Ersten Weltkrieg als Erholungsort. Als Begründer der Schmannewitzer Sommerfrische gilt der Zoologe und Weltreisende Alfred Brehm, dem zu seinem 50. Todestag (1934) der in der Heide gelegene Gedenkstein Brehms Ruhe gewidmet wurde.

Wirtschaft und Freizeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ende der 1990er Jahre entstanden in Schmannewitz zwei Rehabilitations-Kliniken: Die Christiaan-Barnard-Klinik für Herz- und Kreislauferkrankungen, onkologische und psychosomatische Erkrankungen sowie die Rehabilitationsklinik Dahlener Heide für Orthopädie sowie Psychosomatik und Psychotherapie. Träger sind die RHM Klinik- und Altenheimbetriebe.

Neben vielfältigen Freizeitmöglichkeiten wie Wandern, Radtouren und Nordic-Walking bietet der Ort ein Freibad mit Wasserrutsche.

Der Ort ist Station des Enduro-Grand Prix „Rund um Dahlen“, der eine lizenzierte Strecke der Deutschen Meisterschaft ist.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Dorfkirche, erbaut 1731/32 von George Bähr
  • Bockwindmühle von 1879 am Ortsrand
  • Bauernmuseum, in dem alte bäuerliche Geräte, Werkzeuge und Maschinen zur Feld- sowie Haus- und Hofarbeit zu sehen sind. Alte Arbeitstechniken wie das Schafscheren, Schaudreschen oder Spinnen werden hier vorgestellt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Cornelius Gurlitt: Schmannewitz. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 28. Heft: Amtshauptmannschaft Oschatz (II. Teil). C. C. Meinhold, Dresden 1905, S. 270.
  • Katrin Sprenger, Elke Porath: Geschichte des Tourismus in der Dahlener Heide - Erholungsort Schmannewitz. in: Sächsische Heimatblätter 54.4 (2008), S. 332–340.
  • Hartmut Finger: Das ‚Gemayne Buch‘ von Schmannewitz. Ein Dorf in Sachsen erlebt den Siebenjährigen Krieg. Dahlen, 2013.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Schmannewitz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Schmannewitz im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen