Dahlen (Sachsen)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Dahlen
Dahlen (Sachsen)
Deutschlandkarte, Position der Stadt Dahlen hervorgehoben

Koordinaten: 51° 22′ N, 13° 0′ O

Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Landkreis: Nordsachsen
Höhe: 158 m ü. NHN
Fläche: 71,87 km2
Einwohner: 4278 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 60 Einwohner je km2
Postleitzahl: 04774
Vorwahl: 034361
Kfz-Kennzeichen: TDO, DZ, EB, OZ, TG, TO
Gemeindeschlüssel: 14 7 30 060
Stadtgliederung: 10 Ortsteile bzw. Stadtbezirke
Adresse der
Stadtverwaltung:
Markt 4
04774 Dahlen
Website: www.heidestadt-dahlen.de
Bürgermeister: Matthias Löwe (WHD)
Lage der Stadt Dahlen im Landkreis Nordsachsen
ArzbergBad DübenBeilrodeBelgern-SchildauCavertitzDahlenDelitzschDoberschützDommitzschDreiheideEilenburgElsnigGroßtreben-ZwethauJesewitzKrostitzLaußigLiebschützbergLöbnitzMockrehnaMockrehnaMügelnNaundorfWiedemarOschatzRackwitzBelgern-SchildauSchkeuditzSchönwölkauMügelnTauchaTorgauTrossinWermsdorfWiedemarTorgauZschepplinWiedemarKarte
Über dieses Bild

Dahlen ist eine Stadt in Sachsen im Landkreis Nordsachsen. Bekannt ist Dahlen als Sackhupperstadt.

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt ist das Tor zur Dahlener Heide.

Die größeren Nachbarorte sind die Gemeinde Wermsdorf (11 km) und die Städte Oschatz (12 km), Wurzen (19 km) und Torgau (20 km).

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtteile der Stadt Dahlen
Stadtteil Einwohner
Dahlen 2.653
Großböhla, Kleinböhla, Neuböhla 431
Schmannewitz 596
Ochsensaal 187
Börln, Bortewitz, Schwarzer Kater, Radegast 630
Dahlen gesamt 4.497

Einwohnerzahlen am 31. Januar 2012

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dahlen wird im Jahr 1188 erstmals urkundlich erwähnt. Der Ort ist slawischen Ursprungs, das altsorbische Wort Dol'ane bedeutet Bewohner einer Niederung, eines Tales.[2] Seit dem Jahr 1228 besitzt Dahlen das Stadtrecht und war ein Lehen des Bischofs von Naumburg. Das Wappen der Stadt leitet sich von diesem Bistum ab.

In Dahlen wurden in den Jahren 1601 bis 1622 Hexenverfolgungen durchgeführt: Drei Personen gerieten in Hexenprozesse, zwei wurden hingerichtet.[3]

Der Preußenkönig Friedrich II. unterschrieb am 21. Februar 1763 im Dahlener Schloss den Friedensvertrag des Hubertusburger Friedens nach Beendigung des Siebenjährigen Krieges.[4]

1878 wurde der bis dahin gleichnamige Ort in der Rheinprovinz bei Mönchengladbach auf kaiserlichen Erlass in Rheindahlen umbenannt, da es im Norddeutschen Postbezirk häufig zur Verwechslung mit der sächsischen Gemeinde kam.

Zu DDR-Zeiten wurde bei Dahlen ein Ferienlager errichtet, das auch als GST-Wehrlager genutzt wurde.[5]

Die DDR plante ab 1980 in Schwarzer Kater bei Börln, unweit von Dahlen, den Bau eines Atomkraftwerks. Zu Baumaßnahmen kam es nicht, und die Planungen wurden nach der Wende im Frühjahr 1990 verworfen.

Seit 1. März 1994 besteht die Gemeinde Dahlen in der jetzigen Form.

Ein geplanter Zusammenschluss von Dahlen mit der Gemeinde Wermsdorf und der Stadt Mutzschen aus dem ehemaligen Muldentalkreis zur Stadt Hubertusburg wurde in einer Bürgerbefragung am 18. November 2007 von 82 % der teilgenommenen Dahlener abgelehnt.

Der Sackhupper

Sackhupperstadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die genaue Herkunft der Bezeichnung „Sackhupperstadt“ ist nicht endgültig geklärt. Möglich ist eine Verbindung zu folgender Legende: Die Sorben der Gegend hätten eines Tages geplant, den Kaiser Heinrich bei einem Ausflug in die Dahlener Heide aufzulauern und zu töten. Ein Dahlener Junge habe dies belauscht und den Kaiser warnen wollen, sei jedoch von den Sorben entdeckt und in einen Sack gesteckt worden. Des Nachts, als seine Bewacher schliefen, sei ihm dann die Flucht geglückt, indem er im Sack zum Kaiser gehüpft sei. Seit 1870 hat dann ein Fuhrwerksbesitzer jährlich ein Kinderfest veranstaltet, zu dem traditionsgemäß auch ein Sackhuppen gehörte und auf dem Marktplatz von Dahlen wurde schließlich eine Sackhüpfer-Statue von der LPG aufgestellt.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderatswahl 2019[6]
Wahlbeteiligung: 61,3 % (2014: 49,7 %)
 %
50
40
30
20
10
0
44,9 %
24,0 %
12,8 %
n. k.
11,3 %
7,0 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2014
 %p
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-12
-14
+3,3 %p
+9,2 %p
-2,8 %p
-12,1 %p
+1,9 %p
+0,6 %p
Rathaus Dahlen am Marktplatz

Seit der Gemeinderatswahl am 26. Mai 2019 verteilen sich die 14 Sitze des Stadtrates folgendermaßen auf die einzelnen Gruppierungen:

  • Wählergemeinschaft Heidestadt Dahlen (WHD): 7 Sitze (+ 1)
  • Unabhängige Bürgergemeinschaft (UBG): 3 Sitze + 1)
  • Freie Wählergemeinschaft (FWG): 2 Sitze (± 0)
  • CDU: 1 Sitz (± 0)
  • SPD: 1 Sitz (± 0)
  • LINKE: 0 Sitze (− 2)

Partnerstadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1999 unterhält Dahlen eine Städtepartnerschaft mit Cessy in Frankreich.

Gedenkstätten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtkirche Unserer Lieben Frauen, Dahlen

siehe auch: Liste der Kulturdenkmale in Dahlen

  • Heimatmuseum Dahlen
  • Bauernmuseum Schmannewitz
  • Stadtkirche Unser Lieben Frauen in Dahlen
  • Stadtpark Dahlen
  • Das spätbarocke Schloss Dahlen, das der kursächsische Staatsminister Heinrich Graf von Bünau in der Zeit von 1744 bis 1751 erbauen ließ.
  • Schloss Großböhla mit Schlosspark, Spätbarock, zeitweise im Besitz von Friedrich von Krosigk
  • Dorfkirche Ochsensaal aus dem 12. Jahrhundert (Romanik)
  • Barockkirche Schmannewitz, in den Jahren 1731/32 nach den Plänen von George Bähr erbaut
  • Schloss Börln, entstanden im Spätbarock auf den Resten einer Wasserburg, daneben das Gutspächterhaus und die Dorfkirche.
  • Das Rathaus Dahlen ist ein denkmalgeschütztes Objekt. Der an der Nordseite des Marktplatzes situierte ortsbildprägende Bau wurde 1888 in zeittypischen historistischen Formen errichtet. Der mit Treppengiebeln geschmückte Backsteinbau weist einen achteckigen Dachreiter mit Laterne auf.[7]
  • Skulptur Sackhupper auf dem Dahlener Markt
  • Königlich-sächsischer Meilenstein (Stationsstein) von 1859 am Bahnhof

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Traditionell im März oder April findet die Endurosport-Veranstaltung Rund um Dahlen statt. Neben einem regelmäßig stattfindenden Lauf zur Deutschen Meisterschaft fanden 2003 und 2019 auch ein Europa- bzw. Weltmeisterschaftslauf in Dahlen statt. Der Ausrichter MSC Dahlen e.V. unterhält eine Motocross-Trainingsstrecke auf dem Burgberg.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Christiaan-Barnard-Klinik in Schmannewitz
Rehabilitationsklinik Dahlener Heide in Schmannewitz

Im Ortsteil Schmannewitz wurden 1996 zwei Rehabilitations-Kliniken errichtet: Die Christiaan-Barnard-Klinik für Herz- und Kreislauferkrankungen, onkologische und psychosomatische Erkrankungen hatte die RHM Klinik- und Altenheimbetriebe als Betreiber, die Rehabilitationsklinik Dahlener Heide für Orthopädie sowie Psychosomatik und Psychotherapie gehörte zu den Dengg Kliniken. Seit 2016 gehören beide Kliniken zur Unternehmensgruppe Median Kliniken.[8][9]

Die Gemeinde setzt weiterhin auf den Tourismus, hervorzuheben sind die Reiterhöfe und Reitwege.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dahlen hat einen Bahnhof seit 16. September 1838 an der Bahnstrecke Leipzig–Dresden.

Die Stadt liegt im Verbundgebiet des Mitteldeutschen Verkehrsverbundes und ist durch die Omnibus-Verkehrsgesellschaft Heideland sowie den Reiseverkehr Schulze mit einer PlusBus- sowie weiteren Regionalbuslinien angebunden.

Die Bundesstraße 6 führt bei Neuböhla durch den Süden des Gemeindegebietes, weitere Anbindungen bestehen über drei Staatsstraßen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Personen mit Verbindung zu Dahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Cornelius Gurlitt: Dahlen. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 27. Heft: Amtshauptmannschaft Oschatz (I. Teil). C. C. Meinhold, Dresden 1905, S. 77.
  • Rico Heyl: Kleine Städte kleiner Herren. Verfassung und Verwaltung der Städte Belgern, Dahlen und Penig im späten Mittelalter (1350 - 1520). In: Blätter für deutsche Landesgeschichte 152 (2016), S. 99–186.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Dahlen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung des Freistaates Sachsen jeweils am Monatsende ausgewählter Berichtsmonate nach Gemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Ernst Eichler und Hans Walther: Sachsen. Alle Städtenamen und deren Geschichte, Faber und Faber Verlag, Leipzig 2007, ISBN 978-3-86730-038-4, S. 52
  3. Manfred Wilde: Die Zauberei- und Hexenprozesse in Kursachsen, Köln, Weimar, Wien 2003, S. 554f
  4. Der Friede von Hubertusburg, Freundeskreis Schloss Hubertusburg
  5. Facebook-Eintrag
  6. sachsen.de – Wahlen: Ergebnisse der Gemeinderatswahl 2019 in Dahlen
  7. Georg Dehio: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler, Sachsen II. Deutscher Kunstverlag 1998, S. 173.
  8. https://www.median-kliniken.de/de/median-zentrum-fuer-rehabilitation-schmannewitz/ueber-uns/, abgerufen am 30. Januar 2020
  9. https://rehanews24.de/20-jahre-median-kliniken-schmannewitz-lachen-schadet-ihrer-krankheit/, abgerufen am 30. Januar 2020