Schmarbeck

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Schmarbeck
Gemeinde Faßberg
Koordinaten: 52° 53′ 59″ N, 10° 12′ 9″ O
Höhe: 72 (71–76) m
Einwohner: 180
Eingemeindung: 1. Januar 1973
Eingemeindet nach: Poitzen
Postleitzahl: 29328
Vorwahl: 05055
Bauernhaus („Niedersachsenhaus“)

Schmarbeck ist ein Ortsteil der Gemeinde Faßberg im Landkreis Celle. Er liegt im Norden des Naturparks Südheide in der Lüneburger Heide. Hierzu gehören auch die Ortsteile Oberohe und Niederohe.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In einer aus dem Jahr 1004 stammenden Urkunde wird der Heide-Bach Schmarbeck als Marcbik bezeichnet. Herzog Bernhard von Sachsen überließ dem Kloster St. Michael zu Lüneburg für silbernes Kirchengerät im Gewicht von 513 Pfund, das sein Vater Hermann geschenkt hatte und das er mit Zustimmung des Abtes Rigdag (von Kloster Berge bei Magdeburg) wieder an sich nahm, einen Landkomplex, die curtis Gerdau(ge).[1]

Die Schmarbeck war ein wichtiger Grenzpunkt zur Klärung von Besitzrechten. Schmar-Beck ist demnach die Wortbedeutung für Grenz-Bach. Eine zweite Bedeutung des Namens kann auch Schmar(len)-Beck sein, der Bach und die Erlen.

Im Jahr 1060 erfuhr die Schmarbeck wiederum urkundliche Erwähnung. Es ging um die Neuordnung der so genannten Holzmarkgrenze der Verdener Kirche. Nach einer Urkunde aus dem Jahre 1197 verkaufte die Kirche St. Willehadi zu Bremen dem Kloster Walsrode die Güter zu Wardböhmen, Bleckmar, Hasselhorst und Schmarbeck (Smerebike), da diese Güter wegen ihrer Entlegenheit wenig Nutzen brachten.[2]

Vor der ältesten Erwähnung des Diershofes in Schmarbeck um 1450 ist nichts über eine bäuerliche Ansiedlung verzeichnet. Der Meyerhof gehörte 1563 einem Laurenz Meiger. Der Wichtendahlshof gehörte 1563 Meinecke Wichtendahl. Der Solenhof gehörte 1563 einem Helmcke Soele.

Von 1852 bis 1973 war Schmarbeck selbstständige Gemeinde. Ernst Günther Kuhlmann war der letzte Bürgermeister der Gemeinde Schmarbeck.

Am 1. Januar 1973 wurde Schmarbeck im Zuge der Gebietsreform in Niedersachsen nach Poitzen eingemeindet[3] und hörte auf, als selbstständige Gemeinde zu bestehen.

Am 1. Januar 1977 wurde die vormals selbstständige Gemeinde Poitzen nach Faßberg eingemeindet.

Zwischen Schmarbeck und Gerdehaus liegt der kleine Ort Schmarbeck-Grube. Vor einigen Jahren wurde in der großen Grube, die dort zu finden ist, Kies abgebaut. Seit langer Zeit gibt es jedoch keine Arbeiten mehr dort. Der Ort zählt zehn Häuser und geschätzte 20–25 Einwohner.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsvorsteher in Schmarbeck ist Carl-Wilhelm Kuhlmann (SPD).[4]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der alte bäuerliche Charakter des Ortes ist in großen Teilen erhalten geblieben. Es finden sich noch Niedersachsenhäuser, Treppenspeicher und rietgedeckte Heidschnuckenställe.

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Christoph M. Glombek: Chronik der Gemeinde Faßberg mit den Ortschaften Müden/Örtze, Poitzen und Schmarbeck. Faßberg 2002.
  • Matthias Blazek: Die geheime Großbaustelle in der Heide – Faßberg und sein Fliegerhorst 1933–2013. Ibidem, Stuttgart 2013, ISBN 978-3-95538-017-5.
  • Faßberg – Luft- und Raumfahrt in der Heide, Broschüre zum AeroSpaceDay Faßberg, Eigenverlag der Gemeinde Faßberg, Faßberg 2013, ISBN 978-3-00-042877-7.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Urkunde vom 25. Juli 1004. Wilhelm von Hodenberg, Verdener Geschichtsquellen, 2. Heft, Celle 1857, Capaun-Karlowa'sche Buchhandlung, S. 211.
  2. Ausführlich: Blazek, Matthias: „Ahnsbeck im Hoch- und Spätmittelalter“, in: Ahnsbeck, Ahnsbeck 2003, S. 73–80.
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 224.
  4. Ortsvorsteher der Gemeinde Faßberg