Schura Hamburg

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Schura Hamburg (SCHURA – Rat der islamischen Gemeinschaften in Hamburg e.V.; Hamburg VR 16234) ist ein im Juli 1999 erfolgter Zusammenschluss von mehreren Moscheevereinen und weiteren muslimischen Einrichtungen und Bildungsträgern in Hamburg.

Vorsitz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Schura Hamburg hat drei Vorsitzende. Mit Stand 2017 sind dies: Mustafa Yoldaş (niedergelassener Arzt) von der Centrum-Moschee. Er ist Funktionär von Millî Görüş[1] und war Vorsitzender der inzwischen verbotenen Internationalen Humanitären Hilfsorganisation (IHH);[2] Ayatollah Reza Ramezani (schiitischer Geistlicher) vom Islamischen Zentrum Hamburg und Daniel Abdin vom Islamischen Zentrum Al Nour e.V.[3]

Bedeutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Schura ist ein Dachverband auf Landesebene, der versucht als eine Vertretung der Muslime in Hamburg Anerkennung zu finden. Sie vertritt (Stand 2009) ca. 40 verschiedene Moscheegemeinden sowie islamische Frauen-, Kultur- und Studentenvereinigungen und organisiert, neben türkischen, arabischen und deutschen Vereinen, auch multiethnische Gruppen.[4] In der Schura Hamburg sind auch einzelne Gemeinden der türkischen Organisation DITIB vertreten.

Schätzungen zufolge gibt es in Hamburg mehr als 120.000 Muslime. Die Schura gibt an, 80 % dieser Muslime zu vertreten. Die tatsächliche Zahl dürfte weit darunter liegen. Wenn man nur davon ausgeht, dass sämtliche Besucher des Freitagsgebets sich von der Schura vertreten fühlen, dann dürfte die Zahl der vertretenen Muslime sich auf höchstens 10.000 schätzen lassen. Realistisch wäre wohl eine Zahl zwischen 5.000 und 8.000 Muslimen in der Hansestadt, für welche die Schura sprechen kann.

2007 stand die Schura neben der DITIB und den Alevitischen Gemeinden in Hamburg mit dem Senat in Verhandlungen für die Einführung eines islamischen Religionsunterrichtes. Außerdem gibt es Bemühungen dahingehend als Religionsgemeinschaft von der Stadt Hamburg anerkannt zu werden bzw. einen Staatsvertrag für Muslime auf den Weg zu bringen.[5]

Özlem Nas, Frauenbeauftragte der Schura und Funktionärin des BIG e.V. vertrat die Schura im Hamburgerer Integrationsbeirat während dessen 20. Legislaturperiode.[6]

Die Schura setzt sich nach eigenen Angaben entschieden gegen Ehrenmorde und Zwangsverheiratungen ein.[7] Zudem lehnt sie im Namen der Muslime Gewalt als Mittel der politischen Auseinandersetzung ab, mit dem Hinweis, dass der Islam „im Falle von Unrecht und Unterdrückung“ ein Widerstandsrecht anerkenne. Ein solcher Widerstand müsse jedoch „maßvoll und wohl abgewogen“ sein. Ein gewaltsamer Widerstand sei dann erlaubt, wenn „zur Befreiung von schwerer Unterdrückung“ keine andere Möglichkeit verbleibe. Solange Rechtsstaatlichkeit und Demokratie herrschten, hält die Schura den Eintritt dieses Tatbestands jedoch für ausgeschlossen und Gewalt für nicht legitim.[8]

In den Berichten des Hamburger Verfassungsschutzes seit 2008 wird die Schura nicht ausdrücklich erwähnt. Allerdings wird in ihnen regelmäßig berichtet, dass das Islamische Zentrum Hamburg (IZH), dessen propagiertes Gesellschaftsverständnis als im Widerspruch zu den Prinzipien und Werten der freiheitlichen demokratischen Grundordnung stehend bewertet wird, innerhalb der Vereinigung in führender Position mitwirkt.[9][10]

Besondere Aktivitäten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erstmals zu den Bürgerschaftswahlen im Herbst 2001 hatte die Schura „islamische Wahlprüfsteine“ formuliert und Vertreter der Parteien zu einer Podiumsdiskussion in die Moschee eingeladen.

Im Dezember 2004 hat die Schura mehrere Mahnwachen „gegen den Terror“ organisiert.[11]

Der Frauenausschuss der Schura beteiligte sich im November 2005 an einem Aktionstag „Nein zur Gewalt gegen Frauen“.

Im Februar 2008 veranstaltete die Schura eine Podiumsdiskussion „Muslime vor der Wahl“ in der Nour-Moschee in Hamburg St. Georg.[12]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/diereportage/982856/
  2. http://presseservice.pressrelations.de/pressemitteilung/bundesinnenminister-dr-de-maiziere-verbietet-hamas-spendenverein-417592.html
  3. Website der Schura Hamburg und Angaben zum Vorstand. Abgerufen am 11. September 2017.
  4. Mitglieder. schurahamburg.de, 2009, archiviert vom Original am 10. Juli 2009; abgerufen am 23. Juli 2017.
  5. Staatsvertrag mit Muslimen - Gespräche verlaufen positiv, Hamburger Abendblatt vom 14. August 2007
  6. Kontaktdaten des Integrationsbeirats der 20. Legislaturperiode (Stand: Oktober 2013). hamburg.de, 2015, archiviert vom Original am 24. September 2015; abgerufen am 23. Juli 2017 (PDF, ca. 454 KB).
  7. Presseerklärung vom 27. Mai 2008
  8. http://schura-hamburg.de/index.php?option=com_content&view=article&id=46&Itemid=60 Grundsatzpapier der Schura e. V.
  9. Verfassungsschutzbericht 2008, S. 62. Auf hamburg.de, abgerufen am 23. Juli 2017 (PDF, ca. 3,65 MB)
  10. Verfassungsschutzbericht 2016, S. 58. Auf hamburg.de, abgerufen am 23. Juli 2017 (PDF, ca. 4,21 MB)
  11. Schura Hamburg: Mahnwache
  12. Muslime vor der Wahl