Schwarze Mamba

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel beschreibt das Tier Schwarze Mamba, für den Spitznamen der BahnCard 100 siehe BahnCard.
Schwarze Mamba
Schwarze Mamba

Schwarze Mamba

Systematik
Unterordnung: Schlangen (Serpentes)
Überfamilie: Nattern- und Vipernartige (Colubroidea)
Familie: Giftnattern (Elapidae)
Unterfamilie: Echte Giftnattern (Elapinae)
Gattung: Mambas (Dendroaspis)
Art: Schwarze Mamba
Wissenschaftlicher Name
Dendroaspis polylepis
(Günther, 1864)

Die Schwarze Mamba (Dendroaspis polylepis) ist mit einer durchschnittlichen Länge von etwa 2,50 Metern und einer Maximallänge von über 4,50 Metern die längste Giftschlange Afrikas.

Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Schwarze Mamba wird in der Regel etwa 2,50 m lang, kann aber im Extremfall sogar bis zu 4,50 m Länge erreichen. Sie ist damit nach der Königskobra die zweitlängste Giftschlange der Welt. Die Farbe der Tiere variiert zwischen olivbraun, dunkelbraun und dunkelgrau. Jungschlangen sind heller in ihrer Färbung. Der hintere Teil des Rückens kann zusätzlich dunkel gefleckt sein. Die Bauchseite ist dagegen cremefarben, teilweise gelb oder grünlich gescheckt. In der Körpermitte liegen die Rückenschuppen in 23 bis 25, selten 27, Schuppenreihen um den Körper.

Die dunkle Innenseite des Mauls ist namensgebend für die Schwarze Mamba

Namensgebend ist nicht die Hautfärbung, sondern die dunkle Innenseite des Mauls,[1] dessen Farbe zwischen dunkelblau und tintenschwarz variiert. Die Augen sind dunkelbraun bis schwarz und haben einen silberweißen bis gelben Rand um die runden Pupillen.

Verbreitung und Lebensraum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Schwarze Mamba ist in Süd- und Ostafrika südlich der Sahara beheimatet. Die nördlichsten Vorkommen liegen im östlichen Afrika in Eritrea und im Westen in Namibia. Angebliche Nachweise aus Westafrika (Senegal) aus den 1950er-Jahren sind zweifelhaft.

Als Lebensraum bevorzugt die Schlange bewaldete Savannengebiete, steinige Hügel sowie Wälder an Flussläufen. Als Verstecke nutzt sie Höhlungen unter Steinen, hohle Bäume und auch Termitenbauten. Im Regelfall lebt sie am Boden, sie kann jedoch auch klettern und sich in Bäumen fortbewegen.

Lebensweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Schwarze Mamba ist eine tagaktive Einzelgängerin, die vor allem wenige Stunden nach Sonnenaufgang bis etwa eine Stunde vor dem Sonnenuntergang aktiv ist. Die Kontakte mit anderen Schwarzen Mambas beschränken sich ausschließlich auf die Paarungszeit, und auch nach der Paarung gibt es keine Paarbildung. Zum Sonnenbaden benutzen Mambas regelmäßig genutzte sonnige Stellen. Die Geschwindigkeit, mit der sie sich fortbewegen, liegt bei bis zu 20 km/h, wodurch diese Art zu den schnellsten Schlangen gehört. Während der Fortbewegung berühren dabei immer nur etwa zwei Drittel des Körpers den Boden, das vordere Drittel ist angehoben.

Ernährung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Schwarze Mamba bei der Nahrungsaufnahme

Die Schwarze Mamba ernährt sich vor allem von kleinen Säugetieren wie Mäusen und Ratten, Hörnchen oder Schliefern, seltener jagt sie auch Vögel. Sie jagt, indem sie sich an die Beute anschleicht, dann kurz zubeißt und sich anschließend zurückzieht, bis das Neurotoxin die Beute lähmt. Vögel hält sie umklammert, bis das Gift seine Wirkung entfaltet. Der Tod tritt dann meist durch Atemlähmung ein. Die Beute wird vollständig geschluckt und innerhalb von acht bis zehn Stunden verdaut.

Verteidigung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über Fressfeinde der Schwarzen Mamba ist wenig bis gar nichts bekannt. Wie bei vielen Schlangen kommen als Prädatoren vor allem andere Schlangen, Krokodile, Warane sowie Greifvögel in Frage.

Die Schwarze Mamba ist im Regelfall scheu und versteckt sich häufig; bei Störungen versucht sie sich zurückzuziehen. Ist ein Rückzug nicht möglich, ist sie aggressiv und setzt ihren Biss als Verteidigung ein. Beim Angriff hebt die Schlange ihren Vorderkörper, öffnet das Maul und zischt direkt vor dem Zustoßen. Dies erfolgt sehr schnell und häufig mehrfach hintereinander. Wenn der Störer sich bei der Drohgebärde langsam zurückzieht, versucht auch die Schlange zu fliehen.

Fortpflanzung und Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über die Fortpflanzung und die Entwicklung der Schwarzen Mamba ist relativ wenig bekannt. Die Paarungszeit der Schwarzen Mamba liegt im Frühling. Dabei finden die Männchen die Weibchen über eine Duftspur und überprüfen sie, indem sie mit der Zunge (und damit ihrem Geruchsorgan) über den Körper des Weibchens fahren. Konkurrierende Männchen führen Rivalenkämpfe aus, indem sie ihre Körper umeinanderschlingen und dabei bis zu einem Meter vom Boden aufsteigen. Die lang anhaltende Kopulation erfolgt durch das Einführen der Hemipenes in die weibliche Kloake. Nach der Paarung trennen sich die Tiere wieder.

Die etwa sechs bis 17 Eier der oviparen Art werden nach etwa zwei bis drei Monaten in ein geeignetes Substrat abgelegt und sich selbst überlassen. Sie entwickeln sich über weitere zwei bis drei Monate nach der Ablage. Beim Schlüpfen öffnen die Jungschlangen die Eihülle mit Hilfe eines Eizahnes, die Tiere sind vollständig entwickelt und können selbst nach Nahrung suchen. Durch den aufgenommenen Dotter sind sie allerdings für eine Zeitlang mit Nahrung versorgt. Auch die Giftdrüsen und Giftzähne sind zum Zeitpunkt der Geburt voll entwickelt.

Über die Lebensdauer der Art in freier Wildbahn ist, wie bei den meisten Schlangen, nichts bekannt. Die längste Haltungsdauer einer Schwarzen Mamba beträgt etwa elf Jahre, man geht jedoch davon aus, dass sie auch älter werden können.

Systematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben der Schwarzen Mamba gibt es drei weitere Arten in der Gattung Dendroaspis:

Giftwirkung bei Menschen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Begegnungen zwischen der Schwarzen Mamba und dem Menschen sind relativ häufig, da sich die Schlange nicht selten in der Nähe menschlicher Ansiedlungen aufhält und der Ruheplatz häufig im Dachstuhl eines bewohnten Hauses oder in Nebengebäuden einer Farm gesucht wird. Obwohl die Schlange dem Menschen meistens aus dem Weg geht, gilt sie trotzdem als deutlich aggressiver als viele andere Giftschlangen.

Das Gift der Schwarzen Mamba ist – ebenso wie das anderer Mambaarten – ein Neurotoxin und auch für den Menschen sehr gefährlich. Die Wirkung wird im Wesentlichen durch mehrere Peptide unterschiedlicher Länge hervorgerufen. Neben der neurotoxischen Wirkung führen zusätzlich Kardio- und Zytotoxine zu Schäden am Herzmuskelgewebe. Die nur im Gift der Mambaarten enthaltenen Dendrotoxine blockieren bestimmte Subtypen spannungsgesteuerter Kaliumkanäle, was u.a. eine Störung der elektrischen Reizausbreitung im Herzen zur Folge haben und mit Herzrhythmusstörungen einhergehen kann.[2] Mit einem Biss kann sie bis zu 400 Milligramm Gift in die Wunde injizieren. Bereits eine Menge von 15 bis 20 Milligramm kann bei einem erwachsenen Menschen tödlich wirken und im Extremfall innerhalb von 20 Minuten zum Tod durch Atemstillstand führen.

Französische Pharmakologen berichteten im Oktober 2012 über zwei im Gift neu entdeckte Peptide, sogenannte Mambalgine, die im Tierversuch eine starke analgetische Wirkung zeigten,[3] indem in der Nervenzelle die protonenabhängigen Kationenkanäle blockiert werden.[4]

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Dendroaspis-Arten; Mamba-Arten, gifte.de, abgerufen am 24. Oktober 2015
  2. Wolfgang Forth (Hrsg.): Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie. 7. Aufl. Spektrum Verlag, Heidelberg 1996, ISBN 3-8274-0088-0, S. 891, Kapitel 32.10.
  3. Mambalgin: Schlangengift könnte Schmerzen lindern, Deutsches Ärzteblatt, 4. Oktober 2012
  4. Sylvie Diochot et al: Black mamba venom peptides target acid-sensing ion channels to abolish pain. Nature 490, 552–555, 25. Oktober 2012. doi:10.1038/nature11494.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Schwarze Mamba – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bill Branch: Field Guide to the Snakes and Other Reptiles of Southern Africa. Ralph Curtiss Books, Sanibel Island, Fla. 1998, ISBN 0-88359-042-5 (Nachdr. d. Ausg. Kapstadt 1988).
  • Vivian FitzSimons: A Field Guide to the Snakes of Southern Africa. Collins, London 1978, ISBN 0-00-219327-2 (Nachdr. d. Ausg. London 1970).
  • John Marais: A Complete Guide to the Snakes of Southern Africa. 2. Aufl. Struik Press, Kapstadt 2004, ISBN 1-86872-932-X.
  • Stephen Spawls, Bill Branch: The Dangerous Snakes of Africa. Natural history, species directory, venoms and snakebite. Blandford, London 1995, ISBN 0-7137-2394-7.