Schwefeloxide

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Als Schwefeloxide (allgemeine Formel SxOy) bezeichnet man die Oxide des chemischen Elements Schwefel.

Da Schwefel unterschiedliche Oxidationszahlen annehmen kann, gibt es mehrere verschiedene Schwefeloxide.

Schwefeloxide[1]
Oxidationsstufe von S Summenformel Bezeichnung Strukturformel
< +1 SnO n = 5-10 Polyschwefelmonoxide
< +1 S7O2 Heptaschwefeldioxid Heptasulfurdioxoide.svg
+1 S2O Dischwefelmonoxid Disulfur monoxide.svg
+2 SO Schwefelmonoxid Sulfur monoxide.svg
+2 S2O2 Dischwefeldioxid Disulfur dioxide.svg
+4 SO2 Schwefeldioxid Sulfur dioxide.svg
+6 SO3 Schwefeltrioxid SO3 Sulfur trioxide.svg
+6 SO4 Schwefeltetroxid Sulfur tetroxide.svg
+6 (SO3-4)n Polyschwefelperoxid

Schwefeloxide entstehen bei der Verbrennung von Schwefel und schwefelhaltigen Brennstoffen (Kohle, Benzin, Heizöl, Dieselkraftstoff), aber auch aufgrund von natürlichen Vorgängen z. B. bei Vulkanausbrüchen.

Schwefel bildet bei Verbrennungsvorgängen vor allem zwei Oxide:

Beide Schwefeloxide bilden in wässriger Lösung Säuren. Aus Schwefeldioxid entsteht so die unbeständige Schweflige Säure, aus Schwefeltrioxid die sehr wichtige Schwefelsäure. Beide Säuren spielen u. a. bei der Versauerung von Seen durch sauren Regen und beim Waldsterben eine Rolle. Beide Schwefeloxide sind auch als Gas giftig.

Im Rahmen des Bundes-Immissionsschutzgesetzes und seiner Folgevorschriften sowie analoger Umweltgesetze wird der Begriff Schwefeloxid als Summenparameter für beide Schwefeloxide benutzt, die Angabe erfolgt als Äquivalent zum Schwefeldioxid.

Weitere Schwefeloxide sind Polyschwefelmonoxide SnO (mit n = 5–10). Diese sind Suboxide, bei denen die Schwefelatome im Durchschnitt eine Oxidationszahl niedriger als +I haben, tatsächlich aber verschiedene Oxidationszahlen aufweisen. Darüber hinaus gibt es auch noch Polyschwefelperoxide (SO3–4)n, die Oxidationszahl des Schwefels beträgt +VI.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ralf Steudel (2003): Sulfur-Rich Oxides SnO and SnO2 (n>1). In: Top. Curr. Chem. 231; 203–230; doi:10.1007/b13185
  • Ralf Steudel (2008): "Chemie der Nichtmetalle", 3. Aufl., de Gruyter, Berlin, S. 455–462.
  • Wong, M.W., Steudel Y., Steudel, R. (2007): Structures and vibrational spectra of the sulfur-rich oxides SnO (n = 4–9): the importance of π*-π* interactions. In: Chemistry European Journal 13(2); 502–514; PMID 17013961

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Riedel, E. ; Janiak, C.: Anorganische Chemie, 9. Auflage, 2015 Walter de Gruyter GmbH & Co. KG, Berlin/Boston, ISBN 978-3-11-035528-4, S. 469–472, (abgerufen über De Gruyter Online).