Senegal-Flughuhn

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Senegal-Flughuhn
Senegal-Flughuhn

Senegal-Flughuhn

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Pteroclidiformes
Familie: Flughühner (Pteroclidae)
Gattung: Eigentliche Flughühner (Pterocles)
Art: Senegal-Flughuhn
Wissenschaftlicher Name
Pterocles senegallus
(Linnaeus, 1771)

Das Senegal-Flughuhn (Pterocles senegallus) ist ein 33–35 Zentimeter großer Vertreter aus der Familie der Flughühner.

Aussehen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Tiere haben ein hellbraunes Rücken- und Bauchgefieder. Der Hals und der Kopf sind grau, unter dem Auge ist ein großer, helloranger Fleck. Der Schnabel und die kurzen Beine sind schwarz. Der Schnabel ist mit feinen Federn versehen, um das Eindringen von Sand in ihre Lungen zu verhindern. Der Schwanz ist oben hellbraun und unten schwarz, Die Schwanzspitze ist gefächert und läuft in zwei schwarze Spitzen aus. Die mit Federn versehenen Füße und die drei breiten Zehen verhindern ein tiefes Einsinken im weichen Wüstensand. Die Hinter Zehe ist klein und knöchrig.

Verbreitung und Lebensraum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diese Art kommt in Nordafrika und im südwestlichen Asien vor. Sie bewohnt die dortigen Wüsten und Halbwüsten sowohl im Flachland als auch auf den dortigen Hochplateaus, kommt auch in spärlich bewachsen Grassteppen vor.

Lebensweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Senegal-Flughuhn lebt in Kolonien von bis zu 100 Individuen zusammen. Die Tiere leben in Einehe. Da sie oft trinken müssen, sind sie vor allen in der Nähe von kleineren Wasserstellen anzutreffen. Ihre Hauptaktivitätszeit ist die frühe Vormittags- und späte Nachmittagszeit. In der Mittagszeit suchen sie kleine Büsche auf, um sich vor der sengenden Sonne und ihren Fressfeinden zu verstecken. An den Wasserlöchern stehen sie meist knietief im Wasser und stoßen den Schnabel nur kurz in das Wasser, bis zu 10 Mal hintereinander. Sie sind aber auch am Boden sehr schnell unterwegs. Ihre Nahrung Pflanzensamen suchen sie am Boden. Um diese besser verdauen zu können, schlucken sie kleine Kieselsteine, welche dem Magen helfen, die Nahrung noch gründlicher zu zerreiben. Am Tage legen sie bis zu 80 Kilometer zurück. Ihre durchschnittliche Fluggeschwindigkeit beträgt zwischen 20 und 30 km/h, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei etwa 70 km/h. Im Fluge stoßen sie melodische "wittoo- wittoo"-Laute aus. Bei sehr hohen Temperaturen (über 37 °C) wird die Aktivität eingeschränkt. Zu ihren natürlichen Feinden zählen Füchse, Schakale und Mangusten.

Fortpflanzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Fortpflanzungsperiode ist je nach Vorkommensgebiet variabel. Im Nildelta ist es der April und im Mai in der Nord- und Nordostsahara. In eine flache, nackte Mulde am Boden legt das Weibchen 2–3 gelblichbraune, mit braunen und rotbraunen Flecken versehene Eier. Das Gelege wird von beiden Partnern bebrütet. Im Nest halten die Eier für kurze Zeit Temperaturen bis zu 50 °C aus. Das Weibchen übernimmt die Tagesschicht während das Männchen nachts für das Gelege verantwortlich ist. Der eine Partner versorgt den jeweils anderen mit Nahrung und Wasser. Nach 23–24 Tagen schlüpfen die Jungen. Sie werden von beiden Elternteilen mit im Kropf der Eltern vorverdauten Samen, manchmal auch mit kleineren Insekten gefüttert. Zur Wasserversorgung der Nestlinge dient das sehr saugfähige Brustgefieder der Alt Vögel. An einer Wasserstelle lassen sich die Vögel nieder und halten den Bauch an die Wasseroberfläche. Das Gefieder saugt das Wasser von dort auf und speichert es für den Rückflug zum Nest. Die Jungen lecken das Wasser das dem Gefieder des Altvogels her aus. Die Jungen verlassen das Nest im Alter von 4 Wochen, werden danach noch bis zum Flüggewerden im Alter von 2 Monaten von den beiden Eltern versorgt. Es wird pro Jahr nur eine Brut angelegt. Erst im Alter von einem Jahr sind die Jungen selbst geschlechtsreif.

Ei des Senegal-Flughuhns

Gefährdung und Schutzmaßnahmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Da diese Art noch relativ häufig vorkommt und keine Gefährdungen bekannt sind wird sie von der IUCN als (Least Concern) nicht gefährdet eingestuft.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jirí Felix: Tierwelt Afrikas in Farbe. Müller, Erlangen 1989, S. 248, 249.
  • Christopher Perrins: Die BLV Enzyklopädie Vögel der Welt. BLV, München / Wien / Zürich 2004, ISBN 3-405-16682-9, S. 284–287.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Senegal-Flughuhn (Pterocles senegallus) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien