Shiny Flakes

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Shiny Flakes ist das Pseudonym des verurteilten deutschen Drogenhändlers Maximilian Schmidt. Schmidt betrieb bis 2015 eine illegale Drogenhandelsplattform im Internet aus seinem Jugendzimmer im Elternhaus in Leipzig heraus. Mit 20 Jahren wurde er verhaftet, und Drogen im Wert von vier Millionen Euro wurden sichergestellt. Insgesamt betrug die polizeilich registrierte Gesamtmenge rund eine Tonne. Im Jahr 2022 wurde er erneut angeklagt.[1]

Drogenhandel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oberstaatsanwalt Ricardo Schulz stellte fest, dass Maximilian Schmidt von Dezember 2013 bis zum 26. Februar 2015 insgesamt rund 600 Kilogramm Drogen in mehreren tausend Fällen verschickt hatte. Die Drogen bestellte er über das Darknet zu einem Übergabepunkt nahe seinem Elternhaus. Um keinen Verdacht zu erwecken, gab sich Maximilian Schmidt bei den Übergaben der Pakete (auch größerer Mengen) lediglich als Kurier bzw. annehmende Person aus. In seinem Kinderzimmer verpackte er die Drogen und sendete sie per Post (Packstation oder anonymisierter Briefeinwurf) mit verschiedenen anonymisierten Absenderadressen an seine Kunden. Obwohl seine Website sich nicht im Darknet befand, war eine Strafverfolgung für die Sicherheitsbehörden anfangs nur schwer möglich, da sie auf ausländischen Servern gehostet war.[2]

Verhaftung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2015 stürmte die Polizei sein Zimmer und nahm ihn fest. Die sächsische Polizei stellte anschließend Datenträger, seinen Laptop, diverse Mobiltelefone, Portionierungs- und Verpackungsutensilien, 48.000 Euro Bargeld sowie 341 Kilogramm Betäubungsmittel bei ihm sicher.

Beschlagnahmte Datenträger konnten durch ein bei der Durchsuchung seines Zimmers aufgefundenes Passwort entschlüsselt werden, wodurch Behörden diverse Kundendaten einsehen und Folgeverfahren in die Wege leiten konnten.

Die beschlagnahmte Domain des Internetauftritts wurde anschließend durch die Polizei als Webpräsenz zur Nachwuchsgewinnung genutzt.

Verurteilung und Folgen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Maximilian Schmidt wurde auf Grundlage des Jugendrechts zu einer Haftstrafe von sieben Jahren verurteilt und nach vier Jahren und sieben Monaten vorzeitig auf Bewährung entlassen.

Da nicht alle seiner für die Transaktionen genutzten Krypto-Wallets entschlüsselt werden konnten, bleibt weiterhin unklar, über welches Vermögen Maximilian Schmidt bis heute verfügt.

Zweites Ermittlungsverfahren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im März 2021 wurde durch die Polizei mitgeteilt, dass gegen Maximilian Schmidt und weitere ein erneutes Ermittlungsverfahren eingeleitet worden sei, da der Verdacht der Eröffnung und des Betriebs eines neuen Onlineshops zum Verkauf illegaler Substanzen bestehe. Laut Ermittlungsbehörden bestehe aufgrund der Ähnlichkeiten der Shopsysteme ein dringender Verdacht, dass Maximilian Schmidt in die Erstellung und den Betrieb des Shops eingebunden sei. Dies sei ab April 2019 der Fall gewesen. Wenn der Verdacht bestätigt würde, hätte Maximilian Schmidt aus dem Gefängnis gearbeitet. Über den Shop wurden 500 Sendungen diverser Rauschmittel verschickt.[3]

Da das Verfahren gegen Maximilian Schmidt noch nicht abgeschlossen ist, gilt im Falle einer Anklage bis zum Abschluss des Gerichtsverfahrens die Unschuldsvermutung.[2]

Kunst und Film[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Netflixserie How to Sell Drugs Online (Fast) basiert lose auf Shiny Flakes. Die Doku Shiny Flakes: The Teenage Drug Lord beschreibt aus der Sicht von Maximilian Schmidt und einigen Beamten das Geschehen.

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. https://tarnkappe.info/artikel/szene/dark-commerce/shiny-flakes-neue-anklage-beim-landgericht-leipzig-213444.html vom 10. Februar 2022, Abruf am 6. März 2022
  2. a b Shiny Flakes: Aufstieg und Fall eines 20-jährigen Drogenbarons. Abgerufen am 4. September 2021.
  3. https://www.spiegel.de/panorama/justiz/leipzig-shiny-flakes-soll-in-haft-drogen-verkauft-haben-a-288a248f-fd99-4278-b798-71e8c264c08d vom 10. Februar 2022, Abruf am 6. März 2022