Siemens-Schuckert I

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Siemens-Schuckert I

Siemens-Schuckert I war ein halbstarres Luftschiff der Siemens-Schuckert-Werke. Die Arbeiten an dem Schiff begannen im November 1907.[1] Die Endmontage und Zusammenkunft mit der Hülle fand im Jahr 1909 statt. 1911 wurde das Schiff in der weltweit ersten drehbaren Luftschiffhalle in Biesdorf-Süd fertiggestellt und dort stationiert.[2] Das Luftschiff stieg am 23. Januar 1911 zu seiner ersten Fahrt auf, die 40 Minuten dauerte.

Nach 28 schadensfreien Versuchsfahrten (andere Quellen sprechen von insgesamt 73 Fahrten) wurde das Luftschiff auf 15.000 m³ vergrößert und nach weiteren 36 Fahrten an die Heeresverwaltung verkauft. Am 2. Februar 1912 nahm Ferdinand Graf von Zeppelin an einer Fahrt teil.

Das Schiff ging während einer Routine-Landung verloren, als es in einem Graben hart aufschlug.

Die Angaben über die Qualität des Schiffes sind widersprüchlich. Einerseits übertraf es alle bisherigen Schiffe im Hinblick auf Geschwindigkeit und Zuladung um ein Vielfaches. Es hatte das dreifache Volumen bisheriger Prallluftschiffe. Andererseits stellte es die Militärs unter anderem wegen der zu geringen Steighöhe nicht zufrieden, und die aufkommenden Zeppeline stellten den technischen Vorsprung in den Schatten. Siemens stellte seine Luftschiff-Entwicklung nach den Erfahrungen mit dem Siemens-Schuckert I ein.

Technik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Länge: 118 m
  • größter Durchmesser: 13,2 m
  • Volumen: 13.500 m³, später 15.000 m³
  • Traggas: Wasserstoff
  • Antrieb: vier Daimler-Motoren, mit jeweils 92 kW (125 PS)
  • Vortrieb: Zwei vierflügelige und vier zweiflüglige Stahl-Luftschrauben mit schmalen Propellerblättern und 3,5 m Durchmesser
  • Höchstgeschwindigkeit: 72 km/h.
  • Außenhülle aus dreilagigem Stoff mit Gummieinlage für Gasdichtheit

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Helmut Braun: Aufstieg und Niedergang der Luftschifffahrt – Eine wirtschaftshistorische Analyse. eurotrans-Verlag, Regensburg 2007, ISBN 3-936400-22-9, S. 163 f.
  2. Details zur Luftschiffhalle in Biesdorf (Memento vom 12. Juli 2012 im Webarchiv archive.is)