Simon & Schuster
| Simon & Schuster Inc.
| |
|---|---|
| Rechtsform | Tochterfirma |
| Gründung | 1924 |
| Sitz | New York City |
| Branche | Verlagswesen |
| Website | www.simonandschuster.com |
Simon & Schuster ist eine in New York ansässige amerikanische Dachgesellschaft und Verlagsgruppe für Buchverlage und -Imprints. Simon & Schuster ist zudem der Name eines der Imprints der Verlagsgruppe.
Seit Oktober 2023 gehört die Gesellschaft zu KKR & Co., die sie von der damaligen Paramount Global kaufte.[1]
Geschichte und Programm
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Verlag wurde am 2. Januar 1924 von Richard L. Simon (1899–1960), Vater der Sängerin und Songschreiberin Carly Simon, und des Österreich-Ungarischen Auswanderers Max Lincoln Schuster (1897–1970) gegründet. Ihre erste Veröffentlichung, welche am 10. April desselben Jahres ausgeliefert wurde, war ein Kreuzworträtselbuch, das mit einem Bleistift versehen war. Mit solchen Rätselbüchern hatten die Verleger anfangs großen Erfolg, wandelten sich aber mit der Zeit zu einem renommierten Buchverlag mit einem breitgefächerten Sortiment.
Die aggressive Werbung und neue Marketingstrategien schlugen sich auch im kommerziellen Erfolg nieder. So war S&S das erste Verlagshaus, das Buchhändlern auch die unverkauften Remittenden vergütete. 1939 war er der erste amerikanische Verlag, der Taschenbücher auf den Markt brachte. Eigens zu diesem Zweck wurde die Tochtergesellschaft Pocket Books ins Leben gerufen. Die Neuerung löste eine Revolution im Buchhandel aus.
1944 erwarb der Kaufhausmagnat Marshall Field den Verlag, doch nach dessen Tod 1957 kauften die Gründer Simon und Schuster mit den Investoren Leon Shimkin und James M. Jacobson das Unternehmen wieder zurück. 1958 begann der junge Michael Korda seine Tätigkeit beim Verlag. Er stieg in den Folgejahren bis zum Cheflektor auf und behielt diese Position bis zum Jahr 2006.
1975 wurde es an den Mischkonzern Gulf+Western verkauft und expandierte stetig durch den Zukauf zahlreicher Kleinverlage. 1994 wurde das nunmehr als Paramount Communications firmierende Konglomerat vom Medienkonzern Viacom gekauft, der per 1. Januar 2006 in die beiden neuen Konzerne CBS Corporation (der rechtliche Nachfolger der alten Viacom) und Viacom (einem neuen Unternehmen, welches den alten Namen weiterverwendet) aufgeteilt wurde. Ab der Aufteilung gehörte Simon & Schuster zur CBS Corporation, ab deren Wiedervereinigung mit Viacom im Jahr 2019 zu ViacomCBS, die 2022 den Namen Paramount Global annahm.
Eine versuchte Übernahme durch die Verlagsgruppe Penguin Random House, die zu Bertelsmann gehört, für knapp 2,2 Mrd. US-Dollar kam nicht zustande. Im November 2020 wurde das Kaufangebot bekanntgegeben,[2][3][4] das US-Justizministerium reichte dagegen Klage ein,[5] das Bundesbezirksgericht des District of Columbia untersagte die Transaktion im Oktober 2022,[6] Bertelsmann wollte erst in Berufung gehen, aber entschied sich nach Gesprächen mit Paramount Global dagegen und hatte nach Verstreichen der Übernahmefrist eine Vertragsstrafe an Paramount zu zahlen.[7][8] Die Antitrust-Abteilung des Justizministeriums argumentierte, dass die Übernahme zu einer Verringerung der Autorenvergütung hätte führen können.
Mit dem im Oktober 2023 vollzogenen Kauf durch KKR & Co. für 1,62 Milliarden US-Dollar ist Simon & Schuster zum ersten Mal seit 1975 nicht mehr Teil eines börsennotierten Medienkonzerns. Als privat gehaltenes Unternehmen muss es seine Finanzkennzahlen nicht mehr regelmäßig öffentlich machen.[1]
Laut Eigendarstellung aus dem Jahr 2010 gaben der Verlag und seine Ableger rund 2000 Buchtitel jährlich heraus.[9]
Im Jahr 2000 machte Simon & Schuster von sich reden, als es Stephen Kings Riding the Bullet ausschließlich als E-Text herausgab. 2022 machte Simon & Schuster von sich reden, als eine limitierte Luxusausgabe des Buchs The Philosophy of Modern Song von Bob Dylan zugesicherte Eigenschaften nicht erfüllte: Die 900 Exemplare waren als von Dylan handsigniert beworben; es lag ein Schreiben von CEO Jonathan Karp bei, das vorgab, die Echtheit der Unterschrift zu bestätigen. Die Bücher gingen zu einem Preis von knapp 600 US-Dollar in den Handel. Kurz nach der Veröffentlichung stellten Käufer fest, dass die Bücher von einer Signiermaschine unterschrieben worden waren, was Dylan und der Verlag in der Folge zugaben.[10][11]
Verlage und Imprints
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Simon & Schuster besteht aus den vier Verlagen bzw. Verlagsgruppen Simon & Schuster Adult Publishing, Simon & Schuster Children’s Publishing, Simon & Schuster Audio und Simon & Schuster International, die ihrerseits aus Imprints und/oder Verlagsgruppen bestehen.
Simon & Schuster Adult Publishing
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Diese Verlagsgruppe besteht aus Imprints, in denen Bücher für Erwachsene erscheinen.
- Atria
- Folger Shakespeare Library
- Free Press
- Gallery Books
- Jeter Publishing
- Pocket Books
- Pocket Star – Speziell für E-Books
- Scout Press
- Howard
- North Star Way
- Scribner
- Simon & Schuster
- Summit Books (-2019)
- Treshold Editions
- Touchstone
Simon & Schuster Children’s Publishing
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Diese Verlagsgruppe besteht aus Imprints, in denen Bücher für Kinder erscheinen.
- Aladdin
- Atheneum
- Simon & Schuster Books for Young Readers
- Beach Lane Books
- Little Simon
- Margaret K. McElderry
- Paula Wiseman Books
- Saga Press
- Simon Pulse
- Simon Spotlight
Simon & Schuster Audio
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Diese Verlagsgruppe besteht aus Imprints, in denen Hörbücher erscheinen.
- Pimsleur
- Simon & Schuster Audio
Simon & Schuster International
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Diese Verlagsgruppe besteht aus Imprints speziell für Australien, Kanada und das Vereinigte Königreich.
- Simon & Schuster Australia
- Simon & Schuster Canada
- Simon & Schuster UK
- Simon & Schuster
- Simon & Schuster Illustrated
- Simon & Schuster Children’s Books
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Internetauftritt des Verlags (englisch)
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ a b KKR Completes Purchase of Simon & Schuster. In: PublishersWeekly.com. (publishersweekly.com [abgerufen am 12. Januar 2026]).
- ↑ Bertelsmann stärkt seine globalen Inhaltegeschäfte mit Kauf von Simon & Schuster. Bertelsmann, 25. November 2020, abgerufen am 25. November 2020.
- ↑ Penguin Random House to Buy Simon & Schuster. In: The New York Times. 25. November 2017, abgerufen am 26. November 2020 (englisch).
- ↑ Bertelsmann sticht Murdoch mit Milliardenübernahme aus. manager magazin, 25. November 2020, abgerufen am 25. November 2020.
- ↑ Porter Anderson: The PRH-S&S Acquisition Case Goes to Court. In: publishingperspectives.com. 1. August 2022, abgerufen am 3. August 2022.
- ↑ Gericht verbietet Kauf von Simon & Schuster durch Bertelsmann-Tochter. In: www.spiegel.de. 1. November 2022, abgerufen am 1. November 2022.
- ↑ Gerichtsurteil in den USA: Bertelsmann bläst Milliardenübernahme ab. In: tagesschau.de. Archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 22. November 2022; abgerufen am 27. April 2025.
- ↑ Susanne Preuß und Roland Lindner: Bertelsmanns Großzukauf endgültig geplatzt. In: www.faz.net. 22. November 2022, abgerufen am 22. November 2022.
- ↑ Simon & Schuster Corporate Overview ( vom 11. Februar 2010 im Internet Archive), abgerufen am 30. März 2014
- ↑ Spiegel.de: Bob Dylan hat »handsignierte« Bücher nie angefasst – Verlag entschuldigt sich. Abgerufen am 14. März 2023.
- ↑ Scott Ng: Bob Dylan blames vertigo and COVID protocols for autopen fiasco: “Using a machine was an error in judgment”. In: guitar.com. 28. November 2022, abgerufen am 12. Januar 2026 (englisch).
