Carly Simon

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Carly Simon nach ihrem Oscar-Sieg 1989

Carly Elisabeth Simon (* 25. Juni 1945 in New York) ist eine US-amerikanische mit dem Grammy und Oscar ausgezeichnete Sängerin und Songwriterin.

Biografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Carly Simon (1980er Jahre)

Carly Simons Vater war der Pianist Richard L. Simon (Mitbegründer des Buchverlags Simon & Schuster). Sie wuchs in Riverdale in New York auf, hat einen Bruder und zwei Schwestern (ihre zeitweilige Gesangspartnerin Lucy Simon und die Opernsängerin Joanna Simon).

Nach einem kurzen Versuch, mit ihrer Schwester Lucy Simon eine Karriere zu starten (sie hatten als „The Simon Sisters“ Mitte der 1960er Jahre einen Hit mit dem Kinderlied Winkin’, Blinkin’ and Nod), begann Carly Simon bei Elektra ihre Solokarriere 1971 mit dem Album Carly Simon, das den Top-Ten-Hit That’s the Way I’ve Always Heard It Should Be enthält. Simon wurde im Folgejahr mit dem Grammy als bester neuer Künstler ausgezeichnet.[1] Es folgte bald das zweite Album Anticipation mit dem gleichnamigen Singlehit.

Der Durchbruch kam 1972 mit dem Nummer-eins-Album No Secrets, von dem zwei erfolgreiche Singles ausgekoppelt wurden. Insbesondere Simons größter Hit You’re so Vain, bei dem Mick Jagger im Refrain mitsingt und auf dem Klaus Voormann das Bass-Intro spielt, machte Simon weltweit bekannt. Der Song erreichte Anfang 1973 ebenso wie das dazugehörige Album Platz eins der USA. Jahrzehntelang wurde spekuliert, auf wen sich der Liedtext bezieht. Nach Aussage von Carly Simon im November 2015 handelt die zweite Strophe von Warren Beatty, mit dem sie eine kurze Affäre hatte.[2] Im Jahr 1974 folgte das Album Hotcakes, 1975 dann Playing Possum, die wie No Secrets von Richard Perry produziert wurden.[3]

Ihr nach You’re so Vain größter Hit in den 1970er Jahren war der Titelsong Nobody Does It Better zum Film James Bond 007 – Der Spion, der mich liebte, der von Carole Bayer Sager (Text) und Marvin Hamlisch (Musik) geschrieben wurde und Platz zwei in den USA erreichte.

1980 unterschrieb Simon bei Elektras Schwesterlabel Warner Bros. und veröffentlichte ihr neuntes Studioalbum Come Upstairs mit dem Hit Jesse. Produziert wurde das von Rock und New Wave beeinflusste Album Come Upstairs vom Jazz- und Fusionmusiker Mike Mainieri, der auch die beiden nachfolgenden Alben produzierte. Ein Jahr später brach Simon während einer Show in Pittsburgh auf der Bühne vor Erschöpfung zusammen.[4] In der Folge trat sie in den 1980er Jahren deutlich weniger auf.

Das 1981 veröffentlichte Album Torch (1981) bestand im Wesentlichen aus Standards und Torch Songs des Great American Songsbooks von Stephen Sondheim, Duke Ellington oder Hoagy Carmichael. Mit From the Heart enthielt das Werk aber auch eine Eigenkomposition von Simon.[5] Hello Big Man (1983) lehnte sich dagegen an schwarze Musik an. Simon interpretierte unter anderem einen Song von Bob Marley (Is It Love) und engagierte Reggae-Musiker wie Sly Dunbar und Robbie Shakespeare.

Während sie in den USA keine größeren Charterfolge mehr hatte, konnte sie in Großbritannien zwei Hits feiern. Der Top-10-Hit Why (1982), eine Zusammenarbeit mit den Chic-Produzenten Nile Rodgers und Bernard Edwards stammte aus dem Soundtrack zum wenig beachteten Kinofilm Soup for One. Ein Jahr später sang Simon ungenannt die Leadstimme beim Top-20-Hit Kissing with Confidence von Will Powers, einem Pseudonym der Comedian Lynn Goldsmith.[6] Die US-Pop-Charts führten die New Yorker Liedermacherin erst 1986 wieder. Die „liebliche Ballade“ (stern) Coming Around Again leitete den Neubeginn ein und war ihr größter Hit in den 1980er Jahren. Das Lied stammte aus dem gleichnamigen Album und dem Soundtrack zum Kinofilm Sodbrennen. Let the River Run (1988) aus dem Film Die Waffen der Frauen, für das sie 1989 den Oscar in der Kategorie Bester Song und einen Grammy erhielt, war ein weiterer Hit für Simon.

Zwei Alben mit Standards, Film Noir und Moonlight Serenade, brachten Simon ihre bislang letzten Grammy-Nominierungen ein.[7] Moonlight Serenade war 2005 darüber hinaus das erste Album von Simon in 27 Jahren, das die Top 10 der US-Charts erreichte und eine Reunion mit dem Produzenten Richard Perry, mit dem sie in den 1970er Jahren einige ihrer größten Erfolge gefeiert hatte.

1998 erkrankte Carly Simon an Brustkrebs. Nach der Therapie widmete sie sich wieder der Musik. Im Jahr 2000 erschien das Album The Bedroom Tapes, 2006 folgte Into White und 2008 This Kind of Love. Ein Jahr darauf veröffentlichte Simon das Album Never Been Gone, das Neuinterpretationen früherer Erfolge sowie einen bis dahin unveröffentlichten Track enthielt. Die internationale Aufmerksamkeit führte auch zur Zusammenarbeit mit Musikern aus anderen Kulturkreisen. Beispielsweise engagierte der Schweizer Harfenist Andreas Vollenweider Simon im Jahr 2006 für die Produktion seiner CD Midnight Clear.

2015 veröffentlichte Simon ihre Memoiren Boys in the Trees: A Memoir, gefolgt von Touched by the Sun: My Friendship with Jackie im Jahr 2019 über ihre langjährige Freundschaft mit der ehemaligen First Lady Jacqueline Kennedy Onassis.[8]

Privat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Carly Simon und James Taylor heirateten 1972. Das Paar hat zwei Kinder, Sarah Maria „Sally“ (* 1974) und Benjamin Simon Taylor (* 1977), beide ebenfalls Musiker. Die Ehe wurde 1983 geschieden. In Interviews gab Simon an, keinen Kontakt mehr zu Taylor zu haben. „Ich würde sagen, dass die Beziehung aus James' Sicht aufgelöst ist, was es für mich unmöglich macht, eine Beziehung mit ihm zu haben, weil er einen eisernen Vorhang heruntergelassen hat“, sagte Simon gegenüber dem Magazin Salon 2015.[9] Der letzte gemeinsame Auftritt datiert aus dem Jahr 1995 als Simon und Taylor beim Livestock-Benefiz auftraten.[10]

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel Höchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartplatzierungenChartplatzierungen[11][12][13]
(Jahr, Titel, Plat­zie­rungen, Wo­chen, Aus­zeich­nungen, Anmer­kungen)
Anmerkungen
DE DE AT AT CH CH UK UK US US
1971 Carly Simon US30
(25 Wo.)US
Grammy (Bester neuer Künstler)
Anticipation US30
Gold
Gold

(31 Wo.)US
1972 No Secrets DE39
(8 Wo.)DE
UK3
Gold
Gold

(28 Wo.)UK
US1
Platin
Platin

(71 Wo.)US
1974 Hotcakes UK19
(9 Wo.)UK
US3
Gold
Gold

(35 Wo.)US
1975 Playing Possum US10
(17 Wo.)US
1976 Another Passenger US29
(13 Wo.)US
1978 Boys in the Trees US10
Platin
Platin

(29 Wo.)US
1979 Spy US45
(13 Wo.)US
1980 Come Upstairs US36
(32 Wo.)US
1981 Torch US50
(24 Wo.)US
1983 Hello Big Man US69
(17 Wo.)US
1985 Spoiled Girl US88
(11 Wo.)US
1987 Coming Around Again DE32
(11 Wo.)DE
AT17
(2 Wo.)AT
CH21
(2 Wo.)CH
UK25
Silber
Silber

(20 Wo.)UK
US25
Platin
Platin

(60 Wo.)US
1990 My Romance US46
(17 Wo.)US
Have You Seen Me Lately? US60
(32 Wo.)US
1994 Letters Never Sent US129
(8 Wo.)US
1997 Film Noir US84
(8 Wo.)US
2000 The Bedroom Tapes US90
(6 Wo.)US
2005 Moonlight Serenade US7
(10 Wo.)US
2006 Midnight Clear CH50
(4 Wo.)CH
Andreas Vollenweider feat. Carly Simon
2007 Into White US13
(10 Wo.)US
2008 This Kind of Love US15
(9 Wo.)US
2009 Never Been Gone UK45
(3 Wo.)UK
US134
(2 Wo.)US

grau schraffiert: keine Chartdaten aus diesem Jahr verfügbar

Weitere Alben

Soundtrack[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel Höchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartplatzierungenChartplatzierungen[11][13]
(Jahr, Titel, Plat­zie­rungen, Wo­chen, Aus­zeich­nungen, Anmer­kungen)
Anmerkungen
DE DE AT AT CH CH UK UK US US
1989 Working Girl US45
(14 Wo.)US
Soundtrack zum Film Die Waffen der Frauen
mit Tracks von Chris de Burgh, The Pointer Sisters u. a.

Kompilationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel Höchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartplatzierungenChartplatzierungen[11][12][13]
(Jahr, Titel, Plat­zie­rungen, Wo­chen, Aus­zeich­nungen, Anmer­kungen)
Anmerkungen
DE DE AT AT CH CH UK UK US US
1976 The Best of Carly Simon US17
Dreifachplatin
×3
Dreifachplatin

(19 Wo.)US
1988 Greatest Hits Live UK49
Gold
Gold

(6 Wo.)UK
US87
Platin
Platin

(13 Wo.)US
1999 Nobody Does It Better – The Very Best Of UK22
Silber
Silber

(6 Wo.)UK
2004 Reflections: Carly Simon’s Greatest Hits UK25
Gold
Gold

(7 Wo.)UK
US22
Gold
Gold

(19 Wo.)US

grau schraffiert: keine Chartdaten aus diesem Jahr verfügbar

Weitere Kompilationen

  • 1973: 2 Originals of Carly Simon (2 LPs, Carly Simon und Anticipation)
  • 1981: You’re so Vain
  • 1995: Clouds in My Coffee 1965–1995 (Box mit 3 CDs)
  • 2002: Anthology
  • 2011: Original Album Series (Box mit 5 CDs)
  • 2014: Playlist: The Very Best of Carly Simon

Singles[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel
Album
Höchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartplatzierungenChartplatzierungen[11][13]
(Jahr, Titel, Album, Plat­zie­rungen, Wo­chen, Aus­zeich­nungen, Anmer­kungen)
Anmerkungen
DE DE AT AT CH CH UK UK US US
1971 That’s the Way I’ve Always Heard It Should Be
Carly Simon
US10
(17 Wo.)US
Anticipation
Anticipation
US13
(13 Wo.)US
1972 Legend in Your Own Time
Anticipation
US50
(10 Wo.)US
You’re so Vain
No Secrets
DE8
(17 Wo.)DE
UK3
Gold
Gold

(20 Wo.)UK
US1
Gold
Gold

(17 Wo.)US
1973 The Right Thing to Do
No Secrets
UK17
(9 Wo.)UK
US17
(13 Wo.)US
1974 Mockingbird
Hotcakes
UK34
(5 Wo.)UK
US5
(16 Wo.)US
Haven’t Got Time for the Pain
Hotcakes
US14
(12 Wo.)US
1975 Attitude Dancing
Playing Possum
US21
(8 Wo.)US
Waterfall
Playing Possum
US78
(3 Wo.)US
More and More
Playing Possum
US94
(2 Wo.)US
1976 It Keeps You Runnin’
Another Passenger
US46
(7 Wo.)US
1977 Nobody Does It Better
The Spy Who Loved Me (Soundtrack)
DE31
(3 Wo.)DE
UK7
Silber
Silber

(12 Wo.)UK
US2
Gold
Gold

(25 Wo.)US
1978 You Belong to Me
Boys in the Trees
US6
(18 Wo.)US
Devoted to You
Boys in the Trees
US36
(9 Wo.)US
mit James Taylor
1979 Vengeance
Spy
US48
(7 Wo.)US
1980 Jesse
Come Upstairs
US11
Gold
Gold

(23 Wo.)US
1982 Why UK10
(18 Wo.)UK
US74
(6 Wo.)US
Autoren/Produzenten: Bernard Edwards, Nile Rodgers
1983 You Know What to Do
Hello Big Man
US83
(4 Wo.)US
1985 Tired of Being Blonde
Spoiled Girl
US70
(5 Wo.)US
1986 Coming Around Again
Coming Around Again
DE21
(11 Wo.)DE
AT6
(12 Wo.)AT
UK10
(12 Wo.)UK
US18
Platin
Platin

(17 Wo.)US
1987 Give Me All Night
Coming Around Again
UK98
(1 Wo.)UK
US61
(12 Wo.)US
The Stuff That Dreams Are Made Of
Coming Around Again
UK99
(1 Wo.)UK
1988 All I Want Is You
Coming Around Again
US54
(9 Wo.)US
You’re so Vain (Live)
Greatest Hits Live
UK96
(2 Wo.)UK
1989 Let the River Run
Working Girl (Soundtrack)
UK79
(7 Wo.)UK
US49
(10 Wo.)US
Grammy (Bester Song, geschrieben speziell
für Film oder Fernsehen); Oscar als bester Filmsong
2001 Son of a Gun (I Betcha Think This Song Is About You)
All for You
DE69
(6 Wo.)DE
CH56
(7 Wo.)CH
UK13
(9 Wo.)UK
US28
(12 Wo.)US
Janet Jackson feat. Missy Elliott und Carly Simon

grau schraffiert: keine Chartdaten aus diesem Jahr verfügbar

Weitere Singles

  • 1972: The Girl You Think You See
  • 1975: Love Out in the Street
  • 1976: Half a Chance
  • 1978: Tranquillo (Melt My Heart)
  • 1979: Spy
  • 1980: Take Me as I Am
  • 1981: Come Upstairs
  • 1981: Hurt
  • 1982: I Get Along without You Very Well
  • 1982: Fight for It (mit Jesse Colin Young)
  • 1983: Hello Big Man
  • 1983: Something More (mit Charles Fox)
  • 1984: Someone Waits for You
  • 1985: My New Boyfriend
  • 1986: It’s Hard to Be Tender
  • 1990: We Just Got Here
  • 1990: Better Not Tell Her
  • 1991: Life Is Eternal
  • 1991: The Last Night of the World (mit Plácido Domingo)
  • 1993: Love of My Life
  • 1994: Like a River
  • 1995: Itsy Bitsy Spider
  • 1997: Every Time We Say Goodbye
  • 2000: So Many Stars
  • 2000: Big Dumb Guy
  • 2001: Our Affair
  • 2008: This Kind of Love
  • 2010: Never Been Gone

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Carly Simon. 23. November 2020, abgerufen am 26. März 2021 (englisch).
  2. Carly Simon Says 'You're So Vain' Is About Warren Beatty – Well, Only the Second Verse, People.com, 18. November 2015
  3. Richard Perry. Abgerufen am 26. März 2021.
  4. October 1981: Carly Simon Collapses Onstage in Pittsburgh. Abgerufen am 13. Januar 2021 (englisch).
  5. Carly Simon Sings American Classics, Again. Abgerufen am 22. März 2021 (englisch).
  6. Carly Simon Official Website - Kissing With Confidence. 11. März 2005, abgerufen am 15. April 2021.
  7. Carly Simon. 23. November 2020, abgerufen am 22. März 2021 (englisch).
  8. Edna Gundersen: Interview: Carly Simon's Jackie Kennedy Onassis Memoir. Abgerufen am 10. Juli 2021 (englisch).
  9. Love Stories: Carly Simon made James Taylor an offer he couldn't resist. Abgerufen am 15. April 2021 (australisches Englisch).
  10. Carly and James Serenade Islanders At Vacation Spot of Presidents and Stars. In: Christian Science Monitor. 1. September 1995, ISSN 0882-7729 (csmonitor.com [abgerufen am 15. April 2021]).
  11. a b c d Chartquellen: Singles Alben UK US 1 US2
  12. a b The Billboard Albums von Joel Whitburn, 6th Edition, Record Research 2006, ISBN 0-89820-166-7.
  13. a b c d Gold-/Platin-Datenbanken: UK US

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Carly Simon – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien