Simon Veit

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Simon Veit (geboren 25. Mai 1754; gestorben 1. Oktober 1819), war ein Berliner Kaufmann und Bankier.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sein Vater Juda Veit war Baumwollfabrikant und Gründer einer Bank. Der Großvater väterlicherseits war Kurhessischer Landrabbiner in Witzenhausen, der mütterliche Großvater Gründer der ersten Samtfabrik in Preußen. Er entstammte einer der fünfzig jüdischen Familien, die im 17. Jahrhundert aus Wien vertrieben worden waren und sich auf Einladung des Großen Kurfürsten in Brandenburg niederließen. Die Familie gehörte zur jüdischen Oberschicht und besaß einen der raren Schutzbriefe, die auch den Nachkommen das Aufenthaltsrecht gewährten (Generalprivilegierte). Bekannt ist Simon Veit vor allem als erster Ehemann von Brendel Mendelssohn, der späteren Dorothea Schlegel, und als Vater berühmt gewordener Söhne Johannes und Philipp Veit. Moses Mendelssohn hatte den Gatten für seine Tochter ausgewählt, er schätzte Simon Veit, der auch an seinen „Morgenstunden“ teilnahm, und der, da er den Schutzbrief hatte, der Tochter Sicherheit bieten konnte.

Simon Veit und Brendel Mendelssohn wurden 1778 verlobt und heirateten 1783. Brendel gebar vier Kinder, von denen zwei überlebten: 1790 wurde Jonas, 1793 Philipp geboren. Beide konvertierten wie ihre Mutter zum Katholizismus und wurden als Maler (Nazarener) berühmt. Nach vierzehn Jahren unglücklicher Ehe ließ sich Brendel 1799 scheiden und lebte erst in wilder, dann in protestantischer und schließlich in katholischer Ehe mit Friedrich Schlegel. Simon Veit behielt den älteren Sohn, Jonas (später Johannes), bei sich, Philipp, der bei der Mutter aufwuchs, zog mit 15 Jahren zum Vater. Simon Veit ist nicht konvertiert. Er hat sowohl seine Ex-Frau wie auch die Söhne seit Leben lang finanziell unterstützt. Er war Mitglied der Börsencorporation, unterstützte die Vorschläge David Friedländers zur Neuorganisation des jüdischen Gottesdienstes, unterstützte arme Verwandte und nichtjüdische Arme. Nach Moses Mendelssohns Tod war Simon Veit Berater und Beistand von dessen Ehefrau Fromet.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heinrich Graetz: Geschichte der Juden von den ältesten Zeiten bis auf die Gegenwart. Aus den Quellen neu bearbeitet, 11 Bände, 1853–1875.
  • Felix Gilbert (Hrsg.): Bankiers, Künstler und Gelehrte. Unveröffentlichte Briefe der Familie Mendelssohn aus dem 19. Jahrhundert. Tübingen 1975, ISBN 3-16-836362-6.
  • Sebastian Hensel (Hrsg.): Die Familie Mendelssohn 1729–1847.Frankfurt/M. 1995, ISBN 978-0-543-92228-1.
  • Juden in Preußen. Ein Kapitel deutscher Geschichte. Dortmund 1981
  • Carola Stern: Ich möchte mir Flügel wünschen. Das Leben der Dorothea Schlegel. Reinbek 1993.
  • Thomas Lackmann: Das Glück der Mendelssohns, Geschichte einer deutschen Familie. Berlin 2007.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]