Simplicius (Operette)

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Werkdaten
Titel: Simplicius
Form: Operette
Originalsprache: deutsch
Musik: Johann Strauss (Sohn)
Libretto: Victor Léon
Literarische Vorlage: Der abenteuerliche Simplicissimus von Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen
Uraufführung: 17. Dezember 1887
Ort der Uraufführung: Wien
Ort und Zeit der Handlung: An verschiedenen Orten zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges
Personen
  • Wendelin von Grübben, ein Eremit (Bariton)
  • Simplicius, sein jüngerer Sohn (Tenor)
  • General von Vliessen (Bariton)
  • Hildegard, seine Tochter (Sopran)
  • Arnim von Grübben, älterer Bruder des Simplicius (Tenor)
  • Melchior, Astrologe (Bariton)
  • Ebba, schwedische Spionin (Mezzosopran)
  • Schnapslotte (Sopran)
  • Tilly, ihre Tochter (Sopran)
  • Offiziere und Soldaten

Simplicius ist eine Operette in drei Akten von Johann Strauss (Sohn). Das Libretto stammt von Victor Léon und basiert auf dem Roman Der abenteuerliche Simplicissimus von Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen.

Uraufführung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Werk erlebte seine Uraufführung am 17. Dezember 1887 im Theater an der Wien in Wien. Die hohen Erwartungen, die viele Wiener Musikliebhaber in das Werk gesetzt hatten, erfüllten sich aber nicht.

Regisseur Victor Léon besetzte die ernste Rolle des Simplicius mit dem beliebten Komiker Alexander Girardi, was nach Meinung von Franz Marischka ein entscheidender Fehler war. Zudem entzündete sich während der Vorstellung der Federhut eines Komparsen an einer Kerze. Obwohl der Brand schnell gelöscht war, verließ ein großer Teil des Publikums panikartig das Theater, während Johann Strauss weiterdirigierte. Schon nach wenigen Vorstellungen wurde Simplicius aus dem Spielplan genommen.[1]

Fortwirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Operette Simplicius ist im Vergleich zu anderen Operetten von Johann Strauss musikalisch etwas blasser geblieben und hat daher nicht an die großen Erfolge des Komponisten anknüpfen können. Trotz mehrerer Umarbeitungen gelang es nicht dem Werk zum Durchbruch zu verhelfen. Nach 1894 wurde es praktisch nicht mehr gespielt. Erst anlässlich des 100. Todestages von Johann Strauss kam es im Jahr 1999 am Opernhaus Zürich erneut zu einer Aufführung. Trotz des dortigen Erfolges ist es bis heute weitgehend aus den Spielplänen der Theater verschwunden.

Weblink[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Franz Zwetschi Marischka: Immer nur lächeln, München, Wien 2001, S. 49