Sippenforschung

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Sippenforschung (auch Sippenkunde) ist ein veralteter Begriff für die Erforschung der verwandtschaftlichen Zusammenhänge in auf- und absteigender Linie und den so genannten Seitenlinien.[1] Der Begriff Sippenforschung ist untrennbar mit der Rassenpolitik in der Zeit des Nationalsozialismus verbunden.[2]

Die völkische Bewegung begann Anfang des 19. Jahrhunderts mit der Verwendung der Begriffe Sippe anstelle von Großfamilie und Sippenforschung anstelle von Genealogie. Ab 1935 organisierte die Reichsstelle für Sippenforschung (ab 1940 als Reichssippenamt) die Sippenforscher in der Vereinigung der Berufssippenforscher, deren Hauptarbeitsgebiet die Erstellung von Ariernachweisen war. Im Auftrage des Reichsbauernführers organisierte Horst Rechenbach die Arbeit an den Dorfsippenbüchern.[3]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Diana Schulle: Das Reichssippenamt. Eine Institution nationalsozialistischer Rassenpolitik. Logos Verlag, Berlin 2001, ISBN 3-89722-672-3. Zugleich Diss. der Universität Greifswald 1999.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Volkmar Weiss: Historische oder völkische Genealogie. Familiengeschichtsforschung oder Sippenforschung? In: Vorgeschichte und Folgen des arischen Ahnenpasses: Zur Geschichte der Genealogie im 20. Jahrhundert. Arnshaugk, Neustadt an der Orla 2013, ISBN 978-3-944064-11-6, S. 48–65.
  2. Volkmar Weiss: Von der Kirchenbuchverzettelung zum Dorfsippenbuch. In: Vorgeschichte und Folgen des arischen Ahnenpasses: Zur Geschichte der Genealogie im 20. Jahrhundert. Arnshaugk, Neustadt an der Orla 2013, ISBN 978-3-944064-11-6, S. 249–284.
  3. Volkmar Weiss: Die Arbeit an den Dorfsippenbüchern in den Kriegswirren. In: Vorgeschichte und Folgen des arischen Ahnenpasses: Zur Geschichte der Genealogie im 20. Jahrhundert. Arnshaugk, Neustadt an der Orla 2013, ISBN 978-3-944064-11-6, S. 284–297.