Smith & Wesson

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Smith & Wesson

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Rechtsform Corporation
Gründung 1852
Sitz Springfield, Massachusetts
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten
Leitung P. James Debney
Mitarbeiterzahl 1.453 (2008)
Branche Waffenhersteller
Website www.smithandwesson.com

Smith & Wesson 1st Model, frühe Fertigung, Revolver mit aufklappbarem Lauf
Smith & Wesson No. 3, New Model ,44 Russian
Smith & Wesson No. 3 geöffnet zum Nachladen
S & W Einzellader-Sportpistole mit Kipplauf, Kal .22

Die Smith & Wesson Corporation (S&W) ist Nordamerikas größter Hersteller von Handfeuerwaffen mit Sitz in Springfield (Massachusetts). Das Unternehmen gehört zum Konzern American Outdoor Brands Corporation, einer Holding mit Sitz in Springfield (Massachusetts), USA.

Unternehmensgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

U.S. S & W 45 M1917 Revolver, aufgebaut auf dem "Handauswerfer" N-Rahmen
Taschenrevolver S & W Model 642 Ladysmith in .38 Special

Das Unternehmen wurde im Jahr 1852 von den Geschäftspartnern Horace Smith und Daniel Baird Wesson unter dem Namen Smith & Wesson, Norwich, Connecticut gegründet.

Nach Beginn der Partnerschaft 1852 entwickelten und patentierten Horace Smith und Daniel Wesson eine Magazinpistole, Vorgänger der Volcanic-Pistole, (US Pat. 10535, Feb. 14 1854), Metallpatronen (US Pat. 11496, Aug. 8. 1854) sowie die Volcanic-Patrone (US Pat. Jan. 1856) und begannen mit der Produktion von Volcanic-Pistolen und -Gewehren. Aufgrund finanzieller Schwierigkeiten, die Verkäufe liefen schlecht, verließen sie 1856 ihre Firma. Die Volcanic Repeating Arms Company wurde später von J. W. Post, einem Messerhändler an Oliver Winchester übertragen. Winchester, Gründer der späteren „Winchester Repeating Arms Company“ führte die Volcanic Repeating Arms Company weiter und liess die Volcanic-Unterhebelrepetierer durch B. Tyler Henry zur Henry-Rifle weiterentwickeln.

Die Partner gründeten ein neues Unternehmen und begannen mit der Entwicklung eines Revolvers, der Patronen verschießen konnte. Daniel B. Wesson hatte im August 1856 ein Holzmodell dieses Revolvers zum Verfeuern seiner .22 Short Patrone fertiggestellt, des ersten seiner Art für vorgefertigte Metallpatronen. Im November 1856 trafen sich die Partner mit Rollin White, dem Inhaber des Patents für zylindrisch durchbohrte Revolvertrommeln (Rollin White Patent vom 3. April 1855) und übernahmen dieses gegen die Bezahlung von einer Royalty (25 Cents pro Waffe). Bereits im Jahr 1857 kam mit dem Modell Smith & Wesson No 1 der erste S&W-Revolver auf den Markt.

Der Zeitpunkt der Entwicklung von Patronenrevolvern erwies sich als glücklich, da der fünf Jahre später ausbrechende Sezessionskrieg eine starke Nachfrage nach „Smith & Wesson“-Produkten auslöste. Nach dem Bürgerkrieg konnte sich Smith & Wesson auch am zivilen Markt mit seinem Modell No 3 etablieren. Mit dem Russian Model der Serie No 3 gelang es dem Unternehmen sogar, in den 1870er Jahren rund 130.000 Stück dieser Waffe in das zaristische Russland zu liefern. Mit der Einführung eines „sicheren“ Double Action Revolvers im Jahr 1886 war der Siegeszug des Unternehmens besiegelt.

Einen weiteren Aufschwung erfuhr das Unternehmen während des Ersten Weltkriegs, wo es Lieferengpässe von Faustfeuerwaffen auszugleichen galt. Im Jahr 1964 verkaufte die Familie Wesson das Unternehmen an den Mischkonzern Bangor Punta. 1984 wurde dieser Konzern und damit auch Smith & Wesson von der Lear Siegler Corporation übernommen. In der Folge konzentrierte sich Smith & Wesson wieder auf sein Kerngeschäft und Aktivitäten in anderen Wirtschaftsbereichen wurden aufgegeben. Lear Siegler wurde 1986 wiederum selber übernommen und weitgehend zerschlagen. Smith & Wesson wurde für 112,5 Millionen Dollar an den britischen Mischkonzern Tomkins plc verkauft. Im Jahr 2001 erwarben amerikanische Investoren um den Sicherheitsschlosshersteller Saf-T-Hammer Corporation (heute American Outdoor Brands Corporation) für 15 Millionen Dollar den Waffenhersteller.[1]

Produkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Smith & Wesson Extreme Ops

Die Partner Smith & Wesson stellen seit den 1850er-Jahren hauptsächlich Handfeuerwaffen (Revolver, Pistolen) und Munition her. Später kam dazu eine breite Produktpalette von Ausrüstungsgegenständen für Polizei- und andere Sicherheitskräfte. Dazu gehören Handschellen, Fußfesseln, und Fesselketten, Daneben produziert oder produzierte die Firma auch Fischerruten und sogar Fahrräder. Smith & Wesson-Produkte gelten im Hinblick auf Qualität, Sicherheit, Genauigkeit und Haltbarkeit als hochwertig.

Die aufklappbaren Revolver[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Smith & Wesson Model 1 und 1 1/2 waren die ersten von der Firma serienmäßig fabrizierten Revolver. (USA-Bezeichnung: Tip up revolver). Zum Nachladen musste der Lauf aufgeklappt und die leergeschossenen Hülsen mit dem unten am Lauf angebrachten Ausstosser entfernt werden. Das siebenschüssige Modell No. 1 im Kaliber .22 kam im Januar 1858 auf den Markt. Die ersten Modelle hatten einen Rahmen aus Messing, später wurde auf Stahl umgestellt. Das fünfschüssige Model 1½ hatte einen etwas größeren Rahmen. Es entsprach konstruktiv dem Model No. 1 mit Stahlrahmen und verschoss im Gegensatz zu diesem Munition im Kaliber .32 (7,9 mm).

Der Smith & Wesson No. 2 Army genannte Revolver war eine größere Variante des Model 1½. Als sechsschüssiger Armeerevolver mit einer Lauflänge von 6 Zoll (Andere Lauflängen 5 Zoll, selten 8 und 10 Zoll)wurde er vor allem von Teilnehmern des Amerikanischen Bürgerkrieges als Nahverteidigungswaffe erworben. Zwischen wurden von 1861 bis 1874 gesamthaft 77,155 Exemplare hergestellt.

Revolver mit abklappbarem Lauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das System der Revolver mit aufklappbarem Lauf war für Berittene zum Nachladen ungeeignet. Die Firma entschied sich deshalb, einen Revolver zu entwickeln, bei dem Lauf und Trommel zum Nachladen in einer Einheit abgekippt werden konnten, wobei gleichzeitig die abgeschossenen Hülsen ausgeworfen wurden. Um die Konkurrenz auszuschalten erwarb Smith & Wesson bereits existierende Patente eines Systems zum Abkippen von Lauf und Trommel, eines Hülsenauswurfsystems sowie eines Systems zur Rotation der Trommel. Der daraufhin beantragte Patentschutz in den USA und im Vereinigten Königreich ging 1869 an Charles A. King, dem damaligen Betriebsleiter bei S & W und maßgeblicher Entwickler der Smith & Wesson No 3 Revolver.

Die ersten der der grosskalibrigen Single Action-Kipplaufrevolver (USA Bezeichnung: Top break revolver) kamen im Mai 1870 auf den Markt. Später wurden auch kleinere Modelle dieser Revolver hergestellt und ab 1872 wurden auch Double-Action Modelle entwickelt. Die letzten Smith & Wesson Double Action Kipplauf-Revolver, Taschenrevolver mit verdecktem Hahn wurden bis 1937 angeboten. Auf den Rahmen der Kipplaufrevolver wurden zwischen 1893 und 1923 Einzellader-Sportpistolen in verschiedenen Kalibern, hauptsächlich im Kaliber .22 hergestellt.

Revolver mit Ausschwenktrommel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gegen Ende des Jahrhunderts begann Smith & Wesson mit der Entwicklung von Revolvern mit einem einteiligen geschlossenen Rahmen und fest eingeschraubtem Lauf. Einer der Gründe war die Einführung von Munition mit rauchlosem Pulver und höherer ballistischer Leistung. Das Resultat war der heute noch hergestellte Revolver mit seitlich ausschwenkbarer Trommel, wie er auch von der Firma Colt 1884 entwickelt wurde. Zum Nachladen wurde die Trommel ausgeschwenkt. Die leeren Hülsen wurden von Hand ausgeworfen, indem ein am vorderen Ende der Trommelachse liegender Stift zurückgedrückt wurde. Deshalb die Bezeichnung Hand Ejector.

Pistolen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fesseln[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gefangener in einer Smith-&-Wesson-M-1800-Bauchkette

Smith & Wesson stellt diverse Produkte zur Fesselung von Gefangenen respektive Straftätern wie Handschellen, Fußfesseln und Bauchketten her.[2]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Smith & Wesson – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Smith & Wesson's growth has given new life to Houlton. In: Mainebiz. (mainebiz.biz [abgerufen am 22. September 2017]).
  2. Guenter K.: Fußeisen aus dem Rest der Welt. Abgerufen am 29. Mai 2017.