Smolny-Institut

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Frontalansicht der Kathedrale des Smolny-Klosters
Seitenansicht des Smolny-Klosters
Entwurfszeichnung des 1806 bis 1808 nach einem Entwurf Giacomo Quarenghis errichteten Smolny-Instituts
Das Smolny-Institut in Sankt Petersburg

Das Smolny-Institut (russisch Смольный институт) ist ein ursprünglich als Kloster konzipierter Komplex in Sankt Petersburg, der jedoch nie als solches benutzt wurde. Der Komplex unterteilt sich dabei in das Institut selbst und das Kloster (russisch Смольный монастырь) samt Auferstehungskathedrale (russisch Смольный Воскресения Христова собор).

Namensherkunft und Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Smolny kommt vom russischen Wort smoljanoj (russisch смоляной), was so viel wie harzig oder teerig bedeutet. Der Standort war ein ehemaliges Gelände einer Teerfabrik, gelegen an einer Newa-Biegung im Nordosten Sankt Petersburgs. Heute liegt das Kloster am Rastrelli-Platz (russisch площадь Растрелли), der zu Ehren des Architekten des Smolny-Klosters so benannt worden ist.

Kloster und Auferstehungskathedrale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Kloster wurde von Zarin Elisabeth I. als Altersruhesitz geplant und von dem italienischen Baumeister Bartolomeo Francesco Rastrelli in den Jahren 1748 bis 1757 erbaut. Das Kloster ist in Form eines griechischen Kreuzes angelegt, in dessen vier Ecken einkupplige Kirchen integriert wurden. Es wird weithin als Meisterwerk des Elisabethanischen Barocks angesehen und die für Rastrelli typischen weiß-blauen Farbtöne dominieren. Der von ihm entworfene 160 Meter hohe Glockenturm hätte das höchste Gebäude Russlands der damaligen Zeit werden sollen. Der Ausbruch des Siebenjährigen Kriegs verhinderte jedoch den weiteren Ausbau und mit dem Tode Elisabeths im Jahre 1762 wurden Pläne für den Glockenturm und den weiteren Innenausbau auf Eis gelegt. Da die neue Zarin Katharina II. zudem den Klassizismus bevorzugte, erhielt der vormalige Hofarchitekt Rastrelli keine weiteren Aufträge mehr.

Der weitere Innenausbau erfolgte erst gut 70 Jahre später unter dem Baumeister Wassili Petrowitsch Stassow im Auftrag des Zaren Nikolaus I. im Jahre 1828. Stassow lehnte sich dabei eng an Rastrellis Entwürfen an. Die Kathedrale wurde von ihm im damals vorherrschenden neoklassizistischen Stil prunkvoll ausgestaltet und enthält ein Silbertabernakel, der einem Tempel mit 24 Säulen und einem Altar in der Mitte ähnelt. Am 22. Juli 1835 wurde die Kathedrale gesegnet. In den Jahren 1873 bis 1875 entstand die Ikonostase nach dem Vorbild des Petersburger Barocks. Die den Heiligen Elisabet und Maria Magdalena geweihten Seitenaltäre wurden im Jahre 1885 errichtet. Obschon die Kathedrale geweiht wurde, diente das Kloster nie als solches.

Heute dient der Innenraum der Kathedrale unter anderem als Konzertsaal. In den Gebäuden des Klosterkomplexes befinden sich zudem die Fakultäten der Soziologie, Politikwissenschaft und Internationale Beziehungen der Staatlichen Universität Sankt Petersburg.

Smolny-Institut[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Katharina ließ im Jahre 1764 zunächst Teile des Klosters zu einer höheren Bildungsanstalt für Mädchen umfunktionieren. Nachdem die Zahl der Schülerinnen gestiegen war, wurde auf dem Gelände des Klosters das Smolny-Institut errichtet, um die älteren Mädchen aufzunehmen. Das Gebäude wurde 1806 bis 1808 nach streng klassizistischen Plänen des Architekten Giacomo Quarenghi errichtet. Formgebend ist ein zentraler Portikus mit acht Säulen, der vor der eigentlichen Halle mit zahlreichen weißen Säulen errichtet wurde.

Das Institut diente im 19. Jahrhundert als Bildungsanstalt für adelige Mädchen, die auf das Leben in der höheren Gesellschaft als Hofdamen vorbereitet wurden und hauptsächlich Fremdsprachen und gutes Benehmen erlernten. Es war die erste Bildungseinrichtung für Frauen in Russland überhaupt und stand bis zum Jahre 1917 unter dem persönlichen Schutz der Zarin.

Besonders bekannt wurde das Institutsgebäude, als es 1917 dem Petrograder Sowjet als Tagungsort diente. Hier wurde die Oktoberrevolution geplant und nach der Revolution war hier der Regierungssitz der Sowjetunion. Nach der Februarrevolution 1917 hatte hier der von den Bolschewiki beherrschte Arbeiter- und Soldatenrat seinen Platz. Nach dem Sturz der Regierung Kerenski residierte hier der Rat der Volkskommissare, die erste sowjetische Regierung. Nachdem Moskau wieder Hauptstadt des Landes geworden war, diente das Smolny-Institut als Sitz der Petrograder/Leningrader KPdSU.

Eher traurige Berühmtheit erlangte das Institut im Jahre 1934, als der damalige Parteifunktionär Sergej Kirow auf dem Gelände unter bis heute ungeklärten Umständen von einem Attentäter erschossen wurde.

Heute dient das Gebäude als Sitz der Sankt Petersburger Stadtregierung.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Cornelia Skodock: Barock in Russland. Zum OEuvre des Hofarchitekten Francesco Bartolomeo Rastrelli. Wiesbaden 2006, ISBN 3447053046.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Smolny Institute – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 59° 56′ 47″ N, 30° 23′ 47″ O