Soldateska

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Der Begriff Soldateska stammt aus dem Italienischen (soldatesca) und bedeutet „zügelloser Soldatenhaufen“ bzw. „rohes Kriegsvolk“.

Obwohl es schon seit dem Mittelalter bekannt und gebräuchlich war, ist das Wort erst über die Schilderungen von Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen und die Beschreibung des Dreißigjährigen Krieges durch Friedrich Schiller und andere zu einem negativen Schlagwort geworden. Die Söldnerheere hatten damals nicht die heute aus Heeren bekannte – oder wenigstens geforderte – Disziplin. Vor allem durch die mangelnde Versorgung der Truppen kam es oft zu Plünderungen und Kommissionsforderungen an Städte. Auch Folter, wie das Anwenden des Schwedentrunkes, wurde genutzt, etwa um an versteckte Vorräte der Bauern zu kommen. Marodeure, die meist durch Verletzung oder Krankheit nicht mehr in der Lage waren, zu kämpfen, fanden in Plünderungen oft ihr einziges Auskommen. Sie sind eine Begleiterscheinung der Soldateska. Solche Eigenschaften und Erscheinungen fanden und finden sich auch in späteren Jahrhunderten. Der Begriff wurde hauptsächlich geprägt, um die jüngeren Soldatenheere von den Söldnerheeren abzugrenzen.

Soldateska kommt auch noch heute vor für sich undiszipliniert verhaltende militärische Einheiten, die sich im Kriegseinsatz befinden. Im Unterschied zu den Handlungsweisen der Soldateska früherer Jahrhunderte gilt außer dem Kriegsrecht auch das Völkerrecht. Die oft vorzufindende Nichtbeachtung des Letzteren zeigt sich dann in Willkürakten.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bernhard Kroener: Soldat oder Soldateska? Programmatischer Aufriss einer Sozialgeschichte militärischer Unterschichten in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts. In: Militärgeschichtliches Forschungsamt: Militärgeschichte. Probleme – Thesen – Wege, Stuttgart 1982, S. 100–123.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

WiktionaryWiktionary: Soldateska – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen