Sonderzug

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Sonderzug der Bahn Touristik Express
Sonderwagen der Straßenbahn in Bielefeld

Ein Sonderzug (SDZ) ist ein zusätzlich zu den im öffentlichen Fahrplan enthaltenen Regelzügen nach einem gesonderten, meist speziell für die einzelne Fahrte aufgestellten Fahrplan verkehrender Zug. In der Schweiz wird dafür der Begriff „Extrazug“ verwendet. In Österreich wird Sonderzug mit SD abgekürzt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der erste Sonderzug Deutschlands fuhr am 28. April 1837 auf dem vier Tage zuvor in Betrieb genommenen Teilstück der Bahnstrecke Leipzig–Dresden von Althen zur Buchmesse nach Leipzig.

Bei den Preußischen Staatseisenbahnen hatten Militärsonderzüge (einschließlich der Leerfahrten) Vorrang vor anderen Personen- und Güterzügen.[1]

Arten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Sonderzug kann dem öffentlichen Verkehr dienen, wie die Entlastungszüge in Stoßzeiten (Berufs-, Schülerverkehr) oder zu Großveranstaltungen, die mit normalen Fahrkarten genutzt werden können. Diese Züge bzw. Bahnen nennt man auch Einsatzwagen oder Verstärkerwagen. Eine weitere Variante sind die „Personalwagen“ in Großstädten, die nachts Mitarbeiter von und zu den Depots befördern. Einsatz-, Verstärker- und Personalwagen verkehren aber primär bei der Straßenbahn.

Sonderzüge, die als private „Sonderfahrten“ von Reiseveranstaltern, Eisenbahnmuseen oder Museumseisenbahnen angeboten werden, sind kein öffentliches Zugangebot und können nur mit speziellen Fahrkarten genutzt werden. Sie verkehren oft auch nur ohne Zwischenhalte als Direktverbindung zwischen Start- und Zielbahnhof; zu den Sonderzügen, die für „private“ Besteller gefahren werden, gehören auch Militär- bzw. „Hofzüge“.

Auf tschechischen Eisenbahnen ist der Begriff „mimořádný vlak“ (außerordentlich Zug) für all andere Züge außer Regelzüge eingeführt. Es gibt fünf Arten:

  • vlak v obecném zájmu (Zug in Gemeininteresse) – ein befohlener Zug mit der höchsten Priorität, z. B. ein Regierungszug;
  • vlak podle potřeby (Zug nach Bedarf) – ein Zug, der im Bildfahrplan angezeigt wird, aber nur nach Bedarf oder weniger als einmal pro Woche fährt;
  • rušící vlak (störender Zug) – ein Zug, der im Bildfahrplan angezeigt wird, aber sein Betrieb verhindert oder stört das regelmäßige Fahren eines anderen Zuges;
  • zvláštní vlak (Sonderzug) – ein Zug nicht angezeigt im Bildfahrplan, mit dem Ziel, die Transportanforderungen zu erfüllen, die bei der Erstellung von Zugverkehrsgrafiken nicht bekannt waren;
  • násled (Nachfolger) – ein Zug, der dem Fahrplan eines bestimmten (Eltern-)Zuges folgt (und ihm als nächster Zug folgt).

Wissenswert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine musikalische Würdigung des Sujets findet sich in dem 1983 von Udo Lindenberg interpretierten Titel „Sonderzug nach Pankow“.

Mit der Durchsage "... Sonderfahrt ..." verhinderte ein ehemals angestellter Straßenbahnfahrer das Einsteigen-Wollen von Passagieren, als er im Jänner 2017 in Wien eine für eine Pinkelpause an der Endhaltestelle Rodaun leer abgestellte Straßenbahngarnitur zwei Stationen weit entführte.[2]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wiktionary: Sonderzug – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Eisenbahndirektion Mainz (Hg.): Amtsblatt der Königlich Preußischen und Großherzoglich Hessischen Eisenbahndirektion in Mainz vom 3. September 1910, Nr. 40. Bekanntmachung Nr. 634, S. 389.
  2. „Bim“-Dieb war Straßenbahnfahrer orf.at, 23. Jänner 2017, abgerufen 23. Jänner 2017.