Sophie Blanchard

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
 Dies ist eine alte Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 14. Juni 2007 um 21:23 Uhr durch 84.131.107.14 (Diskussion). Sie kann sich erheblich von der aktuellen Version unterscheiden.
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Sophie Blanchard, Kupferstich von ca. 1859
Der Tod der Mme. Blanchard (Druck, Paris, um 1895)

Marie Madeleine Sophie Armant (* 1778 in Trois-Canons; † 7. Juli 1819 in Paris) war die Frau von Jean-Pierre Blanchard und die erste professionelle Ballonfahrerin. Die "Kaiserliche Aeronautin" Napoleons I. war die erste Frau, die bei einem Flugunfall ums Leben kam.

Madeleine Sophie Armant wuchs wohlbehütet in ihrem bescheidenen Elternhaus in Trois-Canons (Charente-Maritime) auf. 1804 heiratete sie, 26jährig, den Ballonfahrer Jean-Pierre Blanchard. Gemeinsam fuhren die beiden im Ballon von Calais nach Dover. Als Jean-Pierre Blanchard 1809 nach einem Absturz starb, war das Ehepaar völlig verarmt. Blanchards Witwe Sophies einziger Besitz waren die Ballone ihres Mannes. Um ihren Lebensunterhalt zu verdienen, stieg sie mit dem Ballon bei größeren Anlässen auf und manchmal machte sie artistische Kunststücke auf einer Schaukel unter dem Ballon. So überquerte sie zum Beispiel im September 1810 den Taunus auf einer Schaukel, die an einem Seil unten an ihrem Ballon hing. Sie zog sich dabei schwere Erfrierungen zu und musste fast ein Jahr lang aussetzen. Kaiser Napoléon I. machte sie zur Kaiserlichen Aeronautin und sie trat mit ihrem Ballon sowohl 1810 an seiner Hochzeit mit Erzherzogin Marie-Louise von Österreich als auch 1811 bei der Geburtsfeier seines Sohnes Louis als große Attraktion auf.

Insgesamt machte Sophie Blanchard 67 Aufstiege als Ballonfahrerin. Für den 7. Juli 1819 plante sie in Paris einen ganz besonderen Aufstieg mit ihrem Luftschiff: Aus 300 Metern Höhe wollte sie ein Feuerwerk über dem Vergnügungspark Tivoli loslassen. Einer der Feuerwerkskörper explodierte zu früh und der Ballon begann zu brennen. Die riesige Zuschauermenge hielt den brennenden Ballon für eine besonders gelungene Darstellung und jubelte frenetisch. Erst als der Ballon brennend auf die Häuser fiel und Sophie Blanchards zerschmetterter Körper gefunden wurde, begriffen die Menschen, was geschehen war.

Nach ihrem Tod sammelte die Pariser Bevölkerung Geld für ein Monument zu Ehren der Ballonfahrerin, das noch heute auf dem Pariser Friedhof "Père Lachaise" zu bewundern ist. Aufgrund der Form der Gondel des Ballon wurde Sophie Blanchard auch als Luftschifferin bezeichnet, obwohl das erste richtige Luftschiff erst 1852 aufstieg.