Sotkamo

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Sotkamon kunta
Wappen Karte
Wappen von Sotkamo Lage von Sotkamo in Finnland
Basisdaten
Staat: Finnland
Landschaft: Kainuu
Verwaltungsgemeinschaft: Kajaani
Geographische Lage 64° 8′ N, 28° 25′ OKoordinaten: 64° 8′ N, 28° 25′ O
Fläche: 2.952,49 km²[1]
davon Landfläche: 2.649,88 km²
davon Binnengewässerfläche: 302,61 km²
Einwohner: 10.610 (30. Sep. 2014)[2]
Bevölkerungsdichte: 4 Ew./km²
Gemeindenummer: 765
Sprache(n): Finnisch
Website: sotkamo.fi

Sotkamo [ˈsɔtkɑmɔ] ist eine Gemeinde mit 10.610 Einwohnern (Stand 30. September 2014) im Nordosten Finnlands. Sie liegt etwa 500 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Helsinki im Süden Landschaft Kainuu an der Grenze zu Savo.

Siedlungsschwerpunkt sind die beiden benachbarten Orte Sotkamo und Vuokatti, die recht malerisch auf Landengen zwischen mehreren Seen liegen. Vuokatti ist eines der größten Skiresorts Finnlands. Die Hügel (vaara) der Umgebung erreichen eine für finnische Verhältnisse stattliche Höhe von bis zu 345 m und ermöglichen so sogar Abfahrten. Im Sommer zieht Sotkamo vor allem Bade- und Wandertouristen an. Im Osten der Gemarkung befindet sich der rund 44 Quadratkilometer große Nationalpark Hiidenportti, eine fast unberührte Sumpf- und Nadelwaldlandschaft, im Süden hat die Gemeinde Anteil am Nationalpark Tiilikkajärvi.

Hauptwirtschaftszweig ist neben dem Tourismus der Bergbau. Bei der Siedlung Lahnaslampi fördert das Unternehmen Mondo Minerals Oy Talk.

Talvivaara[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Nähe des Dorfes Talvivaara befinden sich die größten noch unerschlossenen Nickelvorkommen Europas, die sich über eine Gesamtfläche von 60 km² erstrecken.

Prospektierte Nickelvorkommen auf 60 km²

Das Unternehmen Talvivaara Kaivososakeyhtiö Oyj betrieb in den beiden in 3 km voneinander entfernten Minen Kuusilampi und Kolmisoppi im Tagebau Verfahren den Abbau des Nickel-Kupfer-Cobalt-Zink Erzes.[3]Auch geringe Mengen an Uran, das als Nebenprodukt gewonnen wird, sind im Erz vorhanden (ca. 25mg/l).[4] Laut Minenbetreiber könnte die Mine dennoch so 80 % des nationalen Uranbedarfs decken. Die Förderung wurde 2006 bewilligt, 2012 zeigten mehrfach Proben aus undichten Rückhaltebecken über den Grenzwerten liegende Mengen von Schwermetallen und Uran an. Dabei sind im selben Jahr 800 Millionen Liter Giftschlamm ausgetreten.[5][6] Am 11. April 2013 verkaufte der bis dahin größte Anteilseigner, der finnische Pensionsfonds Ilmarinen, alle Anteile an der Talvivaara Mining Company aufgrund der anhaltenden und besonders in letzter Zeit auftretenden Probleme für die Umwelt und in der Produktion.[7] Seit August 2015 stehen vier leitende Manager des Unternehmens wegen Umweltvergehen vor Gericht. Ende 2014 ging der Betreiber Talvivaaran Kaivososakeyhtiö Oyj in Konkurs, 2016 übernahm die Terrafame Group den Betrieb der Mine und hält eine Kaufoption. [8]

Da unter anderem die Rückhaltebecken zu klein sind, haben die Behörden immer wieder erlaubt, die giftigen Abwässer in die Umgebung zu leiten.[9] Im April 2016 geschah dies auch im Konflikt mit der Umweltgenehmigung der Mine.[10]

Ausgelaufene Abwässer - oben im Bild die eigentlichen Rückhaltebecken.

Teilgemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Gemeinde Sotkamo zählen ferner die weit verstreut liegenden Siedlungen Alasotkamo, Halmetvaara, Heinämäki, Jormaskylä, Juholankylä, Juurikkalahti, Kontinjoki, Korholanmäki, Laakajärvi, Losovaara, Maanselkä, Naapurinvaara, Nuasjärvi, Ontojoki, Paakinmäki, Pohjavaara, Riekinranta, Sipinen, Sipola, Soidinvaara, Sumsa, Suovaara, Tipasoja, Torinkylä, Tuhkakylä, Vuokatti, Ylisotkamo und Ärväänkylä.

Es besteht eine Städtepartnerschaft mit Isny im Allgäu.

In sportlicher Hinsicht ist Sotkamo vor allem durch die Pesäpallo-Mannschaft Sotkamon Jymy bekannt.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Sotkamo – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Maanmittauslaitos (finnisches Vermessungsamt): Suomen pinta-alat kunnittain 1. Januar 2010 (PDF; 199 kB)
  2. Väestörekisterikeskus (finnisches Bevölkerungsregister): Bevölkerung der finnischen Gemeinden am 30. September 2014.
  3. "Webseite der Terrafame Group
  4. Uranium Recovery, http://www.talvivaara.com/files/talvivaara/Uranium/Talvivaara_Uranium_presentation_09_02_2010_ENG.pdf
  5. stoptalvivaara.org
  6. Betydligt högre uranhalter än normalt i Talvivaara
  7. http://svenska.yle.fi/artikel/2013/04/12/ilmarinen-overgav-talvivaara
  8. "Zeitungsartikel Kauppalehti vom 18.01.2016
  9. "Giftschlamm-aus-finnischer-Nickelgrube", online-Zeitungsartikel in der TAZ
  10. "Stora vattenproblem i Talvivaara", online - Zeitungsartikel im "Wasabladet vom 08.04.2016