Sozialismus chinesischer Prägung

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel oder nachfolgende Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (beispielsweise Einzelnachweisen) ausgestattet. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnächst entfernt. Bitte hilf der Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst.
Dieser Artikel wurde ganz oder zu einem großen Teil von Benutzer:Obstsorte erstellt, der wegen großflächiger Belegfiktion von der Mitarbeit bei Wikipedia ausgeschlossen wurde. Es ist zu befürchten, dass Obstsorte auch für diesen Artikel Inhalte teilweise oder ganz frei erfunden und diese mit Belegen versehen hat, die nicht einmal annähernd das belegen, was sie belegen sollten. Dieser Hinweis sollte erst entfernt werden, wenn die sachliche Richtigkeit der Angaben geprüft wurde und wenn sichergestellt ist, dass die Belege wirklich etwas belegen. --Herr Klugbeisser (Diskussion) 18:45, 5. Apr. 2018 (CEST)

Der Sozialismus chinesischer Prägung (chinesisch 中国特色社会主义, Pinyin Zhōngguó tèsè shèhuìzhǔyì) ist eine ideologische Sentenz der Kommunistischen Partei Chinas. Der Begriff wurde erstmals 1982 von Deng Xiaoping verwendet. Die chinesische Führung definiert damit das politische und wirtschaftliche System in der Volksrepublik China als eine Gesellschaftsordnung, die Merkmale des Sozialismus, einer freien Marktwirtschaft sowie einer zentralen Planwirtschaft enthält.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1978 wurden von der Regierung der Volksrepublik China im Rahmen ihrer Reform- und Öffnungspolitik weitreichende Maßnahmen zur Steigerung des sozialen, materiellen und kulturellen Lebensstandards der chinesischen Bevölkerung ergriffen. 1982 legte der 12. Parteitag als Hauptaufgabe der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) die sozialistische Modernisierung des Landes fest. Hierbei benutzte Deng Xiaoping erstmals den Begriff „Sozialismus chinesischer Prägung“.[2] 1984 veröffentlichte die KPCh unter dem Titel Einen Sozialismus chinesischer Prägung aufbauen einen Aufsatz, welcher die Ziele und Umsetzung einer sozialistischen Marktwirtschaft näher beschrieb.[3]

Im Oktober 1987 formulierte der 13. Parteitag die Theorie des „Sozialismus chinesischer Prägung“ als Leitlinie, die sich nicht nur vom sowjetischen Modell distanziert, sondern zugleich den Marxismus in seiner Bedeutung für die Modernisierung Chinas neu zu bewerten sucht.[4] Ausdrücklich abgelehnt werden darin Klassenkampf-Doktrin sowie die Errichtung einer egalitären Gesellschaft.[5][6] Auf dem 14. Parteitag 1992 wurde als konkretes Ziel des „Sozialismus chinesischer Prägung“ die sozialistische Marktwirtschaft ausgewiesen.[7]

Inhalte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das System der Volksrepublik China in seiner heutigen Erscheinungsform zeichnet sich im Grundsatz durch eine Kombination an weitgehend dezentraler Ressourcenallokation im Sinne einer Marktwirtschaft und einem bedeutenden Anteil des Staates am Eigentum an Produktionsmitteln, allerdings bei der gleichzeitigen Möglichkeit des Privateigentums an Produktionsmitteln, aus. Im Ergebnis hat sich das Wirtschaftssystem Chinas im Zuge der Reform- und Öffnungspolitik grundsätzlich in Richtung einer Marktwirtschaft entwickelt, allerdings mit einer nach wie vor erheblichen Bedeutung von Staatsbetrieben in Branchen, die die Regierung als strategisch wichtig erachtet.[8]

Konkret blieben als wichtige Schlüsselbranchen insbesondere Energie, Verkehrsinfrastruktur, Schiffbau, Bildungs- und Gesundheitswesen im Besitz von rund 100 staatlichen Institutionen.[9] Von der deutschen Gesellschaft für Außenpolitik wird das System des „Sozialismus chinesischer Prägung“ als mixed economy in der Gestalt eines „grundsätzlich marktwirtschaftlichen Fleckenteppichs mit sozialistischen Elementen und kapitalistisch-marktwirtschaftlichen Inseln“ charakterisiert, das sich langfristig betrachtet vollständig einer kapitalistischen Marktwirtschaft annähern werde.[10]

Chancen einer Demokratisierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Darstellung verschiedener Sinologen scheint dieses „riskante Experiment einer Koexistenz zweier grundverschiedener Systeme, der liberalen Marktwirtschaft und des kommunistischen Sozialismus“, bisher zu funktionieren.[11] Der Politikwissenschaftler Sebastian Heilmann geht davon aus, dass der „Sozialismus chinesischer Prägung“ in der Theorie die Voraussetzungen für eine künftige demokratische Ordnung schaffen könne. So existiert in der Volksrepublik China zwischenzeitlich eine moderne, an internationalen Vorbildern orientierte Wirtschaftsgesetzgebung, welche eine zunehmende Pluralisierung gesellschaftlicher Lebensstile ermöglicht. Verschiedene westliche Beobachter kennzeichnen dies als begrenzten „autoritären Pluralismus“, andere sehen hierin Ansatzpunkte für eine „schleichende Demokratisierung“, die sich auf längere Sicht ähnlich wie in Taiwan oder Südkorea durchsetzen könnte.[12]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Martin Kittlaus: Ideologie und sozialistische Marktwirtschaft in der VR China. LIT Verlag Münster, 2002.
  • Gabriel J. Satyananda: Chinese capitalism and the modernist vision. Routledge, 2006.
  • Maximilian Benner: Das Wirtschaftssystem der Volksrepublik China. Gesellschaft für Außenpolitik, 2010.
  • Petra Häring-Kuan, ‎Yu Chien Kuan: Pulverfass China. Der Gigant auf dem Weg ins 21. Jahrhundert. Fischer Verlag, 2011.
  • Eike Kopf: Die China-Formel des 21. Jahrhunderts: Wohl des Volkes = Arbeit + Brot + Entwicklung + Frieden. Verlag Rockstuhl, 2016.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Alexander Bode: Wettbewerbsvorteile durch internationale Wertschöpfung. Springer-Verlag, 2011, S. 107.
  2. H. Lyman Miller: Science and Dissent in Post-Mao China. The Politics of Knowledge. University of Washington Press, 1996, S. 47 f.
  3. Alan R. Kluver: Legitimating the Chinese Economic Reforms. A Rhetoric of Myth and Orthodoxy. State University of New York Press, 1996, S. 63.
  4. Helmut Becker, Niels Straub: Drachenflug. Wirtschaftsmacht China quo vadis? Springer-Verlag, 2007, S. 51.
  5. Falk Hartig: Die Kommunistische Partei Chinas. Goethe-Universität Frankfurt am Main, 2008.abgerufen am 19. November 2017
  6. Gabriel J. Satyanandal: Chinese capitalism and the modernist vision. Routledge, 2006, S. 155.
  7. Alan R. Kluver: Legitimating the Chinese Economic Reforms. A Rhetoric of Myth and Orthodoxy. State University of New York Press, 1996, S. 110.
  8. Maximilian Benner: Das Wirtschaftssystem der Volksrepublik China. Deutsche Gesellschaft für Außenpolitik, 2010, S. 1–7.
  9. Ezra Vogel: Deng Xiaoping and the Transformation of China. Harvard University Press, 2011, S. 669–685.
  10. Maximilian Benner: Das Wirtschaftssystem der Volksrepublik China. Deutsche Gesellschaft für Außenpolitik, 2010, S. 1–7.
  11. Birgit Zinzius: China entdecken. C.H.Beck, 1999, S. 35.
  12. Sebastian Heilmann: Das politische System Chinas. bpb, 2005, abgerufen am 3. Januar 2017