Speicher A des Handelshafens und Nordsee-Hauptverwaltung

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Klußmannstr 3 Nordsee HV 20120701.jpg

Der Speicher A des Handelshafens und Nordsee-Hauptverwaltung in Bremerhaven-Geestemünde, Ortsteil Geestendorf, Klußmannstraße 3, stammt von 1862. Hier war seit 1934 die Nordsee-Hauptverwaltung. Ab 2022 wird hier im Werftquartier ein Standort des Alfred-Wegener-Instituts (AWI) sein.

Das Gebäude steht seit 2020 unter bremischem Denkmalschutz.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Handelshafen Geestemünde wurde von 1857 bis 1874 erbaut und mit ihm die Speicher.

Der dreigeschossige verputzte, damals historisierende Speicher mit einem viergeschossigen Treppengiebel und dem gestuften Risalit als späteren Eingang der „Nordsee“ wurde von 1857 bis 1862 zwischen den Gleisen des Geestemünder Bahnhofs gebaut.

Die 1896 gegründete Deutsche Dampffischerei-Gesellschaft „Nordsee“ mit Fangflotte und Absatzorganisation, hatte ihren Hauptsitz in Nordenham und eine große Zweigniederlassung am Geestemünder Fischereihafen. Die Firma wurde zum Konzern und übernahm 1928 die Cuxhavener Hochseefischerei AG mit 74 Schiffen sowie 1929 auch die Hansa Hochseefischerei AG, die Altonaer Hochseefischerei AG und die Wietling AG. Sie hatte 1932 über 171 Fischdampfer, das war die Hälfte der deutschen Fangflotte. So verlagerte sie ihren Hauptsitz nach Geestemünde und pachtete 1931 Flächen und Speicher im alten Handelshafen. Der Speicher wurde 1934 nach Plänen von Regierungsbaumeister Emil Vogel vom Baubüro der „Nordsee“ für die Verwaltung umgebaut.

1945 erfolgte der Wiederaufbau der Betriebsanlagen durch die Arbeitsgemeinschaft Rudolf Lodders und Bernhard Hermkes, Hamburg. 1948 wurden Entwürfe des Architekturbüros Schumacher (Düsseldorf) realisiert, das Bürogebäude und die Sozialräume zu sanieren und auszubauen. Danach erfolgten weitere Umbauten und Modernisierungen.

Das nunmehr landeseigene Gebäude wird als Teil des sich in Entstehung befindenden AWI-Campus in Zukunft Büros für ca. 200 Forscher und Mitarbeiter des Instituts sein. Der bis 2022/23 geplante Umbau und die Sanierung erfolgt durch die Fischereihafen-Betriebsgesellschaft (FBG) des Landes Bremen und wird vom AWI gemietet.[2] [3]

Auf dem AWI-Campus entsteht zudem als Neubau das AWI Technikum. Die Hauptverwaltung der Nordsee GmbH befindet sich aktuell (2022) in Bremerhaven-Fischereihafen, Herwigstraße 16.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Klaus-Peter Kiedel: „Nordsee“ Deutsche Hochseefischerei GmbH. In: Lars U. Scholl (Hrsg.): Bremerhaven – Ein hafengeschichtlicher Führer. Deutsches Schiffahrtsmuseum, Ditzen, Bremerhaven 1980.
  • 100 Jahre Nordsee, Jubiläumsschrift zum 100-jährigen Bestehen der Nordsee GmbH am 23. April 1996.
  • Wilhelm Brandes (Hrsg.): "Nordsee". Geschichten über die größte deutsche Fischdampfer-Reederei, Bremen 1998.
  • Axel Janowitz: Der Geestemünder Handelshafen 1850–1930. In: Hartmut Bickelmann (Hrsg.): Bremerhavener Beiträge zur Stadtgeschichte Bd. III, Bremerhaven 2001.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Denkmaldatenbank des LfD
  2. Fischereihafen-Betriebsgesellschaft: Generalsanierung Klußmannstraße 3 unter besonderer Berücksichtigung von Energieeinsparmaßnahmen.
  3. BIS/FGB: Ehemaliges Nordseegebäude wird für das AWI saniert und umgebaut. 24. Mai 2019.

Koordinaten: 53° 31′ 59,2″ N, 8° 34′ 59,2″ O