Sponton

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Einige Spontons in der Burg Meersburg

Sponton (Esponton, französisch), eine Halbpike nach Art der Hellebarde, wurde bis zu Anfang des 19. Jahrhunderts von den Offizieren der Infanterie neben dem Degen als Paradewaffe geführt.

Der Sponton war im ausgehenden 17. und 18. Jahrhundert in fast allen europäischen Heeren verbreitet und galt auch als Standeszeichen der Infanterieoffiziere. Für das Handhaben des Sponton gab es feste Regeln; so gehörte zu den Handgriffen der Offiziere mit dieser Dienstwaffe stets das "Salutieren", d. h. das Grüßen mit dem Sponton. Ein solcher Gruß stand besichtigenden und kommandierenden Generalen und Souveränen zu. Bei der Aufstellung zur Parade (Revue) hatte der Offizier das Sponton bei Fuß, also mit ausgestrecktem Arm gehalten am Boden stehend, wie es z. B. auf dem Bild "Die Revue der kurhannoverschen Armee 1735", ausgestellt im Wehrgeschichtlichen Museum Rastatt, zu sehen ist.[1]

Für die Schlagkraft einer Truppe war es sehr wichtig, dass eine Formation exakt eingehalten wurde, dass man möglichst schnell von der Kolonnenformation in Linie übergehen konnte. Diese Bewegungen erfolgten häufig unter Beschuss und im Pulverdampf. Unter diesen Bedingungen waren die langen Spontons hilfreich. Mit dem Sponton hat man notfalls auch die Linie in Ordnung gebracht, indem man sich mit quergelegtem Sponton hinter die Soldaten stellte, wenn diese begannen nach hinten zu weichen. Deshalb stand der Spontonträger üblicherweise hinter der Schützenlinie.

Der Sponton der Unteroffiziere, auch Partisane genannt, war mit etwa 2,5 m länger und hieß mit ersterem Kurzgewehr im Gegensatz zur längeren Pike. Als Sponton und Partisane ihre Funktion als Kriegswaffe längst verloren hatten, fand man sie noch lange an Herrscherhöfen Europas als Teil der Ausstattung verschiedener Fürsten und Palastwachen.

In Preussen wurde der Sponton unter König Friedrich I. eingeführt. Seine Verwendung verschwand mit der Abschaffung aller Stangenwaffen im Jahr 1807 aus der Preußischen Armee.

Esponton wurde auch eine kurze Pike genannt, die auf Schiffen beim Entern zum Einsatz kam.[2]

Zur Zeit der Kolonialkriege in Amerika kam der „Espontoon“ ebenfalls zur Signalgebung in Spielmannszügen zum Einsatz.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans-Peter Stein: Transfeldt. Wort und Brauch in Heer und Flotte. 9., überarbeitete und erweiterte Auflage. Stuttgart 1986.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Spontone – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wehrgeschichtliches Museum Rastatt: File:Kurhannoversches Infanterie-Regiment von Behr 1735. In: Das Militärwesen des 18. Jahrhunderts, 1680-1789. Hg. Wehrgeschichtliches Museum Rastatt, abgerufen am 3. Januar 2018.
  2. Esponton, Eintrag in Pierer's Universal-Lexikon, 1857 (eingesehen am 13. Aug. 2009)