St. Kilian (Bad Liebenstein)

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Foyer
Kirchenraum

Die Kirche St. Kilian im Kurort Bad Liebenstein ist die jüngste römisch-katholische Kirche im Wartburgkreis. Sie ist Teil eines Gemeindezentrums der Pfarrgemeinde St. Andreas Bad Salzungen im Dekanat Meiningen des Bistums Erfurt.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirche und Gemeindehaus befinden sich in Bad Liebenstein an der Ruhlaer Straße.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erst seit dem Zweiten Weltkrieg existiert durch eine hohe Zahl zugezogener Heimatvertriebener eine kleine katholische Gemeinde in Bad Liebenstein, die sich im ehemaligen katholischen Kurheim Maria Regina [1] eine Kapelle einrichtete.

Der Bau eines eigenen Gotteshauses konnte erst nach der Wende verwirklicht werden. Hierzu wurde 1997 ein Architekten-Wettbewerb durchgeführt, den das Saarbrücker Architekturbüro Alt-Britz gewann. Die Weihe der Kirche erfolgte am 9. Juli 2000. Seit 2008 ist die Kirche St. Kilian durch Zusammenschluss mit der katholischen Kirchgemeinde St. Andreas in Bad Salzungen deren Filialkirche.[2] Sie teilt sich ihren Pfarrer mit der Pfarrkirche in Bad Salzungen; dieser wird von einem Klinikseelsorger, der für die Rehabilitationskliniken zuständig ist, unterstützt. Beerdigungen wurden auf den drei bekannten Liebensteiner Friedhöfen vollzogen, die Evangelische und Katholiken gemeinsam nutzten und nutzen [3].

Bauwerk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kirche wurde vom Saarbrücker Architekten Peter Alt entworfen. Sie ist ein Bauwerk der Moderne und bietet Platz für mehr als 250 Besucher.

Das äußerlich schlichte, turmlose Gebäude kennzeichnet ein markanter würfelförmiger Fensteraufsatz mit farbig gestalteten Glasscheiben, der das Innere in einen goldig-warmen Lichtton taucht.
Dem quadratischen Gebäudegrundriss liegt die Vorstellung vom himmlischen Jerusalem aus der Offenbarung des Johannes zu Grunde, die sich auch in vielen Bauteilen und Ausstattungsgegenständen durch ein aus vier Quadraten gebildetes stilisiertes Kreuz widerspiegelt.

Die mit dem Kirchenvorstand und der Gemeinde geführten Debatten über die Gestaltung des Baus waren notwendig und hilfreich, da die Architektur nicht den traditionellen Vorstellungen von einer Kirche entspricht. Die Kirchenbänke, -tische und -stühle wurden von der örtlichen Tischlerei Fleischer GbR erstellt.

Allein die Stellung der Sitzbänke längs zum Altar schafft bereits eine andere Gemeinsamkeit beim Gottesdienst, äußerte der erste Pfarrer der Kirche Horst Kaspar.

Die Akzeptanz dieses modernen Bauens in der Gemeinde sei inzwischen vorhanden.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Walter Zahner: Das neue Gemeindehaus St. Kilian in Bad Liebenstein. In: Verein für christliche Kunst Paderborn e.V. (Hrsg.): Alte und neue Kunst im Erzbistum Paderborn. Band 41. Bernward, Hildesheim 2002, ISBN 3-00-009974-3, S. 132–137.
  • Ute Weilbach: Architektouren im Wartburgkreis. Die jüngste Kirche Thüringens: „Sankt Kilian“ in Bad Liebenstein. In: MFB Verlagsgesellschaft mbH Eisenach (Hrsg.): StadtZeit. Stadtjournal mit Informationen aus dem Wartburgkreis. Augustheft. Druck- und Verlagshaus Frisch, Eisenach 2001, S. 16–17.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: St. Kilian (Bad Liebenstein) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Verein der Natur- und Heimatfreunde Bad Liebenstein: Katholisches Heim Maria Regina, abgerufen am 28. August 2015.
  2. Verein der Natur- und Heimatfreunde Bad Liebenstein: Evangelische und Katholische Kirchen, abgerufen am 28. August 2015.
  3. Verein der Natur- und Heimatfreunde Bad Liebenstein: Friedhöfe, abgerufen am 28. August 2015.

Koordinaten: 50° 49′ 4,3″ N, 10° 21′ 2,1″ O