Joachim Wanke

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Bischof Joachim Wanke (2007)

Joachim Wanke (* 4. Mai 1941 in Breslau, Provinz Niederschlesien) ist emeritierter Bischof von Erfurt.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wanke wurde als Sohn eines Beamten geboren, der 1944 verstarb. Seine Familie siedelte sich nach der Vertreibung aus Schlesien in Ilmenau in Thüringen an. 1960 legte er dort das Abitur ab und begann sein Studium am Priesterseminar Erfurt, welches er mit seiner Priesterweihe am 26. Juni 1966 abschloss.
Als Neupriester wurde er zunächst Kaplan in Dingelstädt im Eichsfeld, kehrte 1969 aber zu Promotionsstudium und Habilitation nach Erfurt zurück. Am Priesterseminar Erfurt war er als Assistent und Präfekt tätig. 1980 wurde er als ordentlicher Professor für neutestamentliche Exegese am Seminar in Erfurt berufen.[1]

Am 2. Oktober 1980 ernannte Papst Johannes Paul II. Joachim Wanke zum Koadjutor-Bischof des Apostolischen Administrators im Bischöflichen Amt Erfurt-Meiningen und zum Titularbischof von Castellum in Mauretania. Die Bischofsweihe empfing er am 26. November 1980 durch den damaligen Bischof von Berlin Joachim Meisner. Wanke wählte sich den Wahlspruch Vestigia Christi sequi („Den Spuren Christi folgen“). Das Amt des Apostolischen Administrators des Bischöflichen Amtes Erfurt-Meiningen übernahm er am 17. Januar 1981 nach dem Tod Hugo Aufderbecks. 1994 erfolgte die Neugründung des Bistums Erfurt, und Wanke wurde durch Papst Johannes Paul II., der bei den Feierlichkeiten zu diesem Anlass (Bistumswallfahrt) in Erfurt durch Erzbischof Giovanni Lajolo vertreten wurde, zum residierenden Diözesanbischof ernannt.

Papst Benedikt XVI. nahm am 1. Oktober 2012 sein aus gesundheitlichen Gründen vorgebrachtes Rücktrittsgesuch an.[2]

Mitgliedschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wanke war Mitglied der Pastoralkommission der Deutschen Bischofskonferenz, deren Vorsitzender er von 1998 bis 2010 war[1], und Mitglied in den Kommissionen für Glaubensfragen und für Ökumene. Seit 1993 ist Wanke Mitglied der Akademie gemeinnütziger Wissenschaften zu Erfurt.[3] Von 1995 bis 2001 war er Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK).[1] Zudem war er ab 2005 stellvertretender Vorsitzender, seit 2008 Vorsitzender der Kommission der deutschsprachigen Bischöfe für die Revision der Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift[3], deren Abschlussbericht Wanke 2012 kurz vor der Annahme seine Rücktrittsgesuches bei der Herbstvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz vorstellte.[4] Eines der Hauptanliegen Wankes ist die Mission. Große Beachtung fand sein „Brief eines Bischofs aus Ostdeutschland“, der dem missionstheologischen Dokument „Zeit zur Aussaat“ der Deutschen Bischofskonferenz beigefügt war. Um die christliche Botschaft im Bistum Erfurt neu zu verkündigen, müsse man laut Wanke „das Evangelium auf mitteldeutsch buchstabieren“.

Ansichten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Rahmen der Kontroversen und Proteste vor dem Papstbesuch in Deutschland 2011 äußerte Wanke Verständnis dafür, dass «sich Menschen an den Positionen seiner Kirche reiben. Die sexualethischen Weisungen der Kirche könnten „schon irritieren, die ganze Bibel kann irritieren“»[5].

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Joachim Wanke – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Gerhard Best/Michael Feldmann/Ralf Preker (Hrsg.), 350 Jahre Marienwallfahrt Werl, Bonifatius Verlag, Paderborn 2011, ISBN 978-3-89710-482-2, S. 117.
  2. Rinuncia di Vescovo di Erfurt (Germania), in: Presseamt des Heiligen Stuhls: Tägliches Bulletin vom 1. Oktober 2012.
  3. a b Erfurter Bischof Joachim Wanke geht in den Ruhestand. Papst Benedikt XVI. hat das aus gesundheitlichen Gründen eingereichte Rücktrittsgesuch angenommen, Pressemitteilung des Bistums Erfurt vom 1. Oktober 2012.
  4. Erzbischof Zollitsch würdigt Bischof Wanke. Papst Benedikt XVI. nimmt das Rücktrittsgesuch des Erfurter Bischofs an, Pressemitteilung Nr. 160 (2012) der Deutschen Bischofskonferenz vom 1. Oktober 2012.
  5. Behörden verbieten Proteste gegen Papstbesuch. Spiegel Online, 28. August 2011, abgerufen am 17. September 2011.
Vorgänger Amt Nachfolger
zuvor Bischöfliches Amt Bischof von Erfurt
1994–2012
Ulrich Neymeyr
Hugo Aufderbeck Apostolischer Administrator des Bischöflichen Amtes Erfurt-Meiningen
1981–1994
Bischöfliches Amt wurde Bistum